Abfallwirtschaft

Beim Papiersammeln wird nachgebessert

Landkreis - Papier-Iglus gibt’s im Landkreis nicht mehr. Nur noch sogenannte Umleerer. Davon aber viel weniger. Zu wenige, wie manche Landkreisbürger finden. Im Landratsamt will man jetzt nachbessern.

8750 Tonnen Papier haben die Landkreisbürger im Jahr 1999 abgegeben. Doch seit einigen Jahren sind die Zahlen rückläufig. Gerade noch 4760 Tonnen waren es im vergangenen Jahr. Die Folge: Der Landkreis fuhr jährlich ein Minus von über 100.000 Euro ein. 

Weil das so nicht mehr weiterging und man ja schließlich „das Geld der Bürger verwaltet“, wie Landrat Josef Hauner betonte, haben die Kreisräte vor knapp einem Jahr eine Umstellung beschlossen: Die meisten der kleinen blauen Papier-Iglus wurden eingezogen, stattdessen 19 größere Umleer-Container im Landkreis aufgestellt (drei in Eching, zehn in Freising, zwei in Moosburg und vier in Neufahrn). Stattdessen können sich die Landkreisbürger die 240-Liter-Papiertonne mit dem grünen Deckel kostenlos in die Einfahrt stellen und dort ihr Altpapier entsorgen. 

Trotzdem mehrten sich in jüngster Zeit die kritischen Stimmen. Vor allem in Moosburg, im Norden von Freising und in dicht besiedelten Gebieten wurde Unmut laut. 

Nun hat Johannes Hofmann, im Landratsamt zuständig für die Abfallwirtschaft, am Donnerstag im Planungsausschuss einen Zwischenbericht zur Umstellung der Papiersammlung gegeben. Dabei, so erklärte Hofmann, sei man gerade dabei, in der Stadt Freising vor allem im Norden einen Standort für einen weiteren, sieben Kubikmeter fassenden Umleer-Container zu finden. Und man sei sich bewusst, dass auch in Moosburg weitere Standorte zweckmäßig wären. Denn auch SPD-Kreisrat Anton Neumaier aus Moosburg hatte klar gemacht: „In Moosburg nur noch zwei Standorte – so geht’s natürlich nicht!“ 

Das Problem bei der Standortsuche: Anders als bei den kleinen Papier-Iglus benötigt der Lkw für das Ausladen der großen Container Platz. Viel Platz, muss er doch rückwärts an die Container heranfahren können. Und solche Orte zu finden, sei eben gar nicht so leicht. Für den Norden der Stadt Freising, wo es solch einen Container derzeit gar nicht gebe, habe man schon einen Standort im Visier, kündigte Hofmann an. Und überhaupt arbeite man an der Optimierung des Systems. 

Und weil man schon beim Abfall war, legte Hofmann den Kreisräten auch gleich noch den jährlichen Bericht zur Abfallwirtschaft im Landkreis Freising vor – dieses Mal zum Jahr 2015: Was an Restmüll im Landkreis produziert wird, ist seit Jahren konstant. 2015 waren es 31.891 Tonnen (2014: 31.899), Biomüll, Wertstoffe und Verpackungen gingen zurück. Und wie schon 2014 verzeichnete der Landkreis auch 2015 ein Minus: Einnahmen (vor allem Gebühren) hatte man in Höhe von 11,13 Millionen Euro, Ausgaben hingegen 11,44 Millionen Euro. Deshalb waren 2015 auch die Müllgebühren leicht angehoben worden. 

Mit rechnerisch 146,5 Kilogramm Hausmüll, den 2015 jeder Einwohner erzeugt hat, lag der Landkreis leicht über dem bayerischen Durchschnitt (144,8 Kilo), aber weit unter dem oberbayerischen Durchschnitt (162,2 Kilo).

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