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Bot dem Publikum barocken Hochgenuss: Das Ensemble der Neuen Freisinger Hofmusik.

Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten

Ein virtuoses und sinnliches Hörerlebnis

Freising - Festlicher Höhepunkt eines denkwürdigen Tages: Musik der Barockzeit erklang zum Abschluss des diesjährigen Patroziniums in der Neustifter Pfarrkirche.

Nach Abschluss der Innenrestaurierung wurde das Gotteshaus am Sonntag damit wieder offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Die Neue Freisinger Hofmusik bot einen wahren Hochgenuss an barocken Werken. Mit der Gründung des Ensembles ist es Sabina Lehrmann im Jahr 1999 gelungen, die Liebhaber barocker Musik wieder an die regionalen Wurzeln heranzuführen. Werke berühmter Komponisten, die am fürstbischöflichen Hof in Freising tätig waren, werden von den Musikern meisterhaft interpretiert.

Am Sonntag zeigte Lehrmann gemeinsam mit den Instrumentalisten Christoph Eglhuber (Arciliuto), Judith Textor (Violone 16’), Michael Rupprecht (Barockvioloncello), Verena Kronseder (Alt – Viola da Gamba), Yuka Grüner (Barockvioline), Simon Steinkühler (Barockvioline), Christoph Braun (Barocktrompete) sowie der Sopranistin Roswitha Schmelzl, wie frisch und entstaubt die Musik etwa von Georg Friedrich Telemann, Johann Joseph Fux, Alessandro Poglietti, Georg Friedrich Händel oder Johann Rosenmüller sein können.

Mit der Sonata à 6 von Heinrich Ignaz Franz Biber eröffnete die Hofmusik den Abend. Es folgte die Kantate für Sopran-Solo und Trompete. Roswitha Schmelzl ließ das geistliche Konzert, das die Auferstehung Christi zum Thema hat, mit klarer Stimme lebendig werden. Schwierige Koloraturen meisterte sie souverän. Frisch und schwungvoll war die Ouverture in D von Georg Philipp Telemann. Besonders Sabina Lehrmann ließ ihren Bogen so springlebendig über die Saiten ihrer Viola da Gamba flitzen, dass es eine wahre Freude war.

Wie es ist, wenn man wie Ikarus in der griechischen Mythologie der Sonne zu nahe kommt und aus Unvernunft die Folgen zu tragen hat, wird in Georg Friedrich Händels Kantata „Tra le fiamme“ thematisiert. Auch hier schwang sich Schmelzls Stimme in leuchtende Höhen empor.

Sprühende Fanfarenklänge gab es im abschließenden „O felicissimus paradysi aspectus“ von Johann Rosenmüller. Wie schön und bereichernd die Musik der Barockzeit ist, das nahmen die Zuhörer gerne mit nach Hause. Schade nur, dass nicht mehr Musikliebhaber den Weg nach Neustift gefunden hatten. Das virtuose und besinnliche Hörerlebnis wäre es allemal Wert gewesen.

Maria Martin

Das Rahmenprogramm zum Abschluss der Restaurierung:

Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten wurde am Sonntag in der Neustifter Pfarrkirche mit dem Patrozinium endgültig der Schlusspunkt gesetzt. Den Festgottesdienst mit dem Generalabt der Prämonstratenser, Thomas Handgrätinger, umrahmte die Chorgemeinschaft Peter und Paul mit der „Theresien-Messe“. Den Abschluss bildete am Abend ein Konzert der Neuen Freisinger Hofmusik (s. Bericht u. Foto). Und beide Male bildete die restaurierte Kirche einen wunderschönen Rahmen.

Wer sich das erneuerte Bauwerk anschauen will, für den gibt es ein umfangreiches Programm: Am 5. Juli, 20 Uhr, stellt etwa der Kunsthistoriker Matthias Weniger das erneuerte Bauwerk vor.Am Mittwoch, 6. Juli (18.30 Uhr), gestaltet die Familienmusik Meindl einen Gottesdienst mit geistlicher Volksmusik und am Freitag, 8. Juli (19.30 Uhr), gibt es einKonzert von Oropax. Eine Veranstaltung für Kinder ab sechs Jahren mit dem Titel „Wieder daheim“, bei der sie die renovierte Kirche erkunden Können, beginnt am Samstag, 9. Juli, um 10 Uhr. Am Sonntag, 10. Juli, weiht Kardinal Reinhard Marx den neuen Altar um 10 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes ein. 

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