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Anogia, eine kleine Gemeinde auf Kreta, will eine Partnerschaft mit Kranzberg. Ob Kranzberg das auch will, steht noch nicht fest. 

Neue Partnerstadt klopft in Kranzberg an

Klares Jein zu einem Antrag aus Hellas

Kranzberg - Kennen Sie Anogia? Nicht? Seit Dienstag kennen zumindest die Kranzberger Gemeinderäte Anogia. Dabei handelt es sich um eine kleine Gemeinde auf Kreta, die jetzt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Ampertal-Gemeinde angeregt hat. Die Ansichten im Gemeinderat zu diesem Ansinnen aus Hellas gingen weit auseinander.

Ende Mai hatte die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV) die Fahrt von 15 griechischen Bürgermeistern nach Deutschland organisiert. Dabei wurde auch die Gemeinde Kranzberg besucht und besichtigt. Die Folge: Der Bürgermeister von Anogia hat nun Kranzberg eine Partnerschaft angeboten. Rathauschef Hermann Hammerl sagte am Dienstag im Gemeinderat, er begrüße einen solchen partnerschaftlichen Informationsaustausch, werde dadurch doch das Verständnis füreinander in einem vereinten Europa gestärkt, könne man gegenseitig voneinander lernen. Monika Mühl (FWG) sah das ähnlich: Sie könne sich gut vorstellen, dass das schon klappen könnte. Und es sei nicht schlecht, „mal über den Tellerrand hinauszuschauen“.

Damit gab Mühl der Aussage von Sonja Kieslinger (ebenfalls FWG) Contra. Die hatte gesagt, dass jede Partnerschaft Geld koste und man das Geld doch lieber „für die eigenen Leute“ verwenden solle. Ihr Credo: „Lieber Gremertshausen als Griechenland.“ Und auch sonst überwog bei den Gemeinderäten die Skepsis. Vor allem wegen der Äußerungen von Manfred Moosauer, dem Entdecker der Goldfunde von Bernstorf, gingen die Gemeinderäte eher in Abwehrhaltung. Moosauer hatte (ungefragt und von sich aus) Anfang September öffentlich geäußert, diese Partnerschaft zu Anogia sei gut, knüpfe man doch so eine Verbindung zu der Insel und der Kultur, zu der auch Bernstorf zu mykenischer Zeit Verbindungen gehabt habe. Für Silvia Tüllmann (FWG) deute dies darauf hin, dass es in dieser Partnerschaft „zu sehr moosauert“. Ursula Enghofer (FWG) warnte, man dürfe sich da von Moosauer „nicht in eine Partnerschaft treiben lassen“. Und Anton Hierhager (SPD) betonte, dass diese von Moosauer behauptete Verbindung Bernstorfs nach Kreta doch „auf sehr dünnem Eis“ stehe. Die Erkenntnisse, dass das Gold von Bernstorf in dieser Reinheit nicht aus mykenischer Zeit stammen könne, sei ja nun bestätigt worden (wir haben berichtet). Außerdem: Anogia habe 100 000 Schafe und Tourismus – beides Dinge, die Kranzberg nicht habe. „Das passt gar nicht zusammen.“ Entschieden wurde am Dienstag nichts.

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