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Er war von 2010 bis Anfang 2016 Chef des Döpfner-Hauses. Dann begann der Abschied auf Raten: Jetzt geht Monsignore Rainer Boeck als Asylbeauftragter ans Ordinariat.

Neue Aufgabe

Paukenschlag am Freisinger Domberg: Monsignore Rainer Boeck geht

Freising - Diese Nachricht erschütterte am Donnerstag den Domberg: Monsignore Rainer Boeck verläst Freising und den mons doctus. Der 63-Jährige erhält eine neue Aufgabe.

Selbst für die obere Freisinger Kirchenebene und deren Repräsentanten, Weihbischof Bernhard Haßlberger, war die Nachricht vom Weggang Boecks ein Novum: „Ich weiß davon nichts.“ Allerdings habe Boeck versucht, ihn telefonisch zu erreichen. „Jetzt kann ich mir vorstellen, warum er mich angerufen hat“, meinte Haßlberger am Donnerstag.

Für Insider der Freisinger Kirchenszene hatte sich der Wechsel Monsignore Rainer Boecks, der am Donnerstag am Domberg im kleinsten Kreise bereits verabschiedet wurde, nach München längst abgezeichnet. Und zwar seit jenem Tag im April, als die Chefetage des Bildungszentrums Kardinal-Döpfner-Haus (KDH) am Domberg zweigeteilt worden war: Claudia Pfrang (50) kümmert sich seither als neue Direktorin einer „Stiftung Bildungszentrum“ um Planung, Organisation und Durchführung des Bildungsprogramms im KDH. Rainer Boeck (seit 2010 einziger Chef des KDH), durfte fürderhin nur noch den Tagungsbetrieb managen – und als Rektor die Domkirche.

Damit ist jetzt Schluss: Er wird neuer Chef – und zwar ab 15. September. Ab da ist der Monsignore, der auch schon von 1988 bis 2010 als Regens dem Münchner Priesterseminar vorstand, neuer „Diözesanbeauftragter für Flucht, Asyl und Integration“. Er übernimmt diese Aufgabe laut Pressestelle Ordinariat „von Ordinariatsdirektorin Elke Hümmeler, die die Funktion bislang neben der Leitung des Ressorts Caritas und Beratung zusätzlich inne hatte und in deren Ressort der neue Diözesanbeauftragte „verortet“ sein wird.

Peter Lederer übernimmt das Ruder

Bis zur Entscheidung über den Nachfolger Boecks als Domrektor übernimmt dessen Aufgabe der Stadtpfarrer von St. Georg, Monsignore Peter Lederer. Die offizielle Verabschiedung Rainer Boecks soll im Herbst stattfinden. Der KDH-Tagungsbetrieb wird übrigens künftig, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, vom Ordinariat mitverwaltet.

Monsignore Rainer Boeck sei für die Flüchtlings- und Asylproblematik „der geeignete Mann“ hieß es aus der Pressestelle. Denn seit seiner Zeit als Diözesan- und Landespräses des Kolpingwerks (2000 bis 2010) war er auch mit Fragen von Flucht, Asyl und Integration vertraut. 

Es wartet viel Arbeit auf ihn auf dem neuen Posten: Künftig wird er für die Kooperation der Erzdiözese in diesem Bereich mit Pfarreien und kirchlichen Verbänden zuständig sein, und als Diözesanbeauftragter unter anderem auch Workshops und Fachtage dazu organisieren. Er koordiniert die Kooperation eines entsprechenden Forschungsprojekts an der Katholischen Uni Eichstätt-Ingolstadt und wird neue Projekte anstoßen. Boeck wird auch verantwortlich sein für das bereits bestehende Förderprojekt der Erzdiözese, „Fremde annehmen – Flüchtlinge in der Erzdiözese München und Freising begleiten und unterstützen“, oder auch für die Planung von spirituellen Angeboten in seinem Arbeitsbereich.

Als neuer Diözesanbeauftragter übernimmt der Monsignore auch die Aufgaben von Elke Hümmeler im Arbeitsstab des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz und ist zuständig für das geplante Zentrum für Flucht, Asyl und Integration der Erzdiözese in München.

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