Bahn-Umleitungen nach Freising wegen Bauarbeiten

Güterzug-Flut nervt Anlieger

Freising  - „Das ist schon krass!“ Michi Kasper ist als Konzert- und Eventveranstalter wahrlich nicht empfindlich, was Lautstärke angeht. Doch was er und andere Anwohner der Bahngleise in Freising seit einigen Tagen erdulden müssen, das ist sogar für Kasper nur schwer zu ertragen.

Tagsüber, vor allem aber nachts rauschen, besser: donnern vermehrt Güterzüge über die Gleise, rauben, weil das gefühlt alle zehn Minuten so der Fall ist, den Anwohnern den Schlaf. Michael Kasper, der diese Beobachtung auf der Facebook-Seite „Du bist ein echter Freisinger, wenn…“ öffentlich gemacht hat, erliegt dabei keinem subjektiven Gefühl. Denn auch andere Anwohner beispielsweise der Landshuter Straße können seit einigen Tagen kaum mehr schlafen, müssen gerade jetzt, wo der Sommer Einzug gehalten hat, die Fenster ihrer Schlafzimmer geschlossen halten und werden „wahnsinnig“, wie es zum Beispiel Isabella Rauscher beschreibt. Rauscher hat über die Gründe dieser Lärmbelastung von der Deutschen Bahn bisher keine Antwort erhalten. 

Auf Nachfrage des Freisinger Tagblatts bei der DB-Pressestelle in München weiß man dort allerdings ganz genau, um was es geht. Was die Anlieger der Strecke Landshut-Freisinger-München kaum mehr schlafen lässt, ist die Folge der Gleisarbeiten auf der Strecke Regensburg-Nürnberg. Dort werden die Schienen erneuert, schildert es ein Vertreter der Pressestelle, so dass derzeit nur ein Gleis zur Verfügung steht. Eine ganze Reihe von Zügen, besonders Güterzüge, müssen deshalb eben umgeleitet werden. Und das geschieht zum Teil über Landshut und Freising, in anderen Fällen aber auch beispielsweise über Salzburg oder Passau. Wie viele Güterzüge mehr nun durch Freising donnern, könne man so nicht genau sagen, heißt es aus der Pressestelle. Was man aber sagen kann, ist, dass diese Situation noch bis 12. September anhalten wird. Dann soll die Gleiserneuerung zwischen Regensburg und Nürnberg abgeschlossen sein, dann werden die Züge wieder normal verkehren.

 Dass die Lärmbelastung auch deshalb besonders groß sei, weil Güterzüge besonders lang und besonders laut seien, kann und will man in der Pressestelle der Deutschen Bahn gar nicht leugnen. Aber eine Verbesserung der Infrastruktur und des Schienennetzes habe eben leider meist vorübergehend negative Auswirkungen an anderer Stelle. Immerhin: Ein Gutes hat die Sache. Michi Kasper hat sich eine neue, stärkere und lautere Stereoanlage zugelegt. Und die wird länger halten als die Lärmbelästigung andauert.

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