30 Büros tüfteln an Freisings neuem Gesicht

Freising - Ende dieses Jahres soll feststehen, wie die Hauptstraße neu gestaltet wird, wie die Stadteingänge künftig aussehen werden und wie man sich die Moosach-Öffnung in der Oberen Hauptstraße vorzustellen hat. Denn Ende Oktober will ein Preisgericht den Siegerentwurf küren. Am Mittwoch hat der Planungsausschuss den Startschuss für den Wettbewerb gegeben, an dem 30 Fachbüros teilnehmen sollen.

Das Architekturbüro Schober in München stellte den Stadträten den Auslobungstext vor, der ganz wichtig sei, um am Ende auch eine Planung zu bekommen, die den Wünschen und Vorstellungen entspreche, so Petra Schober. Auf 43 Seiten werden den Wettbewerbsteilnehmern detaillierte Vorgaben gemacht, werden ihnen die Bedingungen, die Aufgaben, Ziele und Bewertungskriterien mitgeteilt.

Der höhenfreie Umbau der Straßen- und Platzräume, die Neuordnung des Raums zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, die Gestaltung der Stadteingänge mit verkehrsreduzierender Wirkung, die Stärkung des Fußgänger- und Radverkehrs bei gleichzeitiger Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs - das alles sind die Ziele, die man mit der Umgestaltung der Innenstadt zur Begegnungszone erreichen will. Vor allem: „Die Stadtmoosach soll im Stadtbild weiter erlebbar gemacht werden“, steht im Auslobungstext zu lesen. Weiterhin vorgegeben sind beispielsweise Freisitze und Schankflächen (1300 Quadratmeter) oder auch der Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen - allerdings unter Wahrung von Sichtbezügen.

Barbara Hummel vom Büro Schober hatte zuvor betont, wie „toll und überwältigend“ das Projekt sei, was für eine „Dimension“ das habe und wichtig es für Freising sei. Hummel und Schober skizzierten auch den Zeitplan für den ab heute beginnenden Wettbewerb, der die Stadt inklusive Preisgeldern 170 000 Euro kosten wird: Mitte Juni werden die Unterlagen ver-sendet, bis Ende September müssen die 30 Planungsbüros (13 davon werden gesetzt, 17 werden in einem Auswahlverfahren ermittelt) ihre Entwürfe abgeben. Ende Oktober wird das Preisgericht tagen und den Siegerentwurf bestimmen, im November sollen die Wettbewerbsarbeiten öffentlich ausgestellt werden.

Kurze Diskussionen im Planungsausschuss gab es über die Forderung, dass die teilnehmenden Planungsbüros mindestens drei Referenzprojekte vorweisen müssen. Da hätten junge, aufstrebende Büros doch keine Chance, merkten Norbert Gmeiner (SPD) und Helmut Priller (ÖDP) an. OB Tobias Eschenbacher betonte allerdings, diese Anforderungen könne man bei kleineren Projekten wie einer Platzgestaltung schon zurückschrauben. Aber doch bitte nicht bei einem so wichtigen Mammutprojekt wie bei der Umgestaltung der gesamten Innenstadt. Da wolle man schon Planer mit Erfahrung, die von der Verwaltung nicht noch an der Hand genommen werden müssen, ergänzte Martin Maierhofer vom Stadtplanungsamt.

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