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Sprache und Ausbildung sind zwei Schlüsselbegriffe, wenn Integration klappen soll: Stefanie Gutzeit (Integrationsberaterin bei der IHK), Nathalie von Pressentin (Asylsozialarbeiterin am Landratsamt) und Irmga rd Eichelmann (Ehrenamtskoordinatorin am Landratsamt, stehend, v. l. ) mit Teilnehmern der Fachtagung. 

Fachtagung zum Thema Integration

„Werte und Gesetze muss man akzeptieren“

Freising – Ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit und Fachkräfte waren im Dialog beim Fachtag „Zukunftschance Integration“, zu dem am Samstag auf Initiative der Fachstelle für Ehrenamtskoordination kompetente Referenten ins Freisinger Landratsamt geladen worden waren. Im Anschluss an die Vorträge gab es Gelegenheit, das neu erworbene Wissen in Workshops zu vertiefen.

2300 Asylbewerber lebten derzeit im Landkreis Freising, betonte der stellvertretende Landrat Robert Scholz. Die Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen sei dabei unverzichtbar. Scholz bedankte sich bei den 52 Teilnehmern, ohne deren Arbeit die angestrebte Integration der Flüchtlinge nicht so gut vorangetrieben werden könne. Vom Koran und der Rolle der Frauen bis hin zum Ehrenmord: das waren alles drängende Themen, die bei den Teilnehmern diskutiert werden wollten.

Mit Siza Zaby, einer in Armenien geborenen Syrerin, die am Landratsamt Hassberge als Dolmetscherin für sechs Sprachen tätig ist, hatte Ehrenamtskoordinatorin Irmgard Eichelmann eine kompetente Fachfrau gefunden. Im Koran gebe es durchaus Passagen, die als Beweisfür die Überlegenheit der Männer über Frauen gedeutet würden,, erklärte die Syrerin. Eine Sure (Kapitel des Koran) spreche zum Beispiel davon, dass Männer „über den Frauen stehen“. „Das wird so interpretiert, dass die Männer über die Frauen bestimmen dürfen“, betonte Zaby.

Im Alltag mit den Asylsuchenden seien auch tatsächlich Situationen aufgetreten, die das untermauerten, teilten viele Helfer mit. Frauen seien in den Deutschkursen oft diejenigen, die eifriger bei der Sache seien. Dass Männer ihren Frauen verbieten könnten, die Kurse zu besuchen, wurde beklagt. „Das ist leider so durch ihren Glauben geregelt“, erklärte Zaby. Der Mann habe die Versorgungspflicht, die Frau trage die Hauptverantwortung für die Familie und die Kinder.

Zaby berichtete von einem Beispiel aus ihrem Berufsleben: Ein syrischer Familienvater sei freiwillig in seine Heimat zurückgekehrt, als er erkannt habe, dass sich seine Werte hier nicht umsetzen ließen. Doch es gebe auch Familien, die sich bemühten, die westlichen kulturellen Werte zu leben. Das bestätigte auch Salim Boutaieb, der seit 1992 in Deutschland lebt und engagiert versucht, bei den neu ankommenden Asylsuchenden die Integration voranzutreiben. „Integration braucht Zeit“, sagt der Tunesier. „Manche Völker brauchen mehr Zeit, das ist anders als in Deutschland, wo alles getaktet ist.“ Der Kontakt zu den Deutschen sei dabei einfach immens wichtig. „Sprechen, sprechen, sprechen“, das sei das Wichtigste, wenn Integration gelingen solle. Jeder Flüchtling müsse aber uneingeschränkt die kulturellen Werte annehmen, die in Deutschland herrschten. Auch die Gesetze. „Das muss man akzeptieren: Punkt Ende“, brachte es Boutaieb auf den „Punkt“.

Zu Ende war der Fachtag nach den Vorträgen noch lange nicht. In Workshops vertieften die Teilnehmer die von den Referenten skizzierten Themen. Zum Schluss der Veranstaltung wurden bei einem abschließendem Plenum die gewonnenen Erkenntnisse in der Runde vorgestellt. Zum Thema Ausbildung der Asylbewerber informierte Stefanie Gutzeit, Integrationsberaterin bei der IHK München.

Weiter angekündigte Vorträge zum Umgang mit Alltagshetze und interkulturellen Unterschieden mussten auf Grund der Erkrankung der Referenten entfallen. Man bemühe sich, die entgangenen Inhalte später zu vermitteln, betonte Ehrenamtskoordinatorin, Irmgard Eichelmann.

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