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Das Bild (mit Klick ganz öffnen) zeigt den Verlauf der Westtangente.

Auf einen Blick

Die Westtangente Freising - Fakten zum Großprojekt

Freising - Die Freisinger Westtangente - ein Projekt, das Generationen beschäftigt. Hier finden Sie einen Überblick über Daten, Argumente und Historie.

Die nackten Zahlen

Die Westtangente Freising soll 3560 Meter lang werden und die Thalhauser Straße mit der B 11 verbinden. Vötting wird in einem 705 Meter langen Tunnel unterfahren. Die geschätzten Kosten betragen 91 Millionen Euro (Stand: 1. Dezember 2015). 56,5 Prozent haben bei einem Bürgerentscheid 2013 für die Westtangente am Rande Freisings gestimmt. Grundstücke sind alle erworben, beziehungsweise Berechtigungen dafür eingeholt.

Die Zuschüsse

Über 70 Millionen Euro der Kosten sind zuschussfähig. 70 Prozent der Kosten für die Westtangente werden bezuschusst. 60 Prozent (41,4 Millionen Euro) kommen aus Mitteln des Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), zehn Prozent (6,9 Millionen Euro) aus Geldern des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) des Bundes. Zusammen ergibt das eine Summe von rund 50 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um eine Anteilsfinanzierung. Das heißt, steigen die Gesamtkosten, steigen auch die Zuschüsse. 

Update vom 1. Dezember 2015: Auch ein großer Teil der Mehrkosten von fünf Millionen Euro sind zuschussfähig. So bleiben für die Stadt Freising aus diesen Kosten noch 600.000 Euro Eigenbeteiligung übrig.

Und die Restkosten?

Rund 37 Millionen Euro sind zur Finanzierung der Westtangente noch offen. Fünf Millionen kommen aus dem Umlandfonds und weitere, kleinere Summen werden wegen der Beteilung anderer Institutionen (beispielsweise die TU) abgezogen. Laut Projektleiter Franz Piller bleiben rund 30 Millionen Euro. Die teilen sich wie folgt auf: 13 Millionen übernimmt der Landkreis, 17 Millionen die Stadt Freising.

Die Historie

Die Westtangente ist ein Bauwerk, das die Freisinger seit Generationen beschäftigt. Drei Bürgermeister waren damit beschäftigt -  Adolf Schäfer, Dieter Thalhammer und Tobias Eschenbacher. 1972 wird die Westtangente das erste Mal urkundlich erwähnt - und zwar im Flächennutzungsplan. 1976 beginnt das Raumordnungsverfahren mit drei Varianten. Ärgerlich für Freising: Dieses Verfahren zieht sich bis ins Jahr 1987. Dann stellt die Stadt Freising einen Antrag auf Planfeststellung. Weitere Planänderungen für die Westtangente folgen, bis am 4. Oktober 1995 der erste Planfeststellungsbeschluss erfolgt. Und 1998 flattert dann die erste Klage herein: Das Vöttinger Bürgerforum erhebt sich gegen die Westtangente und bekommt 1999 vor dem Verwaltungsgerichtshof Recht: Die Einstufung der Tangente als Gemeindeverbindungsstraße ist nicht rechtens. Im März 2000 startet man den nächsten Anlauf: Sechs Trassen und Varianten für die Westtangente werden erarbeitet, sie wird eine Kreisstraße sein. Im Januar 2004 fällt die Entscheidung für Variante "WT 1 opt. 2". Am 7. April stellt die Stadt erneut Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren, am 12. Juni 2008 kommt der Beschluss. Zehn Musterklagen gegen das Projekt werden abgelehnt, im März 2011 wird der Planfeststellungsbeschluss der Westtangente rechtskräftig. 2011 und 2012 folgen Zuschusszusagen des Landkreises und der Regierung von Oberbayern. Der 22. September 2013 ist ein einschneidender Tag: Die Bürger Freisings votieren mit 56,5 Prozent für den Bau der Westtangente. Anfang August 2015 gab die Initiative "Besser ohne Westtangente" bekannt, die erforderlichen Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt zu haben. Das ließ der Stadtrat aber nicht zu - die Gründe. Danach entbrannten heftige Debatten.

Was ist bereits geschehen? 

Im Baufeld der Westtangente wurden bereits Bäume gefällt und Ausgleichsflächen nahe Pulling angelegt. Da während der Bauzeit im nördlichen Teil das Grundwasser um bis zu acht Meter abgesenkt werden muss (damit kein Wasser in die Baugrube eindringt), wurden die betroffenen Häuser genau erfasst, um etwaige Schäden belegen zu können. Von Juni bis August 2014 fand dafür ein Pumpversuch statt. Ziel war, die Folgen einer Grundwasserabsenkung einschätzen zu können. Das Ergebnis: Es ist kaum zu einer Absenkung gekommen, nur vier bis 20 Millimeter wurden gemessen. Der erste Teil der Geh- und Radwegbrücke der Westtangente über die Schlüterallee ist bereits in Beton gegossen. Der Spatenstich erfolgte am 7. Mai 2015.

Die Diskussion

Befürworter der Westtangente argumentieren mit der massiven Entlastung der staugeplagten Innenstadt. Der Durchgangsverkehr soll außenherum geleitet werden. Auch von Lärm und Abgasen soll Freising entlastet werden. Die gesamte Stadt Freising soll sich dadurch positiv entwickeln. 

Die Gegner sehen die Entlastung durch die Westtangente nicht gegeben. Im Gegenteil: Sie prognostizieren einen Verkehrskollaps an der Schlüterallee, kritisieren, dass Erholung am Vöttinger Weiher Geschichte ist und sehen eine hohe Gefahr, dass das Trinkwasser verschmutzt wird. Das Aktionsbündnis Moratorium Westtangente hat zudem Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

Besonders betroffen sind neben den Anwohnern in Vötting auch die Allershausener. Wenn die Westtangente befahrbar ist, wird der Schwerverkehr durch Allershausen in Richtung Freising rollen. Die einzige Chance, nicht im Verkehr zu ersticken, wird eine Südumfahrung der Gemeinde sein. Diese Ortsumfahrung ist alternativlos. 

Anton Hirschfeld/Andreas Beschorner

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