Kritik am Flaucher-Projekt

Freising - Vier Millionen Euro in den nächsten vier Jahren will man also laut Beschluss des Hauptausschusses in das Projekt „Naherholung auf den Isarkiesbänken“ investieren und dabei 1,6 Millionen Euro EU-Fördergelder abschöpfen (wir haben berichtet). Doch wovon die große Mehrheit der Stadträte begeistert war, stieß bei Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) auf große Skepsis.

Zum einen warnte Drobny davor, dass die Isar bei Freising, wo sie eine „Erlebniszone“ werden soll, zum Anziehungspunkt für den gesamten Landkreis werde, wenn es beispielsweise um das Grillen gehe. Überhaupt werde in seinen Augen mit dem Zonenkonzept (Marzling wird zur Übergangszone, Langenbach zur Ruhezone) „ein Problem gelöst, das man vorher nicht hatte“. Den Vorschlag, einen „Freisinger Flaucher“ anzulegen, fand Drobny prinzipiell gut, die derzeit vorgesehene Ausführung aber „miserabel“. Da gelte es noch einiges zu verbessern. Zudem fragte sich Drobny, wo denn „da der ökologische Gewinn“ für die Isar sei. Insgesamt sei das Konzept, das auch zwei Stege über die Isar vorsieht, „ein undurchdachter Wunschzettel, der noch einiger Überarbeitung bedarf“, bilanzierte der Umweltreferent und stimmt mit seinem Fraktionskollegen Jürgen Maguhn gegen die Umsetzung des Zonenkonzepts und des Isarstegs zwischen Schwabenau und Neustift. OB Dieter Thalhammer hatte Drobny davon zu überzeugen versucht, dass es sich nur um „Ideenskizzen“ handele und die detaillierten Planungen eben noch folgen sollen. Maria Lintl (FSM) sagte, man solle das Projekt nicht wie Drobny „mit der Handbremse, sondern mit Euphorie angehen“. Lerchenfeld brauche zwei Stege über die Isar, die Planungen müssten vorangetrieben werden, „damit wir die Gelder abschöpfen können“.

Überrascht war Benno Zierer (FW). Und zwar darüber dass die beiden Stege (jeweils zwischen drei und 3,5 Meter breit) nur 1,6 und eine Million Euro kosten. Er habe gedacht, solche Fußgänger- und Radbrücken seien teurer. Zierer fand es „verwunderlich“, dass man diese Maßnahmen nicht schon früher angepackt habe, zumal es noch „Luft nach unten“ gebe, wie Stadtplanungsamtsleiter Gerald Baumann betonte. Die Umsetzung der vier Maßnahmen samt Einleitung der Planungen und Anträgen auf Förderung wurde mit zwei Gegenstimmen beschlossen.

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