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Grund zum Feiern gab es vor und im Bürgerturm.

Feiern rund um den Bürgerturm

666 Jahre alt - und quicklebendig

Freising - Gleich zwei Anlässe zum Feiern gibt es heuer am Unteren Graben 25: Der Bürgerturm wird 666 Jahre alt und die Interessengemeinschaft Bürgerturm feiert ihren 20. Geburtstag. Beide Ereignisse würdigt die neue Ausstellung im Grabenmuseum.

Wir schreiben das Jahr 1350. Freising wird noch sicherer, im Norden wird ein Wehr- und Wachturm errichtet, der die Freisinger Stadtbefestigung ergänzt. 666 Jahre ist das also her – „eine Schnapszahl“, die laut Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher bei der Ausstellungseröffnung im Bürgerturm am Samstag selbstverständlich ein Anlass zu Feiern war. Dass man diesen Geburtstag überhaupt feiern kann, das hat man der Interessengemeinschaft Bürgerturm zu verdanken, die sich vor 20 Jahren gegründet hat und dem Turm, einem der letzten Überreste der früheren Freisinger Stadtmauer, wieder Leben eingehaucht hat. Denn, und auch daran erinnerte der Oberbürgermeister am Samstag in seiner Rede: Die Bürger hätten es so geschafft, „eine öffentliche Institution“ zu erhalten, schließlich habe vor gut 20 Jahren ja auch die Privatisierung des Gebäudes im Raum gestanden. Das, so das Stadtoberhaupt, sei wahres bürgerschaftliches Engagement und eine „großartige Leistung“. Dafür hat die Interessengemeinschaft ja auch den Anerkennungspreis des Landkreises 2005 erhalten. Was das heutige Grabenmuseum schon alles erlebt hat, das zeigt die neue Ausstellung im Bürgerturm: Schlauchturm für die Feuerwehr war er schon, auch als Jugendtreff hat er eine Zeitlang gedient, und in seiner Zeit als Wachturm war auch eine Arrestzelle untergebracht. „Wer da schon alles eingesperrt war, . . .“, wunderte sich der OB. Weil der Bürgerturm eben auch Teil der alten Befestigungsanlage von Freising war, schildert die Ausstellung auch das Schicksal der Freisinger Stadttore – und zwar in Text und Bild. Und eine Schautafel ist auch der Neugestaltung der Innenstadt gewidmet und zeigt auf, wie der Verlauf der Stadtmauer und der Standort der Stadttore integriert werden wird. Der andere Teil der Ausstellung ist der IG und ihrem Wirken gewidmet: Zahllose Zeitungsausschnitte dokumentieren den Weg hin zur Gründung der Interessengemeinschaft, die Befunddokumentation des Denkmals wird dargestellt und die inzwischen 15 Jahresausstellungen zu „Freising – einst und jetzt“ werden in Erinnerung gerufen. Angesichts dessen, was da gezeigt wird und zusammengetragen wurde, nahm sich der Satz von IG-Vorsitzendem Martin Maier doch sehr bescheiden aus: „Wir haben uns redlich bemüht, eine schöne Ausstellung zu zeigen.“ Geöffnet ist die Ausstellung, die bis zum Spätherbst zu sehen ist, immer samstags zwischen 14 und 17 Uhr.

Andreas Beschorner

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