Bis auf den letzten Platz besetzt war der Große Sitzungssaal. Das Großprojekt treibt die Freisinger um.

Einwände können noch bis 13. Mai eingereicht werden

Infoveranstaltung zu Transgourmet: Die Skepsis bei den Gegnern bleibt

Freising - Die Frist läuft: Noch bis zum 13. Mai können die Gegner der Transgourmet-Ansiedlung ihre Einwände vortragen. Welche das sein werden und dass es nicht wenige sein werden, das ließ eine Infoveranstaltung der Stadt zu dem umstrittenen Projekt vermuten.

„A geh, des glabst ja selber ned!“ Solche Unmutsäußerungen waren eher selten, als am Dienstagabend die Stadt ins Rathaus geladen hatte, um über das zu informieren, was da in den Clemensängern auf die Lerchenfelder zukommen könnte. Die Stadtspitze war angetreten, Planer und Gutachter ebenfalls, dazu Vertreter von Transgourmet, um rund 130 Zuhörer mit Daten zu versorgen und Fragen zu beantworten. Bis zum 13. Mai, so betonten OB Tobias Eschenbacher und Stadtdirektor Gerhard Koch, laufe die Frist, in der die Betroffenen erstmals ihre Einwände gegen die Bebauungsplanänderung vorbringen könnten, mit der man der Transgourmet die Ansiedlung ermöglichen könne.

Was die Planer und Gutachter an Fakten, Ergebnissen und Prognosen darlegten, war den Anwesenden – zum größten Teil Gegner des Projekts und Mitglieder der BI „TransgouNEE“ – bereits bekannt: 277 Meter lang, 91 Meter breit und 16,25 Meter hoch wäre der Komplex, 300 Mitarbeiter sollen in der Endausbaustufe hier beschäftigt sein. Und weiter: Im Jahre 2030 wäre die Verkehrsbelastung auf den umliegenden Straßen mit der Ansiedlung von Trangourmet geringer als wäre bis dahin das Areal in den Clemensängern mit kleinteiligem Gewerbe besiedelt.

"Sie werden wegen der A 92 keine Chance haben, die Kühlaggregate zu hören"

Das gelte dann auch für die Luftverschmutzung, die aber so oder so unter den zulässigen Grenzwerten liege. Übrigens auch die Lärmwerte: In der Nacht würde der an der Carl-Orff-Siedlung gemessene Dauerschallpegel bei 34 dB(A) liegen (zulässig wären 38), tagsüber bei maximal 38 dB(A) (zulässig wären 55). Die Angst der Anwohner vor lärmendem Lkw-Verkehr und dröhnenden Kühlaggregaten, versuchte der Lärmgutachter zu nehmen: „Sie werden wegen der A 92 keine Chance haben, die Kühlaggregate zu hören.“ Und: „Ein Lkw dort hat 700 Meter Abstand zur Siedlung. Der regt Sie nicht auf.“ Freilich: Die Gegner des Betriebs trauen dem Frieden nicht so recht.

Und auch das, was Transgourmet-Prokurist Christoph Nörtershäuser über das Unternehmen erzählte – guter Arbeitgeber, ökologisch ausgerichtet, gesellschaftlich engagiert –, brach den Widerstand nicht. Dass die 250 Lkw-Bewegungen pro Tag bis auf einen Laster, der in Freising Deula, Kardinal-Döpfner-Haus & Co. wie bisher auch beliefere, ausschließlich über die Autobahn fahren – das alles hörte man wohl, die Skepsis aber blieb. Und auch die Botschaft „Wir sind kein Logistiker, sondern ein Großhandelsunternehmen“ verfing bei den Projektgegnern nicht.

Die betonten, dass man – anders als bei einer allmählichen Vermarktung der Flächen – mit der Transgourmet-Ansiedlung den Verkehr auf einen Schlag und sofort habe; die mahnten, dass man jetzt einmalig durch den Grundstücksverkauf zwar Geld einnehme, das aber doch schon längst verplant sei; die bezweifelten die Richtigkeit der Prognosen; die kritisierten die Massivität des Baus, sahen darin den „Gnadenschuss“ für Freising, weil man, sollte Transgourmet genehmigt werden, dann „in Freising alles machen kann“.

"OB Eschenbacher: Wenn das städtebaulich eine Perle wäre, hätten wir diese Diskussion nicht"

OB Eschenbacher gab zu: „Wenn das städtebaulich eine Perle wäre, hätten wir diese Diskussion nicht.“ Aber man könne eben für Projekte wie Innenstadtumbau, Asamsanierung oder Schulbauten nicht nur immer Geld ausgeben, „man muss zwischendurch auch Dinge machen, die Geld einbringen“. Die Frage, wie viel Gewerbesteuer Transgourmet der Stadt einbringe, konnte allerdings niemand beantworten.

Entscheidend für die Wahl des neuen Standorts, so betonte das Unternehmen, sei nicht der Flughafen, denn der Luftfrachtanteil liege bei null Prozent. Entscheidend sei die Nähe zu München, wohin man 60 Prozent der Waren liefere.

Und deshalb sei es Transgourmet auch egal, ob die dritte Startbahn gebaut werde oder nicht, betonte Nörtershäuser auf eine entsprechende Frage eines Zuhörers.

Daten und Fakten zum Transgourmet-Projekt

Für Informationen rund um das Projekt, klicken Sie hier.

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