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Sie ließen sich informieren: Zahlreiche Interessierte waren in den Marzlinger Bürgersaal gekommen.

Infoveranstaltung

Asylbewerber: 55 junge Männer kommen nach Marzling

Marzling - Überaus sachlich verlief am Dienstagabend die Infoveranstaltung zur Unterbringung von Asylbewerbern in Marzling. Der Bürgersaal war zum Bersten voll, als Irmgard Eichelmann vom Landratsamt Freising mitteilte, dass 55 junge Männer in die Unterkunft bei der Straßenmeisterei einziehen werden.

Bürgermeister Dieter Werner freute sich über das rege Interesse seiner Marzlinger am Thema („Wenn nur bei den Gemeinderatssitzungen auch so viele da wären!“). In die ehemalige Schreinerei Stefan werden bereits im April die Asylbewerber einziehen, betonte der Rathauschef. Zugleich zeigte er sich aber ein bisschen enttäuscht darüber, dass ausschließlich junge Männer nach Marzling kommen. Werner: „Wir wären auch für Familien gut gerüstet – sowohl in der Schule als auch im Kindergarten.“ 

Irmgard Eichelmann, im Landratsamt zuständig für die Koordination der Ehrenamtlichen in Sachen Asyl, berichtete zunächst über die Flüchtlingssituation im Landkreis, wo aktuell 2200 Asylbewerber in 89 Häusern untergebracht seien. Nach Marzling würden 55 junge Männer kommen, die derzeit in Eching in der dortigen Turnhalle einquartiert seien. Die Nationalitäten der Männer seien noch nicht bekannt. Es könne sich um Syrer, Pakistani, Iraner und Afrikaner handeln, sagte sie. 

Eichelmann war es zudem ein Bedürfnis, mit Gerüchten rund um die Leistungen für die Asylsuchenden aufzuräumen. Diese bekämen weder ein Radl, noch gebe es Gutscheine für das Gewandhaus Gruber. Auch zahle das Amt keine Smartphones – und die Kosten ihrer Handyverträge müssten die Flüchtlinge ebenfalls selber berappen. Die mit Hartz IV-Empfängern gleichgestellten Geflohenen bekämen 330 Euro und müssten damit für Essen, Hygieneartikel, Fahrkarten, Handy und dergleichen aufkommen. Ein zusätzliches Taschengeld gebe es nicht, sagte sie. Die Männer, die nach Marzling kommen, hätten schon in Eching erfahren, welche Regeln in Deutschland gelten – auch in punkto Umgang mit Frauen. Übrigens: In den Unterkünften müssen die Bewohner selber für Ordnung sorgen. „Für Asylbewerber wird nicht geputzt“, räumte Irmgard Eichelmann mit einem weiteren Gerücht auf. 

Ein großes Thema waren die Ein-Euro-Jobs, die Asylsuchende bei gemeinnützigen Einrichtungen annehmen dürfen: Am Marzlinger Bauhof habe man diesbezüglich sehr gute Erfahrungen mit einem Flüchtling gemacht, erklärte Bürgermeister Werner. Für Beate Drobniak von der Diakonie, die Ehrenamtliche bei regelmäßigen Treffen berät, ist es sehr wichtig, die Flüchtlinge zu integrieren: Dazu würden unter anderem die Sportvereine eine gute Möglichkeit bieten. Der Marzlinger Helferkreis ist inzwischen gut aufgestellt, aber weitgehend weiblich. Weil jetzt feststeht, dass ausschließlich Männer in das Haus an der Straßenmeisterei einziehen, appellierte Regina Höfl vom Helferkreis an die Marzlinger: „Was wir jetzt brauchen, sind Männer, Männer, Männer.“

Heinz Mettig

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