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Höchst interessante Freisinger Brau-Geschichten gab es im Sporrerkeller zu hören.

Tag des Offenen Denkmals

Verborgene Keller, prachtvolle Galerien

Freising - Keine alltäglichen Ansichten waren es, die die Freisinger Bürger am „Tag des Offenen Denkmals“ am Sonntag genießen durften. Vom „Sporrerkeller“, den früheren Bierkelleranlagen unter dem Lindenkeller, ging es hinauf zum Domberg, wo es Wissenswertes über den Fürstengang zwischen ehemaliger Fürstbischöflicher Residenz und dem Freisinger Dom zu erfahren gab.

Als „fulminanter Start“ in den diesjährigen „Tag des Offenen Denkmals“ erwies sich die Führung durch das große Bierkellersystem unter dem Lindenkeller. Das Stadtarchiv Freising und der Verein Stadtheimatpflege hatten dorthin geladen, wo bis zur Säkularisation im Jahr 1802 das Chorherrenstift mit ihrer Stiftskirche St. Veit gestanden hatten. Was sich unter den Anhöhe auf der östlichen Seite des Weihenstephaner Berges seit dieser Zeit entwickelt hat, das wurde in der ersten Führung vom Leiter des Freisinger Stadtarchivs, Florian Notter, eindrucksvoll geschildert. Als die zahlreichen Besucher die gut erhaltenen Keller mit ihren gewölbten Gängen betraten, staunten sie nicht schlecht. „Riecht gar nicht mufflig hier“, wunderte sich eine Freisingerin. In mehreren Abschnitten seien die Kelleranlagen entstanden, erklärte Notter. Denn als im frühen 19. Jahrhundert der Durst der Freisinger nach dem reinen Gerstensaft der bürgerlichen Brauereien stetig gewachsen sei, hätten die Brauereibesitzer Häuser und Grundstücke rund um den Veitsberg „nach und nach“ erworben, so Notter . Die Besitzer von Furtnerbräu und Heiglbräu seien die ersten gewesen, die dort ihre Bierkeller errichtet hätten. Die Familie Sporrer, die den Heiglbräu im Jahr 1842 übernommen hatte, gilt als Vorfahre des Freisinger Hoteliers Karl Dettenhofer, wusste Notter. Jener Mann, der im April 1945 gemeinsam mit anderen Freisinger Geschäftsleuten die Stadt Freising zur friedlichen Aufgabe an die Amerikaner überredete. Übrigens habe mit den Bierkellern auch die Geschichte der Biergärten in Freising begonnen, verblüffte Notter die Zuhörer. Das besonders starke und gehopfte Märzenbier musste über den Sommer gekühlt werden. Von April bis September durfte damals laut Brauordnung nicht gebraut werden. Für die unterirdische Kühlung habe man Eis aus den Eisweihern rund um Freising geholt. Für die oberirdische Kühlung sorgten schattenspendende Kastanien. Und weil die Brauer ihr ihr Bier möglichst direkt an den Konsumenten verkaufen wollten, stellten sie unter die Kastanien Tische und Bänke und boten frisches Bier vom Fass. 1874 wurden die „Sporrerkeller“ an das Staatsgut Weihenstephan verkauft worden. Im zweiten Weltkrieg dienten die Bierkeller als Luftschutzkeller für die Freisinger Bevölkerung.1990 ging das gesamte Areal am Veitsberg in den Besitz der Stadt Freising. 75 000 Euro seien in den aktuellen Haushalt der Stadt Freising gestellt, um die eindrucksvollen Zeugnisse Freisinger Bierkultur zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen. Noch tiefer in die Freisinger Geschichte durften die Teilnehmer einer Führung durch den Freisinger Fürstengang blicken. Über den Verbindungsgang, der die Fürstbischöfe von ihrer Residenz zur Domkirche führte, informiert der Leiter des staatlichen Bauamtes, Andreas Kronthaler. Und das aus gutem Grund. „Was hat das Staatliche Bauamt mit einem kirchlichen Denkmal zu tun?“ fragte der Beamte die Zuhörer. Wie in vielen anderen Beispielen Freisinger Geschichte gehe dies auf das Jahr 1802 zurück. Nach der Säkularisation sei die Johanniskirche, über deren südlichem Seitenschiff der Fürstengang verlaufe, in den Besitz des Freistaates gekommen. 61 Bildnisse aller Erzbischöfe, die das Hochstift Freising in seiner wechselvollen Geschichte erlebt hat, sind dort zu besichtigen. Fürstbischof Johann Franz von Eckher sei der Auftraggeber für die Galerie gewesen. Zu sehen bekamen die Besucher auch wundervolle Gemälde, auf denen die Besitztümer des Hochstifts Freising abgebildet sind. Ansicht auf die „Hochfürstliche Bischöfliche Residenzstadt Freising“ im Jahr 1698 wurde ebenso gewährt wie Einblicke in die Besitztümer des Hochstiftes, die sich bis nach Südtirol und Slowenien erstreckten.

Maria Martin

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