Landrat spricht über den geplanten Baustopp der Regierung

Hauner: "Es bleibt eine Ungewissheit, wie es weitergeht"

Freising – Die Regierung von Oberbayern will den Bau von weiteren Asylbewerberunterkünften stoppen. Alle Projekte, die noch in der Planungsphase sind, sollen einer Bewertung unterzogen werden, ob sie noch benötigt werden. Landrat Josef Hauner spricht im FT-Interview über diese Entscheidung.

Herr Hauner, wie schätzen Sie diese Maßnahme der Regierung von Oberbayern ein?

Dazu muss man sagen, dass wir pro Unterkunft einen Vorlauf von einem halben bis zu einem dreiviertel Jahr haben. Das heißt, wir sollen jetzt entscheiden, wie es im Herbst oder Winter aussehen soll. Da wird jede Entscheidung kritisiert werden. Im vergangenen Jahr war es um diese Zeit auch recht ruhig – und im Sommer ging es dann richtig los. Andererseits sind wir natürlich froh, dass die Zahlen momentan rückläufig sind. Das ist schon eine Entlastung.

Wie sieht es im Landkreis aus? Stehen dadurch Projekte auf der Kippe?

Alle Baumaßnahmen, die aktuell laufen – zum Beispiel die Notunterkunft im ehemaligen Praktiker –, werden wie geplant abgeschlossen. Bisher haben wir von der Regierung auch nichts anderes gehört.

Das gilt auch für Langenbach und Zolling?

Da gibt es langfristige Verträge. In Langenbach geht es jetzt los. Gerade wurden die Turnhallen in Eching und in Freising an der Wippenhauser Straße wieder komplett geräumt. Die jungen Leute aus Freising kommen nach Au, die Bewohner aus Eching werden verteilt, unter anderem nach Langenbach.

Besteht die Gefahr, auf gewissen Vorleistungen sitzen zu bleiben?

Nein, ich unterschreibe ja alle Mietverträge im Auftrag des Freistaats. Und andere Leistungen sind dem Landkreis bisher immer zeitnah ersetzt worden.

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Wir werden jede weitere Maßnahme mit der Regierung besprechen. Ich werde aber jetzt natürlich nichts ohne Zustimmung unterschreiben. Wir werden auch die Gemeinden jetzt nicht dazu veranlassen, irgendwas zu bauen, ohne dass wir dafür fixe Zusagen haben.

Kann man ein Fazit ziehen?

Einerseits ist es eine Erleichterung, wenn man den jetzigen Zustand betrachtet. Andererseits bleibt natürlich eine Ungewissheit, wie es weitergeht. Wir wissen nicht, wie sich die Situation entwickelt, sollen aber jetzt den Bedarf vorausplanen. Wichtig ist, dass die Zuwanderungszahlen gegenüber 2015 begrenzt werden, und alles geordnet abläuft.

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