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Mehrere hundert Freisinger hatten sich wieder am Lichterzeichen-Schweigemarsch beteiligt.

Lichterzeichen am Marienplatz

Unaufhörlicher Einsatz „für Recht und Vernunft“

Man versammelte sich unter der Mariensäule. Doch als Patron für die Lichterzeichen-Schweigemärsche taugt auch der Stadtpatron, der Heilige Korbinian. Beim Schweigemarsch in Freising nahmen sowohl Pfarrerin Dorothee Löser bei der Aussendung als auch Monsignore Rainer Boeck zum Abschluss des Gangs durch durch die Innenstadt Bezug auf den Wanderbischof aus Arpajon.

Auch der sei ob der Widrigkeiten und der Verunsicherung „müde und mürbe gemacht“ worden. Doch auch Korbinian habe sich doch durchgekämpft, habe den Mächtigen die Stirn geboten – und sei ja schließlich auch erfolgreich gewesen. Vor einer Woche, so erinnerte Boeck, sei Korbinian „ja leibhaft hier am Marienplatz in dem grandiosen Musical aufgetreten“. Auch wenn der „Musical-Korbinian“ mehr Robin Hood als einem Mönch und Wanderbischof geglichen habe, stecke laut Löser in Korbinian „tatsächlich ein gutes Stück Robin Hood“. Ohne Speer und Pfeil, aber mit der Waffe seiner geschliffenen Rede habe er, so Boeck, „in immer neuen Anläufen für Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit gekämpft“. 

Die Folgerung Boecks war klar: „Korbinian ist ein guter Patron von Lichterzeichen, von allen, die sich für die Bewahrung der Schöpfung und gegen den Bau der dritten Startbahn einsetzen.“ Freilich: Korbinian sei wegen des Widerstands, dem er ausgesetzt war, vor seiner Aufgabe nach Rom geflohen, um dem Papst die Last seiner Verantwortung vor die Füße zu werfen. Der aber habe Korbinian wieder in die Wälder von Freising zurückgeschickt. Korbinian habe gehorcht und weiter für Glauben und Moral gekämpft, sei also besonders dann „unser Patron, wenn wir müde werden und resignieren wollen“. Die Parallelen, die Boeck zog, waren klar: „Die von der geplanten dritten Startbahn Betroffenen müssen nun schon über Jahre und Jahrzehnte mit solcher Unsicherheit leben.“ Und in den letzten Monaten sei es noch dazu ein Wechselbad der Gefühle gewesen: „Da schien es feste Zusagen zu geben, die uns so optimistisch gemacht haben. Dann die Setzung von Terminen, an denen endlich die Entscheidung fallen sollte. Deren Verschiebung und Wiederverschiebung und Wiederverschiebung. Ortsbesichtigungen und Besprechungen“, schilderte der Monsignore. 

Und jetzt? „Soll es nun einen neuen Entscheid durch die Bürger geben oder doch nicht? Und durch welche? Die Münchner oder bayernweit?“ Wer fange diese Verunsicherung also auf, fragte Boeck. Antwort: Im Musical habe die Sicherheit Korbinians von der Gunst dreier Schicksalsgöttinnen abgehangen. „Wir von Lichterzeichen sehen unsere Zukunft mit oder ohne Startbahn nicht in den Händen eines blinden Schicksals oder in den Händen der Mächtigen.“ Nein: „Wir vertrauen und wir hören nicht auf zu beten und zu Gott zu flehen, dass sich Recht und Vernunft ihren Weg bahnen.“

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