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In sein Museum kommt er immerhin noch rein: Eike Berg, Leiter des Europäischen Künstlerhauses im Schafhof, wurde von einem der Gastronomen darum gebeten, „das Café nicht mehr zu besuchen“.

Es eskaliert

Streit im Schafhof: Museumsleiter soll Museumscafé fernbleiben

Freising - Seit Monaten spitzt sich der Streit zwischen dem Museumsleiter im Freisinger Schafhof und den drei Pächtern des dortigen Cafés zu. Jetzt stehen die Zeichen auf Eskalation. Denn einer der drei Gastronomen hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden.

Die E-Mail wurde am Montag um 12.51 Uhr abgeschickt. Sie umfasst nur ein paar Zeilen, doch die bergen größtmöglichen Sprengstoff. Geschrieben hat sie Mathias Franck, einer der drei Pächter des Cafés im Schafhof. Der Adressat ist Eike Berg, Leiter des Europäischen Künstlerhauses. Zwischen beiden Seiten herrscht seit vielen Monaten dicke Luft. In Francks Schriftstück, das dem FT vorliegt, heißt es in Richtung Berg: „Ich hatte Dich in der Vergangenheit sowohl schriftlich als auch persönlich gebeten, Dinge, die meine Person betreffen, persönlich mit mir zu klären – allerdings ist mittlerweile ein Niveau erreicht, welches mein Handeln erfordert. Da ich Dein intrigantes, geschäftsschädigendes Verhalten nicht akzeptiere und ein gesundes Betriebsklima aufrechterhalten möchte, bitte ich Dich, das Café im Schafhof nicht mehr zu besuchen. Hilfsweise verweise ich auf das im Pachtvertrag vertraglich zugesicherte Hausrecht.“

Die Antwort lässt keine 24 Stunden auf sich warten

Was hat Franck zu diesem drastischen Schritt getrieben? „Von Gästen habe ich gehört, dass der Berg gesagt hat, er ist uns bald los“, berichtet er dem FT. „Außerdem hat er wiederholt versucht, Zwietracht zwischen mir und meinen Compagnons zu sähen.“ Seine Partner aber stünden hinter ihm. Gegenüber dem FT wollte sich Dino Corda, einer der beiden anderen Pächter, nicht zu den Vorgängen äußern. Nur so viel: „Die Situation ist seit letztem Jahr verfahren“.

Die Antwort auf Francks E-Mail ließ keine 24 Stunden auf sich warten. Ein Vertreter des Bezirks, der für das Europäische Künstlerhaus zuständig ist, machte am Dienstag um 11.24 Uhr – ebenfalls via E-Mail – unmissverständlich klar: „Für den Bezirk Oberbayern als Verpächter darf ich feststellen, dass ein Betretungsverbot des Cafés im Schafhof für den Leiter des Schafhofs nicht akzeptabel ist. Über die weiteren Schritte des Bezirks in dieser Angelegenheit werde ich Sie zeitnah in Kenntnis setzen.“

Der Pachtvertrag endet 2017 

Der Pachtvertrag mit der GbR, in der das Pächter-Team organisiert ist, endet Ende April 2017. Gut möglich, dass der Bezirk mit den „weiteren Schritten“ auch in Erwägung zieht, den Schnitt früher zu machen. Öffentlich dazu äußern wollte man sich nicht: „Dies betrifft einen rein internen Vorgang des laufenden Pachtvertrags“, betonte Pressesprecherin Constanze Mauermayer. Berg selbst gibt keine Auskünfte.

Einer der Bewerber hat wohl keine Chance mehr

Derzeit läuft das Auswahlverfahren für den Pächter, der ab Mai die Geschäfte im Café übernehmen soll. Laut Mauermayer liegt die Anzahl der Interessenten im zweistelligen Bereich. Einer, der ebenfalls eine Bewerbung abgegeben hat, wird wohl im Februar, wenn der Neue gekürt wird, leer ausgehen: Mathias Franck.

Die Vorgeschichte:

Eigentlich wollte Dino Corda, einer der drei Pächter des Schafhof-Cafés, bereits im Frühjahr 2015 den Schlüssel abgeben. Seine beiden Partner in der GbR wollten die Gastro jedoch weiter betreiben. Trotzdem wurde eine Ausschreibung für das Café durchgeführt, bei der es zu Merkwürdigkeiten kam. So erreichte eine Bewerbung nie den Bezirk, weil sie in einem Briefkasten landete, in dem angeblich eine Elster nistete. Das war allerdings nicht der Grund, warum die Ausschreibung gestoppt werden musste: Die Verwaltung des Künstlerhauses hatte es schlichtweg versäumt, den Vertrag der Pächter zu kündigen. Und so verlängerten alle drei um ein Jahr.

Der Kommentar:

Der Freisinger Schafhof bietet derzeit nicht nur spannende Kunst, sondern auch eine Performance, die seinesgleichen sucht. Nach Monaten des Kleinkriegs hat einer der drei Gastronomen im Haus den Museumsleiter dazu aufgefordert, sich von dem Café fernzuhalten (siehe Artikel rechts). Das ist so, als würde man Karl-Heinz Rummenigge vom FC-Bayern verbieten, sich in der Wirtschaft auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße ein paar Scampi zu bestellen. Eigentlich kaum vorstellbar, dass der Bezirk, der für das Europäische Künstlerhaus zuständig ist, das hinnimmt. Denn natürlich schadet dieser Streit dem Museum, weil er die Ausstellungen überschattet. Am Freitag findet dort eine Vernissage statt. In der neuen Werkschau geht es auch um Grenzüberschreitungen in Kommunikation. Wenn das nicht Ironie ist!

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