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Leiharbeiter (36) muss dreieinhalb Jahre hinter Gitter

Lebensgefährtin grün und blau geschlagen

Landshut/Freising – Er hat die Mutter seines kleinen Kindes so verprügelt, dass sie überall am Körper Hämatome hatte. Dafür kassierte ein Leiharbeiter (36) die Quittung vor Gericht.

Der Leiharbeiter und seine Lebensgefährtin aus Freising hatten sich im April 2014 kennengelernt. Allerdings kriselte es schon bald in der Beziehung, wie die 27-Jährige vor Gericht aussagte: „Er hatte nur Weiber im Kopf, ich lebte in einem Gefühlschaos, es war ein ewiges Hin und Her.“

Am 13. Juni 2014 kam es dann in einem Freisinger Biergarten zum ersten Eklat: Der Leiharbeiter drängte zur Heimfahrt, doch seine Lebensgefährtin wollte noch ein anderes Lokal aufsuchen und verweigerte ihm den geforderten Autoschlüssel. Da griff der 36-Jährige zu einem Bierglas, schüttete der Lebensgefährtin das Bier über den Kopf und schlug ihr das Glas ins Gesicht. „Ich habe nur noch Sterne gesehen und bin dann einige Tage mit einem Veilchen und Kopfschmerzen rumgelaufen“, berichtete die 27-Jährige. Allerdings habe sich der Leiharbeiter einige Tage später bei ihr entschuldigt. „Und ich habe mich einsülzen lassen. Er hat mir immer wieder versichert, dass er sich ändern und eine Anti-Aggressionstherapie machen will.“

Wie die Frau weiterberichtete, kam es in der Folgezeit immer wieder zu Streitereien – auch als der gemeinsame Sohn geboren wurde. Sie machte ihm Vorhaltungen, dass er sich nicht genug um das Kind kümmere. Doch dann vereinbarten die beiden eine Aussprache, zu der er mit dem Auto kam. Sie stieg ein – ein Fehler. Der 36-Jährige fuhr in die „Pampa“ – irgendwo in der Flughafennähe. Statt einer Versöhnung gab es wieder heftige Streitereien, sagte die Frau. Plötzlich habe sie ihr Ex über den Fahrersitz hinweg aus dem Auto gezogen. Dann seien beide über eine kleine Böschung auf ein Feld „gekugelt“. Danach, so die 27-Jährige, habe sie nur noch Schläge und Fußtritte verspürt – im Gesicht und am ganzen Körper. Erst, als sie geschrien habe, ob er sie umbringen wolle, habe er von ihr abgelassen. Eine Cousine brachte sie in eine Klinik und zur Polizei.

Das rechtsmedizinische Gutachten bescheinigte ihr eine Vielzahl von Verletzungen. Rötungen der Kopfhaut bestätigen ihre Aussage, dass sie an den Haaren aus dem Auto gezogen wurde. Außerdem ist in dem Schriftstück von einem Nasenbeinbruch die Rede. Gesicht und Körper seien mit Hämatomen übersät, ein Auge stark angeschwollen gewesen.

Vor dem Amtsgericht Freising hatte sich der Leiharbeiter für die beiden Fälle der gefährlichen Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren eingehandelt. Dagegen ging er in Berufung. Vor dem Landgericht legte der Angeklagte ein Teilgeständnis ab. Allerdings, so entschuldigte er sich, habe es fast jeden Tag Handgreiflichkeiten gegeben: „Sie hat hingelangt, und ich habe hingelangt. Da gäbe es noch Stoff für weitere zehn Verhandlungen.“ Inzwischen habe er eine neue Beziehung und sei vor sechs Wochen wieder Vater geworden, habe einen Job und bemühe sich um ein Anti-Aggressionstraining. Zudem sei er bereit, seiner Ex Schmerzensgeld zu bezahlen, das ihr in erster Instanz zugesprochen worden war. Diese vermeintlichen Pluspunkte reichten aber nicht: Die Berufungskammer bestätigte das Urteil des Amtsgerichts.

Walter Schöttl

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