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Die erste Aktion: Rund ein Dutzend Aktivisten aus Moosburg fischte kürzlich auf einer Strecke von vier Kilometern Plastikmüll und anderen Unrat aus der Isar.

Für Umweltschutz

Gründung in Grün: Neue Greenpeace-Gruppe in Moosburg

Moosburg - Das hat es im Landkreis Freising bisher noch nicht gegeben: Fünf Sportfreunde haben in Moosburg eine Greenpeace-Gruppe gegründet. Sie meinen es ernst. Ihre erste Aktion haben sie schon gestartet.

Das Schöne am Joggen ist ja, dass es den Kopf durchlüftet. Und wer Glück hat, dem fliegen sogar ein paar Gedanken zu. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Idee für die Gründung einer Greenpeace-Gruppe im Laufen entstanden ist. „Beim Sportmachen sind wir immer wieder ins Gespräch gekommen, wie wir die Welt verbessern können“, berichtet Manfred Weinhöpl, 57, einer der fünf Sportfreunde, die zum Gründungsquintett von Greenpeace Moosburg wurden. Sein Mitstreiter Stefan Maier, 52, ergänzt: „Uns war schnell klar, dass wir gerne etwas tun würden. Die Frage war nur: Wo können wir unsere Kraft einbringen?“

Manfred Weinhöpl.

Und so begann im Winter der Sondierungsprozess. Mehrere NGOs standen zur Debatte, doch immer wieder kamen die Fünf auf Greenpeace zurück. Im Januar besuchten sie schließlich die Gruppe in Deggendorf – und sind begeistert. „Uns hat einfach die Struktur gefallen“, berichtet Maier. „Es gibt in Hamburg eine zentrale, starke Hauptorganisation, aber zugleich ein hoher Freiheitsgrad vor Ort.“ Weinhöpl war es wichtig, dass hinter Greenpeace eine finanzstarke, schlagkräftige Truppe steht. „Wenn man sich mit Riesen wie Monsanto oder Shell anlegt, ist es besser, man wirft nicht nur mit Wattestäbchen.“ Gleichzeitig betont er: „Greenpeace organisiert zwar spektakuläre Aktionen, das Ganze aber unter dem Gebot der absoluten Gewaltfreiheit.“

Über Nacht lässt sich eine Greenpeace-Gruppe allerdings nicht gründen. „Es kostet viel Geld, so etwas aufzubauen“, sagt Weinhöpl. „Da mussten wir schon glaubhaft machen, dass ein ernsthaftes Engagement besteht, etwas voranzutreiben – gerade wenn die Gruppe in einer kleinen Stadt mit 17 000 Einwohnern entstehen soll.“ Ein Argument, das gezogen hat, nennt Stefan Maier: „Wir schlagen in ein Vakuum rein, denn weder in Freising noch in Erding oder Landshut existiert eine Ortsgruppe.“ Das Bestreben der Moosburger ist es nun, nicht nur Mitstreiter in der Heimatstadt, sondern in der ganzen Region zu finden. Mit Gesinnungsgenossen aus Landshut sind die Moosburger schon in Kontakt. Dort gab es bis vor einigen Jahren noch eine eigene Gruppe, und Erfahrung kann schließlich nicht schaden, wobei Maier betont: „Wir Gründer sind alle Oldboys über 50. Wir wollen aber schnell eine starke Jugendorganisation formen.“

Stefan Maier.

Noch befinden sich die Moosburger allerdings in der Gründungsphase. Ehe die Gruppe vollständig in die Greenpeace-Familie aufgenommen wird, muss sie sich bewähren. Dazu zählt, innerhalb von sechs bis neun Monaten ein Funktionsteam zu bilden, einen Paten zu finden und an Aktionen teilzunehmen. Die Führungscrew steht bereits: Maier ist Gruppenkoordinator, Weinhöpl kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit, Thomas Huschenbeck um die Finanzen. Die Gesinnungsgenossen aus München haben die Patenschaft übernommen. Und mit der Teilnahme an der bundesweiten Greenpeace-Aktion „Wellen machen“ haben die Moosburger auch ihre Feuertaufe bestanden.

Ein gutes Dutzend Aktivisten machte sich kürzlich auf, um auf vier Kilometern Länge Plastikmüll aus der Isar zu fischen. „Wir sind auf 23 Kilogramm gekommen plus anderem Müll, der von Flaschen bis zu Verkehrspfosten gereicht hat“, berichtet Weinhöpl. „Wieviel Abfall wäre erst zusammengekommen, wenn wir im Sommer gesammelt hätten, wenn an der Isar wieder gegrillt wird?“ Die Moosburger stellten den Unrat säckeweise an der Mariensäule im Stadtzentrum aus. So konnte die Greenpeace-Gruppe gleichzeitig auf die Vermüllung der heimischen Gewässer und auf ihre eigene noch junge Existenz hinweisen. „Ich hatte das Gefühl, dass wir viele Passanten neugierig gemacht haben“, resümiert Maier. Auch Weinhöpf hatte seine Aha-Erlebnisse: „Da sind Leute an den Stand gekommen, die erzählt haben, dass sie seit Jahren Greenpeace-Mitglied sind. Leute, von denen ich es nie geglaubt hätte.“ Und immer wieder bekamen die beiden die eine Frage gestellt, mit der Greenpeace-Aktivisten als Erstes assoziiert werden: „Wo kettet ihr euch denn an?“

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