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Auf diese fleißigen Helfer kann der Tafelverein bauen: Die 2. Vorsitzende Gundi Kürten und Vorsitzender Peter Bach (r.) arbeiten im Kreise ihrer Aktiven mit.

Zehn Jahre Freisinger Tafel: Vorsitzender Peter Bach im Gespräch

„Wir jammern nicht, wir helfen“

Freising - Eberhard Grassmann und der damalige Freisinger Oberbürgermeister Dieter Thalhammer waren 2006 die Gründerväter: Sie hatten erkannt, dass es genug Bedürftige in der Domstadt gibt, die man mit Naturalien unterstützen muss, um ihr tägliches Brot zu sichern. So begann die Erfolgsstory der „Freisinger Tafel“. Ihr heutiger Vorsitzende Peter Bach erzählte dem stellvertretenden FT-Redaktionsleiter Wolfgang Schnetz interessante Details.

Zehn Jahre Freisinger Tafel. Was hat sich da am prägnantesten verändert? 

Ganz klar die Zahl unserer Kunden. Als der damalige Vorsitzende Eberhard Grassmann mit seinem Team begann, kamen am ersten Ausgabetag, dem 1. Februar 2006, 26 Leute in die Ausgabestelle im Rückgebäude der Vhs. Heute sind es rund 300 Kunden pro Woche. -War das eigentlich ein kontinuierlicher Anstieg? In der Anfangszeit stieg die Nachfrage rasch. Auch die anfängliche Scheu von einigen Kunden legte sich bald. 2015 waren wir bei rund 200 Kunden wöchentlich anlangt. Nachdem aber im Winter die Asylbewerber-Problematik immanent wurde, ging die Zahl schlagartig nach oben. Plötzlich hatten wir 350 Kunden. Deswegen führten wir im Februar auch den zweiten Ausgabetag am Donnerstag ein.

Sie nehmen alle Flüchtlinge an?

Ja, anfangs schon. Dann aber zog sich im Frühjahr 2016 der Caterer in der Asyl-Unterkunft Stein-Kaserne zurück. Da hätten auf einen Schlag 170 Kunden mehr eine Bezugsberechtigung. Und weil wir damals wegen der steigenden Zuweisungen in den Landkreis nicht einschätzen konnten, ob da eine riesige Lawine auf uns zurollt, mussten wir einen Schnitt machen. Wir nehmen seither keine Alleinstehenden mehr als Neukunden auf, sondern nur noch Familien. 

Gibt es denn Zahlen, die die Ausgabekapazität der Tafel pro Jahr und diesen Kunden-Anstieg verdeutlichen? 

Selbstverständlich. Als Vorsitzender führe ich auch Statistik. Also: Ende 2015 hatten wir etwa 112 Tonnen Lebensmittel ausgegeben. Bis dato sind es heuer bereits 109 Tonnen. Bis 31. Dezember rechne ich mit etwa 150 Tonnen. 

Wieviele Mitarbeiter stemmen das?

60 Aktive sind jede Woche bis Donnerstag damit beschäftigt, die Ausgabe mittwochs und donnerstags vorzubereiten. Das geht vom Abholen bei den Spendern über das Sichten, Herrichten und Verpacken bis hin zur Ausgabe im Rückgebäude der Vhs.

Wer gehört eigentlich alles zu den Spendern? 

Da sind wir sehr breit aufgestellt. Das reicht vom mittelständischen Bäcker- und Metzgerbetrieb über Landwirte und die Landesanstalt für Landwirtschaft bis hin zum Groß-Discounter. Alle geben uns einwandfreie Ware, die wir auch nochmal unter die Lupe nehmen. 

Genügt das bei so einem Kundenandrang?

Ich will und kann mich nicht beschweren. Wir kommen gut über die Runden. Selbstverständlich: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann könnten es schon mal zehn Aktive mehr sein. Immerhin stemmten wir 2015 insgesamt 8200 Helferstunden und heuer werden es gesamt etwa 11 500 sein. 

Ist das schon alles an Wünschen? Brennt Ihnen als Vorsitzender nichts auf den Nägeln?

Wissen Sie, der Wahlspruch der Freisinger Tafel ist: „Wir jammern nicht, wir helfen“. Zudem sind wir, was die Unterstützung durch die Spender, die Stadt und auch die Presse angeht, sehr zufrieden. Außerdem ist Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher Mitglied und Schirmherr des Tafelvereins. Was kann man sich mehr wünschen? 2017 müssen wir unseren alten Transporter ersetzen. Auch dazu werden wir sicherlich wieder Sponsoren finden. 

Wie sieht’s in punkto Unterkunft aus? Wird es da nicht etwas eng? 

Sicherlich könnte es ein bisserl größer sein. Aber der Riesenvorteil des Vhs-Rückgebäudes ist einfach die unschlagbare Lage als Ausgabeplatz mitten in der Stadt und mit Bushaltestelle direkt vor der Haustüre. 

Den Verein „Freisinger Tafel“ mit seiner Außenstelle in Allershausen zu betreuen: Da hat der Vorsitzende Peter Bach sicher eine Menge zu tun oder?

 Ich sage Ihnen ehrlich: Als ich das Amt im Februar 2011 übernommen habe, dachte ich mir: „Das wird nicht so schlimm. Inzwischen hat es sich zu einem Halbtagsjob ausgewachsen. Aber der Verein hat tolle Helfer. Für sie und für unsere Kunden lohnt sich die Mühe.

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