Ulrich Vogl (ÖDP) hat die Zahlen der Stadt unter die Lupe genommen.

Westtangente: Kritiker zweifeln Kostenberechnung der Stadt an

Freising - Schönfärbung“ der Kosten und „schlichtweg falsche“ Angaben - das werfen die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Westtangente der Stadt und dem OB vor. Sie legten am Montagabend andere Zahlen vor.

Am Montagabend nahmen die Initiatoren des Bürgerbegehrens in einer Pressekonferenz die neue Kostenberechnung (83 Millionen Euro) und den genannten Anteil der Stadt daran (17,2 Millionen) unter die Lupe.

Jürgen Maguhn (Grüne) bemängelte zunächst, dass man nur diese beiden Zahlen erhalten habe, dass man keine schriftlichen Unterlagen habe, dass es keine Vorbesprechung mit Finanzreferent Ulrich Vogl (ÖDP) gegeben habe. Das sei „ein bisschen wenig“ und unfair. Maguhn rechnete vor, dass zu dem städtischen Anteil von 17,2 Millionen Euro knapp acht Millionen dazu gezählt werden müssten - vier Millionen über die Kreisumlage als Anteil der Stadt an der Beteiligung des Landkreises und nochmal fast vier Millionen als Anteil der Kosten für die Spartenträger (zum Beispiel Strom). Das nämlich seien Kosten, die nahezu vollständig die Stadtwerke beträfen. Fazit: Der städtische Anteil liege bei 25,2 Millionen, die Angaben von OB Tobias Eschenbacher seien „schlichtweg falsch“.

Vogl zweifelt überhaupt an, dass die 83 Millionen Euro Gesamtkosten korrekt seien. Nehme man die Kostenschätzung des Jahres 2005 (69,1 Millionen) und die jetzige Berechnung, dann liege die Steigerung wesentlich unter dem vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Preisentwicklungsindex. Vogl spricht ironisch vom „Inflationswunder von Freising“. Und außerdem vermutet Vogl einen Fehler bei der Berechnung: Offenbar habe man nämlich diejenigen Kosten berechnet, die anfallen würden, würde man die Westtangente jetzt bauen. Bekanntlich laufe das Projekt aber - wenn überhaupt - in den Jahren 2015 bis 2019. Die Preissteigerungen für diesen Zeitraum seien, so lassen ihn frühere Aussagen des Projektverantwortlichen in der Stadt, Franz Piller, vermuten, nicht miteinberechnet worden. „Das ist unser Hauptkritikpunkt“, sagte Vogl.

Und noch etwas zweifeln die Westtangenten-Skeptiker an: Bereits 2005 seien Unterhaltskosten für die Umfahrung von 291 000 Euro pro Jahr genannt worden. Dass es jetzt laut OB nur 300 000 Euro sein sollen, glaubt man nicht. Beispielsweise sei da eine Instandhaltungsrücklage gar nicht eingerechnet. (zz)

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