Gemeinderat bewilligt digitale Tafeln

"Ja" zu Whiteboards an Grundschule trotz Bedenken

Hohenkammer - Digitale Whiteboards für die Grundschule Hohenkammer – eigentlich eine gute Sache. Doch nicht jeder im Gemeinderat konnte sich damit anfreunden.

Franz Hofmann von der Planungsfirma HPE hatte drei Versionen vorzustellen: einmal einen Monitor mit 84 Zoll, der von der Bedienung her ähnlich wie ein Tablet funktioniere, und ein tatsächliches Whiteboard in zwei Größen, das durch einen speziellen, sensorischen Rahmen und einem Beamer interaktiv wird, aber immer noch auf alte Art und Weise genutzt werden kann.

Wichtig: Beide können mit einer Dokumentkamera, die beispielsweise einen Buchtext direkt auf den Bildschirm überträgt, und einer Soundbar für besseren Ton nachgerüstet werden. Hofmann zeigte Vor- und Nachteile auf – und auch die Preise. Bei dem 84 Zoll-Monitor sei man gesamt (mit Schulung und Software für fünf Jahre) bei 13 850 Euro, das 100 Zoll-Whiteboard liege bei 9250 Euro und das 135 Zoll-Whiteboard bei 13 550 Euro. „Das sind aber alles Listenpreise“, erklärte Hofmann. Bestellt man, wie in Hohenkammer dann benötigt, sechs dieser Boards oder Monitore, könne man mit einem Rabatt rechnen. Bürgermeister Johann Stegmair erkundigte sich nach dem Favoriten der Lehrer. Zunächst sei es der Monitor gewesen, sagte Hofmann.

Als sie aber dann merkten, dass sie im Zweifel auch altmodisch auf den Whiteboards arbeiten könnten, war die große Variante mit 135 Zoll die gewünschte. Kam vom Gemeinderat zunächst weitgehend Zustimmung, war Alexander Stampfl (CSU) nicht „hundertprozentig überzeugt“. Er bemängelte, dass man sehr schnell müde werde, wenn man den ganzen Tag damit arbeite. Michael Loy (BvHo) stimmte zu: „Das ist anstrengend.“ Außerdem müsse man Kinder schon in so jungem Alter nicht so auf Medien fixieren. Er fragte: „Brauchen wir in der ersten Klasse wirklich so eine Technik?“ Stegmair hingegen glaubte nicht, dass man die Schule glücklich mache, wenn man jetzt noch warte. Unterstützung erhielt er von Ernst Kauer (SPD): „Wenn die Lehrer der Meinung sind, dass sie damit besser arbeiten können. würde ich nach den Lehrern gehen.“ Das Schlusswort hatte Thomas Rottmair: „Ich glaube, dass eine Schreibtafel reicht. Man muss einem Kind nichts veranschaulichen, das hat mehr Fantasie als wir alle.“ Bei der Schlussabstimmung ging es nur nach Größen. Dass alle sechs Klassenzimmer mit solchen Tafeln bestückt werden, war ohnehin klar. Zunächst wurde über die 135-Zoll-Version abgestimmt – mit negativem Ergebnis. 6:9 lautete schließlich das Resultat, somit war die Wunschversion der Lehrer abgelehnt. Zustimmung gab es aber dann für das 100-Zoll-Whiteboard. Zehn Räte stimmten dafür, fünf dagegen. Josef Neumair (BvHo) hatte noch Bedenken: „Was ist, wenn die Schulleitung die Version nicht will?“ Stegmair: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber dann informiere ich den Gemeinderat wieder."

Rubriklistenbild: © dpa

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