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Zum Blaulichtgespräch trafen sich im Bräustüberl: Harald Wiesenberger (Kriminaldirektor), MdL Florian Herrmann (innenpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion), Jürgen Mayer (PI Flughafen), Joachim Walzik (Hubschrauberstaffel), Peter Wagner (KPI Erding), Peter Vogtleitner (PI Neufahrn) und Christian Bidinger (PI Moosburg, v. l.).

MdL Florian Herrmann im Gespräch mit den Polizeichefs

Wo sind die Beamten hin?

Freising - Da war man etwas ratlos. Und da konnte auch die Polizei, dein Freund und Helfer, nicht helfen. Denn schließlich war es ja die Polizei, die rätselte - zusammen mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Florian Herrmann, der als innenpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Maximilianeum auch heuer zu den Blaulichtgesprächen ins Bräustüberl geladen hatte

Das Rätsel, vor dem alle Beteiligten beim ersten Blaulicht-Gespräch mit MdL Florian Herrmann standen: Alle Jahre wieder werden vermehrt Polizisten ausgebildet und eingestellt, bei den Inspektionen im Landkreis merkt man davon aber nichts. „Wo sind sie denn alle?“, fragte sich nicht nur Herrmann. Schon bevor das Gespräch mit den Dienststellenleitern und den Vertretern der Kripo und der Flughafenpolizei so richtig begann, war klar, was das drängendste Thema ist: Personalmangel. Peter Vogtleitner, Chef der PI Neufahrn, und sein Moosburger Kollege Christian Bidinger schilderten nicht nur große Arbeitsbelastungen als die Folgen des Personalmangels, sondern berichteten auch davon, dass das Personal sehr schnell wechsle: Zwei bis drei Jahre, länger blieben nur wenige Kollegen. Hinzukomme, dass immer mehr Beamte Teilzeit arbeiteten oder in den vorgezogenen Ruhestand gingen. 

Herrmann, dem das Problem freilich nicht neu war, schilderte, dass man diesem Mangel seit Jahren durch verstärkte Ausbildung und Anstellung von Polizisten zu begegnen suche. Offenbar gelte es nun, gerade im Bezirk Oberbayern Nord mit einer „Einmal-Maßnahme“ das Personal aufzustocken und die unterschiedliche Personalausstattung in Bayern über die Zuteilung auszugleichen. Wo allerdings die mehreren tausend Beamte eigentlich hingekommen seien, die in den vergangenen Jahren eingestellt worden seien, wusste niemand so genau. Offenbar nicht „an der Basis“, so Herrmann. Dass private und ehrenamtliche Sicherheitswachen die Polizei entlasten könnten, da war Herrmann skeptisch. Denn es bestehe schon die Gefahr, „dass man sich da wie die Polizei fühlt“. Die anderen Themen: Flüchtlinge und Terrorgefahr. Je besser, adäquater und „komfortabler“ die Flüchtlingsunterkünfte seien, umso weniger Konflikte gebe es dort und umso weniger Arbeit habe die Polizei, berichtet Vogtleitner. Jürgen Mayer, der Chef der Flughafenpolizei, gab zu: „Meine größte Angst ist, dass zu meiner Amtszeit so etwas passiert wie am Flughafen Brüssel.“ Und: „Die Einschläge sind immer näher gekommen“, sagte Mayer über die jüngsten Terrorakte. Deshalb: „Wir tun alles in der Prävention gegen den Terror.“

 Das tut auch die Kriminalpolizeiinspektion, wie Kriminaldirektor Harald Wiesenberger berichtete. Vor allem auch die Radikalisierung von 16- oder 17-jährigen Jugendlichen im Internet, die daraufhin nach Syrien reisen wollen, um für den IS zu kämpfen (darunter Mädchen), mache viel Arbeit. Der Staatsschutz habe wegen solcher Entwicklungen auch zusätzliches Personal bekommen. „Na, da wissen wir ja jetzt schon mal, wo ein Teil der zusätzlichen Beamten hingekommen ist“, sagte Herrmann mit einem Augenzwinkern. Und alle waren sich einig, dass die Beamten an dieser Stelle sinnvoll und richtig eingesetzt seien.

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