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Nur, wenn sich jeder an die Regeln hält, macht das Maibaumaufstellen (wie hier in Niederhummel) Spaß – und man kann sich in Ruhe auf den Festakt vorbereiten.

Zeit der Maibäume

Stehlen nach Regeln

Landkreis - Was darf man, was darf man nicht? Die Zeit der Maibäume rückt näher – und viele Vereine halten schon jetzt mit Argusaugen Ausschau nach unbewachten Traditionsstangerln. Dabei gilt es aber Regeln zu beachten.

Der April 2015 war ein düsteres Kapitel für die Langenbacher Vereine – die Burschen aus Thonstetten und Appersdorf haben ihnen den Maibaum gestohlen. Weil er beim Abtransport beschädigt wurde, wollten ihn die Langenbacher nicht mehr zurücknehmen –und aus dem Stangerl wurde ein Schandbaum.

Zu einem Kleinkrieg zwischen Vereinen soll es im Landkreis natürlich nicht noch einmal kommen – deshalb gilt es, verschiedene Regeln zu beachten.

Erst im Ort klauen!

„Der häufigste Fehler ist, wenn der Baum im Wald oder an einem Ort außerhalb des Dorfes gestohlen wird“, sagt Florian Höfinger, Vorsitzender des Burschenvereins Zolling. Denn: Erst, wenn der Baum im Ort ist, gilt er als Maibaum. Und ab dann können die langen Finger zuschlagen. Übrigens: Auch wenn der Wald sich innerorts befindet – Finger weg!

Nicht beschädigen!

Eine der Grundregeln ist auch, den Maibaum nicht zu beschädigen. Diesen Trumpf hätten die Langenbacher im vergangenen Jahr auf ihrer Seite gehabt. Zersägen ist sowieso tabu.

Gewaltfrei bleiben!

Auf gar keinen Fall darf der Baum mit Gewalt entwendet werden. Sobald ein Maibaumhüter die Hand auf dem Baum hat, dürfen die Diebe ihn nicht mehr stehlen. Frei nach dem Motto: „Der Baum bleibt do!“ Und so ist es dann auch.

Erwischt!

Werden die Diebe noch innerhalb des Orts mit dem Baum erwischt – dann haben sie Pech gehabt. Die Beute muss dann kampflos zurückgegeben werden.

Zurückstehlen?

Die Königsdisziplin. Wurde einem der Baum gestohlen, darf man ihn sich natürlich wieder holen. Dabei gelten aber die selben Regeln wie für alle anderen.

Verhandlungen

Überzogene Forderungen dürfen nicht gestellt werden. Scheitern die Verhandlungen, wird das Diebesgut als Schandbaum aufgestellt. Der Tradition nach wird er nach einigen Wochen zersägt und versteigert. Hat man allerdings erfolgreich verhandelt, so helfen Diebe und Bestohlene zusammen. Der Zwist ist beigelegt – und im folgenden Jahr startet die Hatz erneut.

Nicht daheim stehlen

Der eigene Ort ist selbstverständlich tabu. Im Dorf muss man zusammenhalten. Da gehört es sich nicht, wenn man voneinander stiehlt.

Tipps zum Schutz

„Maibaumwache rund um die Uhr“, sagt Höfinger und lacht dabei. Natürlich geht das nicht immer – so lange bekommt niemand frei. Denn: Oftmals ist man schon Monate zuvor mit dem Baum beschäftigt – aber im Wald. „Und deshalb ist die Regel, dass er erst im Ort freigegeben ist, so wichtig.“

In Ebersberg gab es einen riesigen Streit, ob der Baum auch tagsüber gestohlen werden dürfe. Höfinger meint: Ja. Von einer anderen Regel habe er noch nichts gehört. Auf diversen Brauchtumsseiten im Internet findet man auch den Spruch: „Nachts wacht der Verein, und tagsüber das ganze Dorf.“ Ansonsten müsse man die Schichten einfach gut einteilen, genügend Freiwillige haben und vor allem: wach bleiben. Denn wer schläft und den Diebstahl verpasst – der hat im Verein in Zukunft wohl eher schlechte Karten. Und darf sich gleich einen Platz neben dem Schandbaum suchen.

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