Das Thema Asyl beschäftigte die Moosburger Kirchenvertreter ebenso wie rechte Umtriebe im Netz: Pfarrer Henning von Aschen, Pfarrerin Regine Weller, Pastoralreferentin Annemarie Fleischmann und Stadtpfarrer Reinhold Föckersperger (v. l. ) beim Pressegespräch. foto:zz

Fremdenfeindliche Parolen: Das sagen die Kirchenvertreter

Moosburg - Pfarrerin Regine Weller ist „entsetzt“. Was im Moosburger Untergrund per Facebook an fremdenfeindlichen Parolen verbreitet wird, sei gefährlich. Aber nicht nur das, was das FT gestern aufgedeckt hat. Auch Mitglieder des Helferkreises für Asylbewerber seien schon beschimpft und bedroht worden.

Die Moosburger Kirchengemeinden distanzieren sich deutlich und klar von dem, was an fremdenfeindlichen Umtrieben und rechtspopulistischen Äußerungen in öffentlichen, aber auch in nichtöffentlichen Facebook-Gruppen vom Freisinger Tagblatt aufgedeckt wurde. Bei einem Pressegespräch, in dem es vor allem um die Arbeit des Helferkreises in Moosburg gehen sollte, positionierte sich gestern etwa Pfarrerin Regine Weller unmissverständlich: Sie brauche gar nicht betonen, dass das, was da in den Facebook-Gruppen grassiere, „nicht unsere Meinung“ ist. Und sie sehe durchaus die Gefahr, dass sich die Aktivisten, die sich hier „gegenseitig aufstacheln“, früher oder später „nach Außen“ dringen. Teilweise, so Weller, seien ihr die Mitglieder der öffentlichen Facebook-Gruppen auch als Mitglieder der Kirchengemeinde bekannt.

Doch die Bedrohung durch rechtspopulistisch und fremdenfeindlich eingestellte Personen gingen laut Weller noch weiter: Es gebe Fälle, in denen Mitglieder des Moosburger Helferkreises entweder direkt „blöd angemacht“ würden oder per E-Mail „beschimpft und bedroht“ würden. Flüchtlingshelfer würden zudem immer wieder einmal den Vorwurf hören, sie würden durch ihre Arbeit den Islamismus und den IS-Terror unterstützen, weiß auch Wellers Kollege, Pfarrer Henning von Aschen. Weller ist „entsetzt“, dass sich diese Leute mit solchen menschenfeindlichen Äußerungen „Christen nennen können“. Ihr Tipp bei solchen Bedrohungen und Beschimpfungen per E-Mail, bei denen die Absender meist auch namentlich bekannt seien: „Anzeigen!“

Pastoralreferentin Annemarie Fleischmann, die auch seit langer Zeit im Helferkreis aktiv ist, beobachtet diese rechtspopulistischen Umtriebe im Internet ebenfalls mit großer Sorge. Sie habe, so berichtet sie, Ausdrucke von besonders heftigen Kommentaren in öffentlichen Gruppen Bürgermeisterin Anita Meinelt gezeigt. Die sei darüber „schockiert“ gewesen, schildert Fleischmann die Reaktion der Rathauschefin.

Von fremdenfeindlichen Tendenzen weiß auch Stadtpfarrer Reinhold Föckersperger zu berichten: Inzwischen habe man ja in Moosburg auch schon dunkelhäutige Babys von Flüchtlingen getauft und Bilder der Täuflinge in den Schaukasten gehängt. Abschätzige und fremdenfeindliche Kommentare dazu seien schon mehrmals die Folge gewesen.

Föckersperger sagt, dass er zwar nicht derjenige sei, der „gleich draufschlägt“. Er wolle und werde nicht mit denselben Waffen zurückschlagen. Seine Strategie sei es, durch positives Wirken auf Menschen und Jugendliche solchen Gesinnungen „den Boden zu entziehen“. Und das ist auch die Absicht von Weller und Fleischmann: im Religions-, aber auch im Firm- oder Konfirmationsunterricht das Thema Flüchtlinge und Fremde zu thematisieren und rechtspopulistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Doch die Kirchengemeinden müssten aufpassen, betonte Föckersperger: „Sollten diese Umtriebe weitere Kreise ziehen, muss man reagieren.“

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