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Erst wurde er zum Gespräch eingeladen, dann wurde ihm der Handschlag verweigert und die Gegner wollten doch nicht mit ihm reden: Das Zusammentreffen des Finanzministers und der Startbahngegner war laut - und schnell vorbei. 

Minister in Helfenbrunn

"Heimatzerstörer": Startbahngegner verweigern Dialog mit Söder

Helfenbrunn - Der Empfang für Markus Söder in Helfenbrunn war laut, aber nicht herzlich. Die Startbahngegner waren gekommen, um dem "Heimatvernichtungsminister", wie sie Söder titulierten, zu sagen, dass es nichts mehr zu sagen gibt. 

Knapp 300 Startbahngegner haben dem von ihnen so titulierten „Heimatzerstörer“ Markus Söder beim politischen Erntedankfest der CSU in Helfenbrunn einen lautstarken Empfang bereitet. Gegen Trillerpfeifen und Handsirenen hatte sogar die Blaskapelle von den Hopfareißer Schwierigkeiten, sich durchzusetzen.

Als Hartmut Binner von Aufgemuckt um Ruhe bat, gab er bekannt, dass er soeben zum ersten Mal in seinem Leben einem Menschen „den Handschlag verweigert“ habe. Der Dialog sei beendet. Es gebe nichts mehr zu reden. „Die CSU gehört weg!“ – das war nur eine Botschaft, die an jenem Sonntagvormittag über Plakate transportiert werden sollte.

Hartmut Binner, vor kurzem als Aufgemuckt-Sprecher zurückgetreten, hatte sogar sein legendäres rotes Trachtensakko wieder ausgepackt. Grund: „Die Kampfansage Seehofers“, der sich vergangene Woche bekanntlich nun doch pro Startbahn ausgesprochen hatte. Angesichts der Brisanz der Situation waren nicht nur Einsatzkräfte der PI Freising vor Ort, sondern auch ein Trupp schwarz gekleiderter Bereitschaftspolizisten, die sich vor der Phalanx der Startbahngegner aufgebaut hatten. 

Ohrenbetäubendes Pfeifkonzert für Söder

Auftritt Finanz- und Heimatminister Söder – ohrenbetäubendes Pfeifkonzert begleitet ihn. Söder, der sich bereit erklärt hätte, mit den Demonstranten zu reden, bekam dazu aber keine Gelegenheit. "Aufgemuckt" und "Plane Stupid" taten in Person von Binner kund, „dass wir mit dem Heimatvernichtungsminister nicht sprechen“. Es sei, so Binner, alles gesagt, alle Argumente über die Startbahn seien ausgetauscht. Nun werde man der CSU in Bayern und besonders auch im Landkreis zeigen, „wo der Bartl den Most holt“, kündigte Binner an. „Das wird eine heiße Geschichte.“ Den Abgang von Söder, der sich darauf in den Festsaal des Burgerwirts begab, begleiteten Sprechchöre: „Hei-mat-zer-stö-rer!“

Drinnen, vor den CSU-Anhängern, tat Söder dann die Debatte um die Startbahn „leid“. Denn das sei ja der einzige Punkt der Auseinandersetzung in einer Region, die mit zu den stärksten in Deutschland gehöre. Er respektiere es, dass so ein Projekt wie die dritte Startbahn „mehr als kritisch hinterfragt“ werde, aber wenn man die Diskussionen abbreche, wie gerade vor dem Festsaal geschehen, dann sei das „kein demokratischer Stil“. Das sah auch MdL und Kreisvorsitzender Florian Herrmann so: Erst um ein Gespräch bitten, dann den Handschlag verweigern – „kein guter Stil“.

Alles zum Thema "Dritte Startbahn" finden Sie hier.

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