Die Volkssele kochte auf dem isardemam : Mit den geplanten Flaucher können sich die Anwohner der Schwabenau nicht anfreunden. Sie befürchten Lärm und Müll. Foto: lehmann

Angst vor Ballermann und Mülldeponie

Freising - Der geplante „Freisinger Flaucher“ treibt in der Schwabenau die Anwohner auf die Barrikaden. Man befürchtet einen „Ballermann“ und eine „innerstädtische Mülldeponie“.

Martin Maierhofer heißt in der Stadtverwaltung der Mann, der für Leader-Projekte wie die Umgestaltung der Isar zum Naherholungsgebiet zuständig ist. Am Donnerstag begleitete er die Freien Wähler, die das Projekt mit dem Arbeitstitel „Flaucher“ vor Ort besichtigen wollten.

Und er erlebte sein blaues Wunder: Rund 40 Bürger hatten sich versammelt, waren gekommen, um den „Kasperln“, wie eine Anwohnerin die Stadträte nannte, zu sagen, was man von dem „Flaucher“ halte. Nämlich nichts. Rein gar nichts. Um die Isarauen besser nutzen zu können, um ein Angebot für die Naherholung zu schaffen, um etwas für die Freisinger Familien, Jugendlichen und Kinder zu tun, um außerdem mit zwei Isarstegen Lercheneld besser anzubinden - all diese Argumente, wie sie Maierhofer und beispielsweise dritter Bürgermeister Benno Zierer (FW) immer wieder ins Feld führten, konnten die Schwabenauer nicht überzeugen. Von Anfang an war der Widerstand laut und deutlich: Das Volksfest habe man auszuhalten, das „Uferlos“ auch, bald noch den Lärm von der Eishalle und jetzt „das auch noch“, regte sich ein Anwohner auf, der hierher gezogen sei, um die Ruhe zu genießen. Vor allem hat man Angst vor Grillorgien bis nach Mitternacht („Das gibt definitiv Krach“) und einer zugeparkten Straße zur Schwabenau. Der Hinweis auf einen neuen Steg, der den Parkplatz in der Luitpoldanlage mit der geplanten Naherholungsfläche verbinde, zog bei den Anwohnern gar nicht: Die Leute seien doch viel zu bequem, schon der Termin mit Treffpunkt an der Straße zur Schwabenau zeige, wo künftig geparkt werde.

Und eine Frau bezweifelte, dass so ein Steg einem Hochwasser standhalten könne, konnte aber vom Gegenteil überzeugt werden. Naherholung - das sei ja schön und gut, aber wieso nicht an einer anderen Stelle der Isar. Der Hinweis Maierhofers, in den Auwald könne und dürfe man nicht eingreifen („entweder an dieser Stelle oder gar nicht“), verfing nicht: Dann müsse man sich halt mal Gedanken machen, schimpfte die Bürgerin. Das von Herbert Zeislmeier heftig kritisierte Abholzen der Fläche, stellte sich als die beginnende Rodung einer Weidenfläche heraus, die Karl-Heinz Freitag vom Forstamt gepachtet hat und auf der nach derzeitigen Überlegungen der Seitenarm der Isar samt neuen Kiesbänken zur Naherholung entstehen solle. Exakte Pläne, so betonte Maierhofer immer wieder, gebe es aber noch nicht.

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