„Gute Baugestaltung 2015“ im Landkreis ist entschieden

„Projekte mit Vorbildwirkung“

Freising  - Auch vergangenes Jahr hatten Landkreis und Kreishandwerkerschaft Freising ihren Gestaltungs-Wettbewerb ausgelobt. Prämiert wurden Gebäude, die „einen wertvollen Beitrag zur Baukultur“ leisten. Das FT stellt die preisgekrönten Bauherrn und Architekten vor.

 „Wir wollen Anregungen für zukünftiges Bauen geben und Projekte würdigen, die eine Vorbildwirkung haben können“, betonte Landrat Josef Hauner bei der Preisverleihung im großen Sitzungssaal des Landratsamts. Landkreis und Kreishandwerkerschaft hatten den Wettbewerb „Gute Baugestaltung“ ausgelobt. Mehr als 50 Vorschläge waren eingereicht worden. „Das zeugt von großem Gestaltungswillen“, sagte Hauner.

 „Wir können stolz sein, dass solche Projekte im Landkreis Freising umgesetzt werden.“ „Architektur geht uns alle an. Wie sich der Landkreis Freising entwickelt und welches Gesicht unsere Heimat in Zukunft hat, liegt in allen unseren Händen“, sagte Kreisbaumeisterin Antonia Seubert. Gerade im Hinblick auf erhöhten Flächenverbrauch und rasanten Flächenverbrauch gelte es, qualitativ hochwertige Gebäude zu entwerfen. Im Wettbewerb würden Bauwerke prämiert, die „einen wertvollen Beitrag zur Baukultur“ leisten. „Auf diese Auszeichnung können Sie alle stolz sein“, sagte Kreishandwerksmeister Martin Reiter zu den Bauherrn, Architekten und Handwerkern. Eine sechsköpfige Fachjury hatte aus den über 50 Projekten die Sieger ausgewählt. Prämierungskriterien waren das Einfügen in die Umgebung, die gestalterische und handwerkliche Ausführung sowie die funktionale, wirtschaftliche und energetische Qualität des Baus. In sieben Kategorien wurden Preise vergeben: Einfamilienhaus, Hausgruppe, Gewerbe und öffentliches Gebäude. Außerdem gab es zwei Sonderpreise „Energie“. 

Gute Eigenschaften 

Für den Wettbewerb 2015 wurde eigens eine neue Kategorie geschaffen, denn: Die eingereichte Gestaltung des Hauses von Ingeborg und Siegmund Braun aus Freising sowie deren Architektenbüro Deppisch gefiel den Jurymitgliedern so gut, dass sie es prämieren wollten, es aber in keine Kategorie passte. So gab es für das „Haus mit den guten Eigenschaften“ einen Sonderpreis. Das Wohnhaus ist ein „gelungenes Beispiel für Nachverdichtung im kleinen Maßstab“, sagt die Jury. 

Einfamilienhaus 

 Der Preis in der Kategorie „Einfamilienhaus“ ging an die Bauherrn Katrin und Martin Schäffler aus Kranzberg und das Architekturbüro Dantele. Das Gebäude stehe wie die klassischen landwirtschaftlichen Gebäude „giebelseitig zur Dorfstraße“, sagte die Kreisbaumeisterin. Es sei ein „vorbildhaftes Beispiel für angemessenes Bauen auf dem Lande“.

Hausgruppe 

Eine Kleinsiedlung in Freising, bestehend aus zwei Einfamilienhäusern und einem Zweifamilienhaus, hat sich in der Kategorie „Hausgruppe“ durchgesetzt. Prämiert wurden die Bauherrn Sonja und Rainer Breitsameter sowie die Architekturwerkstatt Gmeiner-Habermeyer-Huber. „Die Anordnung der drei Baukörper ergab sich aus dem Ziel, den Bewohnern der einzelnen Nutzungseinheiten möglichst viel Privatsphäre zu geben. Die Häuser öffnen sich zu den dazugehörigen Innenhöfen und Gärten großflächig“, beschreiben die Jurymitglieder. Die Schuppen-Zone stellt die östliche Begrenzung der Innenhöfe dar. Da die Häuser aufgrund des hohen Grundwasserstandes nicht unterkellert sind, entsteht hier Stauraum.

Öffentliche Gebäude 

 Den Preis im Bereich „Öffentliche Gebäude“ erhielten die Stadt Freising und Deppisch Architekten für die Feuerwache in Pulling. „Funktionale Gesichtspunkte prägen den Bau der neuen Feuerwache“, beschreibt die Jury den Bau: „Ausrichtung, Form und Farbgebung tragen darüber hinaus der Lage im Ortskern von Pulling Rechnung. Das Fazit: „Kompakte Kubatur, gut gedämmte Gebäudehülle und Photovoltaikmodule auf der gesamten Dachfläche tragen zu guter Energiebilanz und wirtschaftlichem Unterhalt bei.“ Bestandteil des integrativen Entwurfskonzeptes war es, so das Fazit, möglichst energieoptimiert zu bauen und „trotz großer Fassadenöffnungen durch ausreichende Speichermassen den Wohnkomfort ebenfalls zu optimieren“.

 Gewerbe 

In der Kategorie „Gewerbe“ gewann das Projekt der ESRI Deutschland Group Kranzberg. „Das war das Projekt, das wir in der Jury am schönsten fanden“, kommentiert Kreisbaumeisterin Antonia Seubert. Geplant hatte es die Dominikus Stark Architekten GmbH. „Umgeben von Einfamilien- und Doppelhäusern, ist das Raumprogramm in drei kleinere, zueinander versetzte Volumen aufgelöst“, schreibt die Jury: „Im Inneren entstehen angenehme Raumgrößen mit unterschiedlichen Ausblicken.“ 

Energie im Bestand


Das mehrfach um-, an- und ausgebaute Sommer- und Gartenhaus der Hochstiftsdignitäre an der Sackgasse 9 in Freising bekam den Sonderpreis „Energie im Bestand“. Das schwer geschädigte, jedoch unter Denkmalschutz stehende Gebäude erhielt durch eine umsichtige Sanierung und umfassende Instandsetzung seinen einstigen Glanz zurück. Benno Müller und Ingrid Hartert-Müller sind die Bauherrn und Architekten. Aus Sicht der Jury hebe sich das Haus zudem hinsichtlich des Umgangs von bestehender Bausubstanz in Bezug auf Einsparung von Energie hervor. 

Energie Neubau

Der Preis „Energie Neubau“ ging an die Kinderkrippe „Sonnenkäfer“ in Moosburg. Bauherrin war Ines Föhringer, geplant hatte die Krippe das Büro Goldbrunner + Hrycyk (München). Das Holzhaus vereine die Verwendung von nachhaltigen Materialien mit einem ausgeklügelten energetischen Konzept in einer „gelungenen Architektur“, resümiert die Jury.

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