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Zum CD-Release von Blind Ego

Interview mit Kalle Wallner: "Es ist nie alles Schwarz oder Weiß"

Freising - Viele haben schon fast vergessen, dass Kalle Wallner neben RPWL auch noch ein Soloprojekt hat: Blind Ego. Kein Wunder – war es doch seit dem letzten Album 2009 recht ruhig geworden. Jetzt ist er wieder da – und schlägt mit dem Album „Liquid“ rockige Töne an.

Warum hat das dritte Album nach 2007 und 2009 so lange auf sich warten lassen?

Es war einfach so viel los. Wir haben ein eigenes Label gegründet, mit dem wir mittlerweile schon über 50 Veröffentlichungen haben. Wenn man, wie ich in dem Fall, alles alleine schreibt, braucht man Ruhe und Muse – und die hatte ich einfach in der Zeit zu selten.

Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben – jetzt ist ein Werk entstanden, das sich sehr von der Band RPWL unterscheidet.

Das stimmt. Ich sehe „Blind Ego“ als Spielwiese, als Möglichkeit, Dinge auszuprobieren. Ich bin ein Kind der 80er Jahre und mit Heavy Metal aufgewachsen. In der Hinsicht ist eigentlich für mich persönlich RPWL die Ausnahme (lacht). Bei „Blind Ego“ schlage ich gerne härtere Töne an.

Haben Sie sich auch persönlich verändert – gerade in dieser langen Zeit? Oder ist die Herangehensweise immer noch dieselbe?

Das läuft relativ gleich ab, wenn ich im Studio sitze und die Demos produziere. Da denke ich nicht großartig nach, sondern lasse mich einfach treiben. Klar, nicht jede Idee kommt zum Abschluss – aber irgendwann fällt mir dann auf, dass ich schon ein, zwei besondere Songs fertig habe. Und dann steht die Basis.

Ist es für die Kreativität besser, sich einfach treiben zu lassen, in die Routine zu kommen?

So ein Album zu produzieren, ist eigentlich zweigeteilt. Da gibt es zum einen den künstlerischen Bereich, der das ganze Kreative abdeckt. Der Teil ist eigentlich vorbei, wenn die Demos fertig sind. Ab dann kommt der handwerkliche Bereich dazu, Korrekturen an Musik und Text, Abmischen, und so weiter. Aber auch da kann es durchaus passieren, dass noch Geistesblitze kommen – auch von denen, die mir viel helfen und geholfen haben. Ein Beispiel: Der Dominik Aigner hat mir die Texte korrigiert – und zu einem Song noch zwei Strophen dazugeschrieben. So etwas will man dann auf keinen Fall verlieren – und plötzlich wird ein Lied nochmal um ein gutes Stück länger als geplant.

Auf dem Album geht es in Sachen Stimmung Auf und Ab – ist das das Prinzip „Liquid“ (engl. für flüssig)?

Es geht auf der Platte darum, dass nie alles Schwarz oder Weiß ist, dass viel Grauzone existiert. Das kann man auf fast alle Lebenssituationen anwenden. Entsprechend ist die Musik auf der Platte.

Video: Die erste Single Blackened

Wie würden Sie die CD dann beschreiben?

Ich würde sagen, es ist eine relativ erwachsene Rock-Platte (lacht). Ich bin ja ein Album-Hörer. Es hilft mir nicht, wenn man die komplette Energie in den ersten Song packt und danach nichts mehr kommt. Ein durchgehender Faden ist wichtig, das schließt Auf und Abs aber nicht aus.

Nach drei Alben ist natürlich schon viel gesagt – wie viel hat Kalle Wallner uns noch zu erzählen?

Die CD erscheint am Freitag, 21. Oktober. Im Rahmen des RPWL-Konzerts im Lindenkeller (21. Oktober, 20 Uhr), findet auch eine Mini-Release-Party mit Blind Ego statt. Kalle Wallner wird einige Songs der neuen Platte präsentieren.

(lacht) Es kann sein, dass es das jetzt war. Nein, ehrlich: Für mich ist Musik etwas, um emotionale Momente zu verarbeiten. Das heißt nicht, dass es autobiographisch ist, sondern einfach nur spezielle Themen behandelt. Ich hoffe aber nicht, dass es das schon war – und sieben Jahre möchte ich für die nächste Scheibe nicht noch einmal brauchen.

Wie geht es bei Ihnen jetzt weiter?

Ich habe im Januar eine kleine Tour geplant, ein paar tolle Gigs auf verschiedenen Bühnen in Europa – unter anderen auch in Freising am 18. Januar. Ich möchte das Projekt „Blind Ego“ bei den Leuten einfach wieder ins Gedächtnis rufen – und im besten Fall natürlich neue Fans dazugewinnen.

Wie läuft das bisher?

Die ganze Promotion hat gerade erst begonnen. Wir haben ein aufwändiges Video für die erste Single „Blackened“ gedreht, es freut mich, wie toll das geworden ist. Wir veröffentlichen das Album zum Beispiel auch in den USA und Japan.

Geht das alles so leicht?

Da profitiere ich von der Infrastruktur, die wir mit unserem Label „Gentle Art of Music“ geschaffen haben. Wir sitzen zwar in Attaching, sind aber trotzdem in der ganzen Welt unterwegs.

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