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Die Anforderungen haben sich geändert: Brigitte Mitterleitner ist seit 25 Jahren fest mit dem Kindergarten verwurzelt. Die Leiterin weiß, dass sich Vieles grundlegend geändert hat – für die Eltern und Kinder ebenso wie für das Kindergartenpersonal.

Interview mit Brigitte Mitterleitner, seit 25 Jahren Kindergartenleiterin

Noch mehr Miteinander

Haag - Seit 25 Jahren steht das Gebäude des Gemeindekindergartens in Haag an der Moosburger Straße. Man sieht es ihm nicht an, dass es schon ein Vierteljahrhundert alt ist. Noch immer steht es leicht versteckt am Randes des früheren Schlossgartens mit altem Baumbestand. Stetig gewachsen sind indes die pädagogischen Anforderungen hinsichtlich Bildung und Betreuung der Kinder. Wir sprachen mit Einrichtungsleiterin Brigitte Mitterleitner über die Anfänge, über Veränderungen in der frühkindlichen Erziehung und über das Motto des Kinderhauses „Begleitet mich – und ich kann wachsen!“

Frau Mitterleitner, Sie sind seit der Eröffnung des Kindergartens an der Moosburger Straße mit dabei. Sie kennen die Einrichtung, wie keine zweite?

Ja, eigentlich schon. Ich habe das neue Haus ja mit konzipiert. Wir waren früher in einem Gebäude in der Nähe der Schule untergebracht. Es gab eine Vormittagsgruppe, eine Nachmittagsgruppe. Die meisten Kinder sind mittags abgeholt worden.

Wie haben sich die Anforderungen an Leitungs- und Erziehungskräfte im Laufe der 25 Jahre verändert?

Rasant. Wir haben 2001 das erste Ganztagskind bekommen. Nachmittag wurde für Kinder unter drei Jahren einmal wöchentlich eine Schnuppergruppe angeboten. Als mit der Einführung des bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG ) im Jahr 2005 wurden die Buchungszeiten in allen Gruppen weitgehend flexibel gestaltet. Im Jahr 2010 wurde die erste Einzelintegration eines Kindes möglich. Seit 2011 besteht in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Freising eine Integrationsgruppe. Wir sind mittlerweile ein anerkanntes integratives Kinderhaus, bestehend aus Integrationskrippe und Integrationskindergarten. Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen ist ab September 2013 der Besuch einer Kinderkrippe für Kinder ab circa zehn Monate möglich. Die Kinderkrippe ist ist am Dorfplatz im ehemaligen Alten Wirt eingerichtet worden.

Welche Anforderungen ergeben sich im pädagogischen Alltag ?

Wir sind sind als integratives Kinderhaus anerkannt. Wir unterstützen die Kinder auf Grundlage der inklusiven Pädagogik individuell und ganzheitlich im Hinblick auf ihr Alter, ihre Herkunft, ihr Geschlecht, ihr Temperament, ihre Stärken, Begabungen und Interessen. Als Grundlage gilt die Partizipation. Das ist ein wesentliches Element demokratischer Lebensweise und bedeutet für uns, die Kinder in möglichst viele Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Das Motto unseres Kinderhauses heißt: „Begleitet mich und ich kann wachsen“. Treu geblieben sind wir der Arbeit in festen Gruppen. Dennoch gibt es auch gruppenübergreifende Aktionen.

Schildern Sie doch mal, wie sie den Kindern diese mitverantwortliche Selbstbestimmung erfahren lassen?

Beim Morgenkreis, in kleineren Gesprächskreisen, in Kinderkonferenzen oder Projektarbeit bieten wir den Kindern die Möglichkeit selbst Regeln und Abläufe mitzubestimmen. In der Freispielzeit dürfen die Kinder Spielort, -dauer und Spielpartner selbst wählen. Auch beim Essen und Trinken dürfen sie mitreden, das heißt, wenn sie nicht soviel Appetit haben, müssen sie den Teller selbstverständlich nicht leer essen.

Stichwort Ernährung. Wie ist das im Kinderhaus in Haag geregelt.

Wir achten im Kindergarten auf gesunde Ernährung. Bei der Brotzeit sollte immer etwas Obst und Gemüse dabei sein. In einzelnen Gruppen wird im Laufe des Vormittags den Kindern ein Rohkostteller angeboten. Das Obst und Gemüse hierzu bringen die Eltern zu Beginn der Woche mit.

Das hört sich nach guter Zusammenarbeit mit den Eltern an.

Das kann man so sagen. Unsere Eltern sind mehr als engagiert. Mit Hilfe der Eltern ist unser schönes Baumhaus im Garten entstanden. Jetzt hoffen natürlich alle, dass wir noch ein Stück des früheren Schlossgartens als Freifläche dazu bekommen.

Fällt es den Kindern da nicht sehr schwer, wenn sie in die Schule kommen?

Wir versuchen ihnen den Übergang so leicht wie möglich zu machen. Da arbeiten wir eng mit der Grundschule in Haag zusammen. Am letzten Kindergartentag des jeweiligen Kindes wird das zukünftige Schulkind vom Kindergartenpersonal in einer Decke hinausgeschaukelt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Noch mehr Miteinander. Und dass wir es schaffen, die Kindern auch weiterhin so gut zu begleiten wie bisher. Vielleicht sogar noch besser.

Maria Martin

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