Gemeinderat Hallbergmoos

Buslinie 692: Kostenkompromiss auf Bürgermeisterebene

Hallbergmoos - Ab Dezember 2017 wird die Buslinie 692 Hallbergmoos mit Neufahrn verbinden. Nachverhandlungen über die Kostenaufteilung waren erfolgreich. Und trotzdem sorgte der Beschluss im Hallbergmooser Gemeinderat jetzt für Ärger.

Wichtig ist die neue Buslinie 692 auf jeden Fall. Darüber war sich der Hallbergmooser Gemeinderat schon Anfang Mai in einer ersten Sitzung einig. Und Bürgermeister Harald Reents wiederholte jetzt am Dienstag, dass man diese Busverbindung benötige, um das Kino in Neufahrn, den Sport- und Freizeitpark in Hallbergmoos, aber auch das Gewerbegebiet besser anbinden zu können. 

Reents rührte auch die Werbetrommel, weil er den Beschluss des Gemeinderats von Anfang Mai nicht zur Gänze hatte umsetzen können: Da war beschlossen worden, dass die Gemeinde Hallbergmoos 37,5 Prozent der Kosten für die Buslinie übernehme. Die Gemeinde Neufahrn dagegen hatte beschlossen, Hallbergmoos solle 45,1 Prozent tragen. Die Folge: Auf Bürgermeisterebene wurden neuerliche Gespräche darüber geführt, wie die restlichen Kosten (nach dem Abzug der 25-prozentigen Beteiligung des Landkreises) aufgeteilt würden. 

Das Ergebnis, wie es Rathauschef Reents mitteilte und der Gemeinderat dann auch beschloss: Jetzt übernimmt die Gemeinde Hallbergmoos 42,1 Prozent der Kosten (also 261.000 Euro pro Jahr) und die Gemeinde Neufahrn 32,9 Prozent (204.000 Euro). Um drei Prozent (14.000 Euro) habe man die Verteilung also noch zu Gunsten von Hallbergmoos verschieben können, berichtete Reents. 

Die CSU-Fraktion, die sich eigentlich eine 37,5 zu 37,5- Lösung gewünscht hätte, war auch mit dieser Lösung einverstanden, wie Christian Krätschmer sagte. Dass sich die beiden Gemeinden geeinigt hätten, sei ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Daran zweifelte Heinrich Lemer (FW): Er habe sich schon „sehr gewundert“, dass die CSU-Fraktion den CSU-Bürgermeister in der Mai-Sitzung „im Regen stehen gelassen hat“. Dass man jetzt von guter Zusammenarbeit der Gemeinden spreche, sei doch nur der Versuch, „schönzureden“, dass wegen des auch von der CSU mitgetragenen ablehnenden Beschlusses Anfang Mai „viel Porzellan zerschlagen“ worden sei. Er könne jetzt nur hoffen, dass die Neufahrner nicht nachtragend seien, sagte Lemer, und den ausgehandelten Kompromiss ebenfalls mittragen. 

Josef Niedermair (CSU) wehrte sich: Das sei „schon starker Tobak“, den Lemer da von sich gebe. Die CSU habe Anfang Mai die Zahlen zur Kostenaufteilung für die Buslinie 692 zum ersten Mal gesehen. Und man habe ja wohl noch das Recht zu sagen, dass einem die Beteiligung der eigenen Gemeinde zu hoch sei. Niedermair abschließend zu Lemer: „Das ist ja lächerlich, was du sagst.“ 

Der ausgehandelte Kompromiss (Hallbergmoos 42,1 Prozent, Neufahrn 32,9 Prozent) wurde in der Sitzung des Gemeinderats dann auch einstimmig angenommen. Fazit: Stimmt jetzt noch Neufahrn zu, soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 die Linie 692 ihren Betrieb aufnehmen.

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