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Bei der Hopfenzugabe zu dem Spezialsud half auch Braumeisster Tobias Zollo (Weihenstephan) fleißig mit.

Konvent- und Pfortenbier eingemaischt

Ein Sud, der’s in sich hat

Freising – Es war ein feierlicher Akt, wie es ihn noch nie zuvor in der 500-jährigen Geschichte des Reinheitsgebotes gegeben hat: In der niederbayerischen Brauerei Aldersbach haben die Vertreter von zwölf bayerischen Klosterbrauereien – darunter auch die Staatsbrauerei Weihenstephan – durch die Zugabe des Hopfens die Sude für das Konvent- und das Pfortenbier, die speziell für die Bayerische Landesausstellung 2016 „Bier in Bayern“ gebraut werden, eingemaischt.

„Unser Ziel ist es, dass wir mit diesen beiden Bieren dem ziemlich nahe kommen, was vor 500 Jahren gebraut wurde“, sagt der Aldersbacher Braumeister Peter Wagner. Vorher war schon das Wasser aus den Brauereinen geliefert worden (wir berichteten). An der Entstehung der beiden Klosterbiere maßgeblichen Anteil haben aber auch viele führende Köpfe der Branche, allen voran der Freisinger Prof. Ludwig Narziß, Doyen der deutschen Brauwissenschaft und ehemaliger Lehrstuhlinhaber an der TU München-Weihenstephan.

Narziß weiß wie kein Zweiter, welcher großen Aufgabe sich Braumeister Wagner nun gegenüber sieht. „Das bayerische Wasser ist in der Regel mittelhart und eignet sich deshalb in Verbindung mit dunklem Malz besser für die Herstellung dunkler Biere. Um in Bayern helle Biere von höchster Qualität zu erzeugen, muss das Wasser meist enthärtet werden“, sagtNarziss. Genau das aber geschieht beim Konvent- und beim Pfortenbier nicht. Wagner nimmt das Wasser so, wie er es bekommen hat. Großen Aufwand haben die Experten im Vorfeld auch bei der Auswahl der Hopfensorten für die beiden Klosterbiere betrieben.

Da ist Experte Adrian Forster überzeugt: „Die vier alten deutschen Landsorten Hallertauer, Hersbrucker, Spalter und Tettnanger, die wir für das Pfortenbier einsetzen, könnten in ähnlicher Form auch schon vor 500 Jahren existiert haben.“ Wenn am 29. April die Bayerische Landesausstellung 2016 „Bier in Bayern“ eröffnet wird, dann werden an diesem Tag auch die ersten Fässer der beiden Klosterbiere angezapft.

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