Note 5? Gemeinderäte verteidigen Bürgermeister

Fahrenzhausen - „Note 5“ hat CSU-Ortschefin Astrid Wildgruber-Bolesczuk Bürgermeister Stadlbauer verpasst. Der schweigt. Dafür verteidigen ihn acht Gemeinderäte in einem offenen Brief.

„Laut gebrüllt, liebe Astrid, liebe CSU!“ So beginnt der Brief den acht Fahrenzhausener Gemeinderäte der FBL und der FWE an ihre „liebe Gemeinderatskollegin Astrid Wildgruber-Bolesczuk“ gerichtet haben. Wie berichtet hatte die CSU-Ortsvorsitzende schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (FBL) gerichtet, habe sich, so die Verfasser des Briefs, „bei der CSU-Sitzung wohl mächtig Frust von der Seele reden müssen“, dabei aber „ein paar Informationen verloren“. Die lieferten die Gemeinderäte Korbinian Hagn, Andreas und Robert Kern, Heinrich Kislinger, Christian Kislinger, Markus Kistler, Renater Selmeier und Eva Stocker jetzt nach:

Wildgruber bemängelte, dass zu wenige Sitzungen stattfänden. Aber: „Fakt ist, es waren genauso viele wie in den Jahren davor, nur hast Du an sehr vielen nicht teilgenommen“, stellt der Brief klar. Und: „Nicht zu erscheinen ist das Eine. Dann aber bitte selbstständig informieren und nicht nur schimpfen!“ Ähnlich argumentieren die Briefeschreiber in Sachen Klausurtagung des Gemeinderates klar: „Von den 16 Gemeinderäten fehlten drei, unter anderem Du“, kritisieren sie Wildgruber. Von den teilnehmenden 13 Gemeinderäten seien die zwei Tage als sehr konstruktiv bewertet worden, alle hätten die gemeinsam erarbeiteten Leitbilder unterschrieben. Also: „Wieso redest Du die Veranstaltung schlecht, obwohl Du nicht dabei warst?“

Nächster Punkt: Beim Fortbildungsseminar „Bauleitplanung“ sei von vier CSU-Räten nur einer anwesend gewesen. Ein Baurechtsexperte habe die gemeindlichen Aufgaben und rechtlichen Möglichkeiten erläutert. Ohne dieses Wissen dann grundsätzlich innerörtliche Bebauungspläne abzulehnen, wie das Wildgruber für die CSU formuliert hatte, sei „dreist und unprofessionell!“

Und weiter: „Du mokierst Dich darüber, dass trotz gut gefüllter Kassen noch keine Großprojekte durchgeführt werden.“ Dabei sollte sie als langjährige Gemeinderätin wissen, dass diese einen vernünftigen Planungsvorlauf benötigen. In der letzten Amtsperiode (also unter CSU-Bürgermeister Rudi Jengkofer) seien außerdem „keinerlei Weichen gestellt“ worden. Und noch ein Widerspruch: Wildgruber fordere mehr Aktivitäten, sei aber gegen die Bildung von Arbeitskreisen und die Berufung von Referenten, die der unterbesetzten Verwaltung effektiv zuarbeiten könnten.

Selbstverständlich habe jeder Gemeinderat das gute Recht, seine eigene Meinung zu vertreten und sachliche und berechtigte Kritik zu äußern. Es wäre nach Ansicht der acht Gemeinderäte aber „glaubhafter“ gewesen, wenn Wildgruber dafür die Bürgerversammlung am 14. April genutzt hätte. Aber da hätte ihr der Bürgermeister „vermutlich gleich den Wind aus den Segeln genommen“.

Zum Schluss noch eine Frage an Wildgruber: „Astrid, wäre es nicht sinnvoller, statt laut zu brüllen, sich positiv und sachlich beim Meistern der vielen Herausforderungen in unserer Gemeinde einzubringen – für das Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger - und dies am besten ohne Parteiengeplänkel?!"

Rubriklistenbild: © dpa

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