Freisings Beste: Nicht nur klug, sondern auch engagiert

Freising - Zwölf Schuljahre haben sie (mindestens) auf diesen Tag gewartet – oder hingezittert: den Tag der Abiturnoten-Bekanntgabe. Für einige Schüler wurde es ein Tag des Jubels – dank Top-Ergebnis. Gleich mehrmals gab es die Traumnote 1,0.

Camerloher

Einen Freudensprung machte die Camerloher-Elite mit (v. l. ) Lara Schwarz (1,1), Julian Achatz (1,2), Kristina Bösl (1,2) und Marianne Pandler, die ebenfalls eine Abiturnote von 1,2 vorweisen kann.

„Ein – im positiven Sinn – sehr braver Jahrgang“ verabschiedet sich laut Schulleiterin Andrea Bliese 2016 vom Camerloher-Gymnasium. Aber die 104 Schüler, die zum Abitur angetreten sind, waren nicht nur zum Teil extrem engagiert – vor allem und zum Beispiel auch in der Flüchtlingsarbeit –, sondern mit einem derzeitigen Gesamtdurchschnitt (vor den Nachprüfungen) von 2,2 auch ein sehr guter Jahrgang. Und deshalb sind es gleich sieben Absolventen, die als die Besten des Camerloher-Gymnasiums gelten dürfen. Die glorreichen Sieben vom Camerloher führt Lara Schwarz an, die es auf 1,1 gebracht hat. Wie Bliese verriet, wird die 18-Jährige wohl zur freiwilligen Nachprüfung antreten, da es „nur um Haaresbreite“ nicht zur Traumnote 1,0 gereicht habe. Ob 1,1 oder 1,0 – Schwarz wird auf jeden Fall Jura in Passau studieren, erzählt sie.

Drei Mal gab es die 1,2: Kristina Bösl (18), Marianne Pandler (17) und – der einzige Mann im Septett der Besten – Julian Achatz (18) haben es auf diesen super Schnitt gebracht. Während Pandler jetzt gleich mit dem Chemiestudium in München beginnt, will Bösl erst einmal reisen und Kraft sammeln, danach – wie auch Abi-Kollege Achatz – diverse Praktika „zur Orientierung“ absolvieren.

Und dann ist da noch das Trio, das eine 1,3 im Abiturzeugnis stehen hat: Sophia Arndt (17), Anna Lepschy (17) und Aurelia Ostermaier (18). Sie alle warten erst einmal ein Jahr, bis sie sich entscheiden, ob und was sie studieren wollen: Arndt tritt ein Freiwilliges soziales Jahr an, Ostermaier beginnt ein Freiwilliges ökologisches Jahr, während Lepschy sich für ein Jahr Au pair-Aufenthalt (wahrscheinlich in den USA) entschieden hat.

So unterschiedlich die Neigungen und Pläne der sieben Besten auch sind, in einem waren sich gestern alle einig: Nach der Notenbekanntgabe wurde am Vöttinger Weiher gefeiert. „Hoffentlich kommt kein Regenguss“, hielt Bliese ihren Schützlingen die Daumen. Doch die waren eh in Hochstimmung: „Regen? Auch egal.“

Josef-Hofmiller

Das Trio der Besten besteht am Josef-Hofmiller-Gymnasium in diesem Jahr aus zwei Damen und einem Herrn (v. l. ): Ulrike Eisner glänzte mit 1,0, Katrin Dünzkofer und Patrick Schmidhalter mit der Note 1,1.

Am Josef-Hofmiller-Gymnasium erzielten etwa zehn Prozent der 108 Abiturienten die Note 1,5 oder besser. Alle Abiturnoten zusammengezählt ergaben einen Notenschnitt von 2,28. An der Spitze der besten Ergebnisse: Ulrike Eisner (1,0), Patrick Schmidhalter (1,1) und Katrin Dünzkofer (1,1). Alle Drei machten ein besonders gutes Mathematik-Abitur. Und in einem waren sich die drei Besten einig: Die Prüfungen waren anspruchsvoll, aber wenn man viel lernt und das nötige Durchhaltevermögen zeigt, ist es alles halb so schlimm. Pläne für die Zukunft haben die Schüler bereits.

So hat die 17-jährige Ulrike aus Freising zunächst eine USA-Reise geplant. Nach einigen Praktika im Herbst, möchte sie im Januar für ein Work&Travel nach Chile. Bei ihren Reisen kann sie einfach mal abschalten und durchatmen. Ihr Abitur-Kommentar: „Am Ende war es dann doch nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte.“

Patrick möchte erst einmal ausgiebig feiern. Der 18-Jährige hat für die Zeit bis zum Studium Sprachreisen nach England und in die USA geplant. Im Oktober beginnt er dann sein Mathematik-Studium. „Kurz vor den Prüfungen wurde es dann schon stressig“, sagte er gestern. „Da musste ich einige Nachtschichten einlegen.“

Die 17-jährige Katrin aus Allershausen möchte erst einmal eine Woche lang pausieren, bevor sie sich an die Bewerbungen für das Studium macht. Anschließend hofft sie im Oktober „irgendetwas mit Mathe oder Wirtschaft“ zu studieren. Nun kann sie mit etwas Abstand auf die Abizeit sehen: „Ich war schon immer sehr ehrgeizig, aber mit so einer guten Note habe ich nicht gerechnet“, erzählt Katrin.

Dom-Gymnasium

Die Besten des Dom-Gymnasiums: Pascal Thiel (1,1), Maximilian Schattauer (1,0), Marie Schwarz (1,1, vorne, v. l. ) sowie (hinten, v. l. ) Antonia Lehste (1,1) und Eva-Maria Hartinger (1,1).

„Abios Amigos“ ist das Motto der 70 Abiturienten am Dom-Gymnasium. Von den 23 Schülern mit Einserschnitt können sich zwölf über die Note 1,5 oder besser freuen. Insgesamt erzielten die Schüler einen Durchschnitt von 2,21. Gleich fünf Schüler erreichten die Note 1,0 oder 1,1. Maximilian Schattauer (1,0), Marie Schwarz (1,1), Eva-Maria Hartinger (1,1), Pascal Thiel (1,1) und Antonia Lehste (1,1) sind die Namen der besten fünf Abiturienten. Alle Fünf fühlten sich von ihren Lehrern gut für die Abiturprüfung vorbereitet.

So ist es kein Wunder, dass der 18-jährige Maximilian für die Abiturprüfung selbst fast nichts mehr gelernt hat. Auf sein gutes Ergebnis habe er aber dennoch hingearbeitet. Der Jahrgangsbeste möchte gleich im Oktober mit seinem Physikstudium an der LMU in München beginnen.

Die 18-jährige Marie aus Kirchdorf plant ein Studium im Bereich Naturwissenschaften. So freut sie sich, dass ihr guter Abiturschnitt ihr die Pforten zu Fächern wie Biochemie öffnen wird.

Die 17-jährige Eva-Maria hat noch keine konkreten Pläne. Ein Lehramtstudium schwebt ihr aber dennoch vor. Als Vorbereitung fürs Abi empfiehlt sie, sich für die Klausuren immer schon Zusammenfassungen zu machen, da diese dann kurz vor der Abiturprüfung sehr hilfreich seien.

Auch der 18-jährige Pascal aus Eching ist der Meinung, dass Konzentration und Engagement im Unterricht schon die halbe Miete sind. Eines steht für ihn jedenfalls fest: Er wird Ingenieurwissenschaften an der TU in Garching studieren.

Antonia hingegen schwebt ein Mathematik-Studium in München vor. Aber auch mit Jura liebäugelt die 18-jährige Mathe-Spezialistin aus Freising.

Rubriklistenbild: © Gleixner

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