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Unkonventioneller Metzgermeister aus Freising: Steffen Schütze fällt immer wieder durch kuriose Ideen auf.

Kuriose Werbekampagne geht viral

Freisinger Metzger wird Social-Media-Star: Anruf beim "coolsten Fleischer Deutschlands"

Freising - Für Aufsehen hat Metzgermeister Steffen Schütze aus Freising schon öfter gesorgt: Erst sein Grillautomat, dann der Weißwurstburger - und jetzt feiert ihn das halbe Internet für eine Stellenanzeige. Wir haben mit dem frischgebackenen Social-Media-Star gesprochen.

Vor seinem Laden gibt es 24 Stunden am Tag frisches Grillfleisch aus dem Automaten, über der Theke läuft selbstproduziertes Kochfernsehen - und gegen Mittag verlangen die Kunden nach seiner berühmten Erfindung, dem Weißwurstburger. Steffen Schütze, 35, Inhaber der Freisinger Metzgerei Hack, liebt das Unkonventionelle. Doch weil ihm die Kunden deshalb immer mehr den Laden einrennen, hat Schütze ein Problem: Ihm geht das Personal aus. Also wurde der Metzgermeister wieder kreativ - und hat es mit seinen Stellenanzeigen innerhalb kurzer Zeit deutschlandweit zu Social-Media-Ruhm gebracht. Wir haben Schütze in der Metzgerei angerufen.

Freisinger Tagblatt: Herr Schütze, Glückwunsch! In den sozialen Medien wird ihre Kampagne gefeiert. Einen größeren Ritterschlag gibt es kaum, oder?

Steffen Schütze: Ja, das stimmt. Aber ich konnte das alles noch gar nicht so sacken lassen, ich hab' gerade viel um die Ohren im Laden. Dass die Leute die Anzeige mit dem Mett-Igel wie wild teilen, hab' ich aber schon mitbekommen.

FT: Der Facebook-Blog "Schlecky Silberstein" mit immerhin 110.000 Followern hat Sie wegen Ihrer witzigen Anzeigenkampagne zum "coolsten Fleischer Deutschlands" ernannt. Bis Donnerstagnachmittag wurde Ihr Beitrag schon 540 Mal geteilt. Immer mehr Seiten springen auf. Ziel erreicht?

Schütze: Medientechnisch ja - aber ich habe immer noch keine Bewerbung auf dem Tisch liegen. Gut, vielleicht war ich auch vom Zeitpunkt her ein bisschen spät dran, die meisten Schulabgänger haben wohl schon ihre Ausbildung in der Tasche. 

FT: Abgesehen von witzigen Sprüchen ist Ihr Anzeigen-Text ja auch noch recht lukrativ für die künftigen Metzgereifachverkäufer: Sie versprechen ein iPhone samt Flatrate während der gesamten Lehrzeit und jährlich 400 Euro frei verfügbares Fortbildungsbudget. Ist der Fachkräftemangel wirklich so brutal?

Schütze: Ja. Leider hat der Beruf ein schlechtes Image, was sehr schade ist. Dabei möchte doch jeder gutes Fleisch essen und ordentlich bedient werden. Bei uns erwartet die Bewerber ein super Team, jeder macht alles. Wir sind alle per Du, es gibt keine große Hierarchie - und abends nehm' ich schon mal selbst den Besen in die Hand. 

FT: Wie sind Sie auf die Social-Media-Kampagne gekommen?

Schütze: Das war eine gemeinsame Idee von meinem Spezl Michi Kasper und mir. Es gibt ja viele, die auf konventionellen Wegen Werbung betreiben und dann immer rumjammern, wenn nichts rauskommt. Ich wollte einen anderen Weg gehen. 

FT: Der Mett-Igel war nicht alles. Auf einem Foto sind zwei Mädchen mit Brille und Buch zu sehen, darüber der Slogan: "Wir nehmen auch Abiturienten. Keine Diskriminierung bei der Metzgerei Hack!" Auf einem anderen Bild steht eine Ballerina im rosa Kleid mit Beil hinter der Wursttheke, der Spruch dazu heißt: "Wer will schon Prinzessin werden?" Sie veröffentlichen alle paar Tage einen neuen Gag, mancher ist provokant. Finden das alle lustig?

Schütze: Nein, die Veganer-Fraktion verpasst meiner Facebook-Seite seit Tagen schlechte Bewertungen und drückt meine schwer erarbeiteten Sterne nach unten. Aber ich sehe das sportlich, sowas kennt man ja als Metzger. Mittlerweile haben schon mehrere Zeitungen angerufen und auch das Fernsehen hat mich kontaktiert. Die finden das alle super.

FT: Glauben Sie, dass Ihnen der Rummel in den sozialen Medien auch mehr Kundschaft beschert?

Schütze: Das wär schön. Aber ich brauch' halt erst das nötige Personal. Wir haben echt viel zu tun, der Laden wächst und wächst. Wir haben vor acht Jahren mit vier Leuten angefangen, jetzt sind wir mit Koch und Putzfrau zu 18.

FT: Dann lassen wir Sie mal weiterarbeiten.

Schütze: (lacht) Danke, das muss ich jetzt auch wieder.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version dieses Artikels war von einem Twitter-Post von Harald Schmidt die Rede. Leider handelte es sich dabei nicht um den bekannten Late-Night-Talker, sondern um ein Fake-Profil.

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