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Clown Lupino alias Lui Klassen hofft, dass die KlinikClowns nicht mit den Horror-Clowns in einen Topf geworfen werden. 

Nachgefragt – bei Klinik-Clown Lui Klassen

„Diese Grinsefratzen haben nichts mit Clowns zu tun“

Freising - Sie sind ein echter Lichtblick für viele kleine Patienten, Pflegebedürftige und Schwerkranke: Die Klinik-Clowns Bayern mit Sitz in Freising haben es sich zur Aufgabe gemacht, Lachen und Begegnung zu schenken. Fühlen sie sich und ihre Arbeit von den Horrorclowns bedroht? Wir haben uns mit Klinik-Clown Lui Klassen (54) über dieses Phänomen unterhalten.

Herr Klassen, Sie sind ausgebildeter Proficlown: Beobachten Sie dieses Phänomen mit Sorge?

Ich denke, es wird durch die vielen Bilder und Berichte in den Medien gerade sehr verstärkt. Wir haben unzählige Presseanfragen zu dem Thema. Aber Angst macht mir das nicht. Es hat definitiv nichts mit uns zu tun.

Aber zumindest ist in beiden Fällen von Clowns die Rede?

Unsere Intention ist genau das Gegenteil. Diese Menschen wollen mit voller Absicht anderen Schaden zufügen, sie erschrecken, ihnen wehtun. Sie bräuchten selbst Hilfe, weil sie vermutlich eine psychische Störung haben. Unser Ziel ist es, bei den Menschen, die wir besuchen, positive Gefühle zu hinterlassen. Die Plastikfratze die die tragen, haben nichts mit einem Clown zu tun.

Sie tragen keine Maske?

Nein, ich trete als Mensch auf, der einfach ein bisschen anders kostümiert ist. Mein Gegenüber muss mein Gesicht, meine Mimik, sehen. Erst so entsteht Begegnung. Und nur wenn mich jemand als Mensch wahrnehmen kann, können wir etwas bewirken. Unsere sanfte Verkleidung ist unsere Eintrittskarte. Ich beispielsweise trage eine zu große Hose, ein Ringelshirt, Hosenträger, Hut oder Wollmütze. Meine Schuhe sind vier Nummern zu groß. Fertig.

Dann besteht keine Gefahr, dass Menschen einen Zusammenhang zwischen Ihnen und den Horror-Fratzen herstellen?

Ich hoffe es, aber sicher weiß man das nie. Wissen Sie, uns geht es um Emotionen. Es geht ums Zuhören, ums gemeinsam Lachen – oder Weinen. Da stolpert nicht ungefragt ein Maskierter ins Zimmer und bringt andere um jeden Preis zum Lachen. Wir klopfen, fragen vorsichtig, ob wir reinkommen dürfen. Wir gehen auf den Mensch ein. Clownsein ist eine innere Einstellung, Clownsein heißt, das innere Kind zu finden und zu spüren, unvoreingenommen auf andere zuzugehen. Ich hoffe sehr, dass die Menschen in der Lage sind, zu unterscheiden.

Was raten Sie ängstlichen Menschen?

Dieses Phänomen nimmt gerade überhand in den Medien. Lassen Sie sich nicht davon mitreißen, haben Sie keine Angst.

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