Lamm, Bohnen und Kartoffeln ließen sich die Echinger Bauern schmecken. Foto: Wilms

Wie aus dem Hammel- ein Lammessen wurde

Eching - Seitdem Josef Schredl zum Obmann der Ortsgemeinde gewählt wurde, firmiert das jährliche Hammelessen der Landwirte unter der Bezeichnung Lammessen. Und gleichzeitig mit der neuen Begrifflichkeit geht es auch definitiv nicht mehr so hart zu bei den Diskusssionen über Bürgermeister und Kommunalpolitik wie zuvor.

Da bekanntlich „nomen est omen“ is(s)t, kam im Cafe Central (ASZ) also zunächst das feine Lamm in Begleitung von Bohnen und heimischen Erdäpfeln auf den Tisch - und im Anschluss eine Reihe von lokalen Themen. Bürgermeister Josef Riemensberger referierte über anstehende Straßenbaumaßnahmen, insbesondere die Probleme bei den Sanierungen rund um den Echinger Stachus, die Leitbildentwicklung im Mallertshofer Holz und auf der Fröttmaninger Heide, den Schutz der seltenen Feldlerche und die Umsetzung erneuerbarer Energien. An die Anschrift der Bauernschaft ging auch ein dickes Lob vom Gemeindechef: Er sei dankbar für das vorbildliche System beim Unterhalt der Feld- und Radlwege, bei dem die Kommune durch die Bereitstellung besseren Materials mit den Landwirten bei der Instandhaltung bestens kooperiere.

Und noch etwas sei der landwirtschaftlichen Nutzung zu verdanken, erläuterte er: Die Brut- und Nistplätze der geschützten Feldlerche befinden sich schwerpunktmäßig gerade nicht in Biotopen und auf Naturschutzgelände: „Den Lerchen gefällt es ganz gut in der Landwirtschaft“, freute sich Riemensberger. Die meisten Populationen besiedeln „normale“ Äcker und Felder.

Was dem Rathauschef recht war, war dem Echinger Landwirt und Unternehmer Georg Riemensperger billig. Auch er hatte eine Liste vorbereitet und arbeitete seine Kritikpunkte in Form eines längeren Monologs ab: Ganz vorne das Kardinalthema Verkehr mit zugeparkten Straßen oder Straßenschäden vom Mastenweg bis zur Fürholzer Straße sowie die Forderung nach einer Südumgehung. Problem ist zudem unverändert der umständliche Zugang zu den Feldern durch die geänderte Verkehrsführung beim Einkaufszentrum an der Schlesierstraße, was auch Gustav Handschuh monierte. Bei letzterem Kritikpunkt verwies Echings Gemeindeoberhaupt auf die bürokratischen Eingriffe des Straßenverkehrsamtes. Zudem berichtete er von einer fürs Frühjahr geplanten „Versuchsstrecke“ mit neuem Asphalt am Mastenweg.

Neben verkehrlichem wollte Riemensperger auch „tierischen“ Ärger loswerden. Wie könne es angehen, dass neben der Lerche der Feind kleinerer Singvögel, der in Scharen sehr dominanten Krähe, geschützt werde? Hier frage er sich schon, „wo die Naturschützer ihr Hirn haben“. Und auch zum Thema Vierbeiner gab er einen kritischen Beitrag ab. Zwar seien die Rindviecher, „die Vierbeinigen“, aus Eching verschwunden, so sein launiger Seitenhieb, aber die rund 500 Hunde in der Gemeinde, respektive deren zweibeinige Besitzer, verursachten in Feld und Flur jede Menge Probleme. Sein Appell: doch behördlicherseits dafür Sorge zu tragen, dass die Hunde nicht mehr quer Beet frei laufen und damit Rehe und sonstiges Wild verschrecken.

Eine letzte Frage an den amtierenden Bürgermeister nach einer erneuten Kandidatur konnte sich zum Schluss Hans Fischer nicht verkneifen. Er wurde mit der bereits in der Presse zitierten Aussage „vor Ostern“ vertröstet. „Schaun wir mal, ob wir den Sepp beim nächsten Mal hier wieder als Bürgermeister oder als Landwirt begrüßen können“, äußerte Schredl diplomatisch.

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