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Zufrieden waren die "Macher" des Volksfests. Nur am Ende gab es noch Ärger mit einem TV-Privatsender.  

Ärger über bizarre Aktion

TV-Sender schickt "Polizei-Muslima" durchs Festzelt

Freising - Zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen. Das Freisinger Volksfest 2016 war zwar keine Rekord-Wiesn, aber die Bilanz fiel positiv aus – trotz einiger Gewaltdelikte und eines „Unfugs“, der bei Polizei und Stadt für Verärgerung sorgte.

Die Halbzeitbilanz war noch rundum erfreulich, die Abschlussbilanz zum 87. Freisinger Volksfest sah etwas getrübter aus. Und das lag wahrlich nicht daran, dass der Bierumsatz mit immer noch stolzen 1005,74 Hektoliter nur vier Prozent hinter dem Rekordjahr 2015 mit 1050,53 Hektoliter lag. Der stärkste Tag war mit fast 140 Hektolitern Bier der zweite Volksfestsamstag. Jener Samstag war es auch, der die Statistik der Delikte verhagelte, wie PI-Chef Ernst Neuner berichten musste: Da war die versuchte Vergewaltigung (siehe Bericht links) und weitere rund 20 Vorfälle. Insgesamt musste die Polizei auf dem Volksfest 2016 neun Körperverletzungen registrieren (2016 waren es elf), außerdem zwei gefährliche Körperverletzungen (2015 war es eine), dazu elf Diebstähle (2015 waren es drei), 15 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (13), sieben Verkehrsdelikte (2) und zwei Sexualdelikte (3). Wie Neuner betonte, liege die Aufklärungsquote bei den Gewaltdelikten auf dem Volksfest bei 100 Prozent, alle Täter konnten gefasst werden. Auch das sei ein Erfolg des neuen und verstärkten Sicherheitskonzepts, das man in diesem Jahr gefahren habe. Vor allem die Tatsache, dass keine Pkw auf das Volksfestgelände gelassen wurden, sei auf positive Resonanz bei den Volksfestbesuchern gestoßen, berichteten Neuner und OB Tobias Eschenbacher unisono. Dennoch: Es werde auf dem Volksfest „keine lückenlose Kontrolle“ geben können. Und eine „Totalüberwachung“ sei auch gar nicht angedacht, versicherte Neuner. Was Polizei, Stadt und auch Festwirt Ludwig Tauscher ziemlich verärgerte, war ein Vorfall am letzten Volksfesttag: Offenbar hatte der Fernsehsender SAT.1 eine junge Frau in Polizeiuniform und mit Kopftuch samt Aufschrift „Polizei“ durch das Festzelt geschickt, um die Reaktionen der Gäste zu testen. Der Privatsender habe weder eine Drehgenehmigung gehabt, noch sei irgendjemand bei der Stadt oder bei der Polizei über diesen „Unfug“, wie Neuner die Aktion nannte, informiert gewesen. Man werde der Sache nachgehen, versprach Neuner. Dessen Bilanz: „Wir können insgesamt zufrieden sein angesichts der vielen Leute, die unterwegs waren.“ Der OB verriet, dass man an einem grundsätzlichen Sicherheitskonzept für die Luitpoldanlage arbeite, wo ja auch andere Großveranstaltungen stattfänden. Festreferent Hubert Hierl lobte Bier und Essen und betonte mit Blick auf den Vergnügungspark: „Wir müssen halt konkurrenzfähig bleiben.“ Zufrieden sind auch die Brauereien: Roland Debudey (Hofbrauhaus) sagte, man müsse lange suchen, bis man so ein Volksfest wie in Freising finde. Christoph Metz (Staatsbrauerei Weihenstephan) freute sich, dass alle Besucher „happy und glücklich“ gewesen seien. Weinhallen-Wirt Max Riemensperger betonte, dass das Volksfest „gereift“ sei, und Festwirt Tauscher fasste es so zusammen: „Es war ein schönes Volksfest."

Andreas Beschorner

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