Anna-Maria Sahlmüller: Der FDP-Stadträtin „schwant Fürchterliches“.

Meditativer Isarweg soll entstehen

Freising - Im Hauptausschuss wurde das Projekt "Meditativer Isarweg" vorgestellt. An den Uferwegen sollen 20 Objekte und Stelen installiert werden.

Nicht nur zwei Isarstege (in Neustift und im Seilerbrückl) und die „Isarschleife“ in Höhe der Schwabenau sollen und werden Freising verändern. An dem Fluss ist noch ein anderes Projekt geplant. Sein Name: Isarweg. „Meditativer Isarweg“.

Auf einer Strecke von rund 2,5 Kilometern zwischen Korbiniansbrücke und dem künftigen Isarsteg im Seilberbrückl sollen an den Uferwegen rechts und links der Isar bis zu 20 Objekte und Stelen installiert werden, die für die Anbringung von Kunstwerken, Schriften und Skulpturen geeignet sind. Alle ein bis zwei Jahre könnten und sollen diese dann ausgetauscht und durch Werke zu einem neuen Thema ersetzt werden.

Zur Vorbereitung und Planung hat sich eine Projektgemeinschaft gebildet, die aus dem Pfarramt St. Georg, dem Evangelisch-Lutherischen Pfarramt, Vertretern der muslimischen und der buddhistischen Gemeinde, des Forstbetriebs und des Wasserwirtschaftsamts, aber auch des Bundes Naturschutz, des Kunstvereins „Freisinger Mohr“ sowie Martin Maierhofer (verantwortlich für Leader-Projekte bei der Stadt) und Freisings Kulturchef Ingo Bartha besteht. Eine noch zu bildende Arbeitsgemeinschaft soll das Vorhaben umsetzen, betreuen und Sponsoren suchen. Wichtig wäre, so die Projektgemeinschaft, dass die Stadt Freising die Trägerschaft für den „meditativen Isarweg“ übernimmt. Und genau über diesen Antrag wurde am Montag der Hauptausschuss informiert, wobei Hauptamtsleiter Rupert Widmann sagte, es spreche nichts dagegen, dass die Stadt als Träger fungiere. Beschlossen werden soll dies aber erst, wenn Details zum Umfang der Trägerschaft und die finanziellen Auswirkungen konkret feststünden.

Adelheid Nast (Grüne) ergänzte, die Trägerschaft durch die Stadt sei geradezu notwendig, um die Bedeutung des Projekts für alle Bürger zu verdeutlichen. Eine ökumenische Trägerschaft aus katholischem und evangelischen Pfarramt sei gesetzlich verboten. Mehr als skeptisch reagierte Anna-Maria Sahlmüller (FDP) auf dieses Vorhaben: Wenn sie lese, dass der „Freisinger Mohr“ und Kulturreferatsleiter Bartha beteiligt seien, „da schwant mir schon einiges Fürchterliches“, so die Stadträtin wörtlich. Sie kenne solche Wege, an denen Künstler versuchten, sich zu verwirklichen. Maria Lintl (FSM) versuchte, die Ängste Sahlmüllers auszuräumen: Wenn man für die Bestückung des Weges einen Wettbewerb durchführe, werde das sicherlich „gute Ergebnisse“ bringen. Und Kulturreferent Hubert Hierl (CSU) versicherte, die Objekte und Stelen würden „qualitativ hochwertig“ bestückt. Er kündigte an, bei der Sitzung des Kulturausschusses am 20. Februar stehe ein Antrag auf finanzielle Zuwendungen aus dem Kulturfonds auf der Tagesordnung.

Bereits heute wird der Isarweg ein Thema sein, wenn der Planungsausschuss die Anregungen und Einwände aus dem „Isarforum“ zur „Freisinger Isarschleife“ behandelt: Das buddhistische Kloster hat schriftlich einen Pavillon sowie einen „hölzernen Pfad für Meditation“ angeregt. (zz)

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