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Werkeln für die Jubiläumsaufführung: Die Vorsitzenden Konrad Neumair (l.) und Johann Wildgruber bauen die Kulissen für den „Holledauer Schimmel“.

40 Jahre Laienspielgruppe Kranzberg

Kranzberg kann Komödie und Klassiker 

Kranzberg - Seit 105 Jahren wird in Kranzberg nachweislich Theater gespielt. Und damit ist nicht das politische Leben gemeint, sondern das echte, das wahre Theater auf der Bühne. Seit 40 Jahren ist für diese Form der kulturellen Unterhaltung die Laienspielgruppe zuständig. Zum Jubiläum gibt’s ein Fest und eine besondere Aufführung.

Begonnen hat alles mit der „Hundswut“. 1911 hat der Burschenverein dieses Stück auf die Bretter gebracht. Bis sich 1976 die Laienspielgruppe Kranzberg gründete, war Theater eine Sache des Burschenvereins und der Katholischen Landjugend. Auf der Bühne des Fischerwirts erlebten die Kranzberger Komödien wie „Der Postamentlmann“, kurz nach dem Krieg (1949) den „Lumpaci Vagabundus“, aber auch große Dramen wie „Gehetztes Wild“ und Schenkelklopfer wie „S’Dirndl von der Au“. Als sich immer weniger Jugendliche für das Theaterspiel begeistern, ist für kurze Zeit Schluss mit Theater in Kranzberg. Doch 1976, als unter Pfarrer Gabriel Kreuzer der Pfarrstadel eingeweiht wird und damit auf Anregung des Theaterfreundes mit dem guten Draht nach oben auch eine Bühne eingebaut wurde, startet das Theaterspiel in Kranzberg neu: 1976 gründet sich die Laienspielgruppe, kann schon im März 1977 mit dem „Lumpaci Vagabundus“ von Jonann Nestroy einen großen Erfolg feiern. Regie: Pfarrer Kreuzer. Jetzt, 2016, kann man auf 40 Jahre erfolgreiches kulturelles Schaffen zurückblicken.

Am 1. Oktober sind alle Mitglieder und Freunde der Laienspielgruppe eingeladen zur großen Jubiläumsfeier im Pfarrstadel, dort also, wo man seit vier Jahrzehnten alljährlich große Erfolge feiert. Da wird man sich dann daran erinnern, wie in den vergangenen vier Jahrzehnten das Vereinsleben gewachsen ist, wird über Ausflüge, Theaterbesuche und Feste reden. Und man wird sich an manch ein besonders erfolgreiches Stück erinnern – beispielsweise an den „Geisterbräu“ im Jahr 1995, an „Birnbaum und Hollerstauden“ (2001), aber auch an Boulevardkomödien wie die „Pension Schaller“ (2009) oder auch Klassiker wie den „Brandner Kaspar“ vor drei Jahren. Rund 1200 Zuschauer sahen im Schnitt pro Jahr die Aufführungen der Kranzberger Mimen. Und man wird sich an die Namen erinnern, die lange Jahre und erfolgreich die Laienspielgruppe geprägt haben: Da ist der Gründungsvorsitzende Josef Riedl und seine Nachfolgerin Getraud Rottenfußer, da ist der Regisseur Otto Gruber, da ist der „Spielerrat“ mit Hans Badhorn, Helmut Oberprieler, Hans Vierthaler und Franz Wurmseher, und da ist der Rückblick auf einen Besuch in Wien im Jahre 1991, als man dort den berühmten „Firmling“ drei Mal als Straßentheater aufführte. Und da ist die Erinnerung an das Jahr 1993, als die Laienspieler aus Kranzberg den Kultur-Anerkennungspreis des Landkreises Freising erhalten haben. Und man wird sich vielleicht an das Jahr 1999 erinnern, als das Kindertheater mit dem „Dschungelbuch“ Premiere feiert. Und sicher lässt man das Jahr 2007 Revue passieren, als man sich an eine große Freilichtaufführung heranwagte und anlässlich der Renovierung der Gebäude auf dem Pantaleonsberg die von Jenny Radek in ein Theaterstück gegossene Geschichte von „Arnold, dem Nasenlosen“ auf die Bühne brachte. An das alles wird man sich also auch erinnern, wenn man sich zum Festabend am 1. Oktober trifft.

Aber man wird vielleicht auch schon über die neue Inszenierung reden, zu der die Vorbereitungen bereits jetzt laufen: Der „Holledauer Schimmel“ soll ab 18. März 2017 (wohl neun oder zehn Mal) aufgeführt werden - eine durchaus große und aufwändige Inszenierung, wie das Vorstandsduo Johann Wildgruber und Konrad Neumair betonen, die schon fleißig dabei sind, die Bühnenbilder anzufertigen. Aber für solch große Aufgaben hat man ja rund 80 der insgesamt 150 Mitglieder, die alle Jahre wieder tatkräftig und mit viel Engagement vor, hinter und auf der Bühne Theater machen. Und das seit 40 Jahren als „Laienspielgruppe Kranzberg“.

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