Fanden deutliche Worte: Vize-Landrätin Birgit Mooser-Niefanger und Bezirksrat Johannes Becher bei der Grünen-Kreisversammlung.

Seehofer-Rückwärtsrolle

Dritte Startbahn: Grüne attackieren Freisinger CSU-Abgeordneten

Nach der Rückwärtsrolle von Ministerpräsident Horst Seehofer in Sachen 3. Startbahn haben die Freisinger Grünen den CSU-Landtagsabgeordneten Florian Herrmann verbal zur Brust genommen. Sie werfen ihm "Versagen auf ganzer Linie" vor.

Der Kreisvorstand der Freisinger Grünen hat mit der Terminansetzung der jüngsten Kreisversammlung ein gutes Gespür bewiesen. Denn nur wenige Stunden zuvor hatte der Ministerpräsident seine Regierungserklärung abgegeben. Besonders beschäftigte die Grünen Horst Seehofers Kehrtwende vom Skeptiker zum Befürworter der 3. Startbahn. „In einem monatelangen Dialog wurde der Anschein erweckt, dass er tatsächlich die Sorgen der Menschen und die Auswirkungen einer 3. Start- und Landebahn auf die Region begriffen hätte“, sagte Vize-Landrätin Birgit Mooser-Niefanger. „Wenn diese dann allerdings mit der fadenscheinigen Begründung von wenigen Monaten Wachstum bei den Flugbewegungen einfach vom Tisch gewischt werden, dann ist dies politisch und menschliche enttäuschend. So etwas tut man nicht.“ Derzeit liegt die Zahl der Flugbewegungen nach wie vor unter dem Niveau des Jahres 2005, dem Jahr des Planungsbeginns. Vom Rekordjahr 2005 oder gar der maximalen Kapazität von mehr als 480 000 pro Jahr sei der Flughafen noch weit entfernt. Eine Notwendigkeit für den Bau einer neuen Piste sei nicht ersichtlich.

Enttäuscht und verärgert zeigten sich die Grünen auch über den örtlichen Abgeordneten der CSU, Florian Herrmann. „Die vermeintlichen Versuche von Herrn Dr. Herrmann, einflussreiche Parteifreunde zu überzeugen, sind offensichtlich allesamt kläglich gescheitert“, betonte Bezirksrat Johannes Becher. „Das ist ein Versagen auf ganzer Linie.“

Die Hoffnungen der Grünen ruhen nun auf der Standhaftigkeit des Münchner Stadtrats und des Oberbürgermeisters Dieter Reiter. Der hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass eine erneute Abstimmung nur bei einer dauerhaften und signifikanten Steigerung der Flugbewegungen in Betracht komme. Doch selbst für den Fall einer erneuten Abstimmung in München bleibt Becher optimistisch: „Wir haben 2012 schon einmal gewonnen und werden, falls nötig, auch ein zweites Mal siegen.“

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