Hochwasserschutz: Bürger sollen mitreden

Neufahrn/Giggenhausen - Ein umfassender Hochwasserschutz für den Neufahrner Ortsteil Giggenhausen kostet 1,7 Millionen Euro - ohne Grunderwerb, wie die Planer Angelika Ruhland und Joachim Löhr deutlich machten.

Eine Summe, die im Gemeinderat für eine Mischung aus Erheiterung und Kopfschütteln sorgte, nicht zuletzt wegen der angespannten Haushaltslage. Aber auch deshalb, weil es den meisten zu schnell ging. Erst die Bürger und die Beteiligten befragen und einbinden, lautete das Credo.

Die Landschaftsarchitektin stellte klar, dass ökologische Maßnahmen, sprich eine Renaturierung des Giggenhauser Baches, nicht ausreichten. Löhr stellte eine ganze Reihe von Regenrückhaltemaßnahmen sowie einen Entlastungskanal mitten im Ort zur Lösung der Hochwasserprobleme in Aussicht. Nur so könnten Überschwemmungen, wie sie im Bereich des Feuerwehrhauses bei Starkregenereignissen auftreten, verhindert werden. Joachim Löhr verwies auf eine Maßgabe, die „ein hundertjähriges Hochwasser plus 15 Prozent Klimaschutzvorgabe“ beinhalten sollte. Nur so sei das Problem aus der Welt zu schaffen.

Gerne hörte das niemand im Gemeinderat. Allen voran zeigte sich Josef Eschlwech (FW) enttäuscht. Er sei nur zur Kenntnisnahme bereit, erklärte er. Man hätte vorher mit der Bevölkerung sprechen müssen. Auch Burghard Rübenthal (CSU) sprach sich für eine vorgezogene Bürgerbeteiligung aus. Manuela Auinger (SPD) stellte die Frage nach „Fördermöglichkeiten“ in den Raum. Ruhland sprach von 60 bis 70 Prozent. Dabei komme es darauf an, für wie ökologisch die Maßnahmen angesehen würden.

Auch Beate Frommhold-Buhl (SPD) verlangte danach, mit den Betroffenen zu reden, bevor Beschlüsse gefasst würden. Bürgermeister Franz Heilmeier erklärte daraufhin, dass der Beschlussvorschlag „exakt so gefasst“ und zu verstehen sei. Er sprach von einen Schritt der Vorbereitung und davon, dass es gelte, Prioritäten zu setzen und „nicht zu sehr ins Detail zu gehen“.

Am Ende war die Zustimmung groß. Den von Heilmeier in besagtem Sinne formulierten Beschlussvorschlag nahm der Gemeinderat ohne Gegenstimme an.

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