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Ab Freitag nur noch Spieler: Bernhard Soller (l.) reicht die Abteilungsleitung weiter – nach 14 Jahren, in denen er mit dem SVM so manche (Hitze-)Schlacht geschlagen hat.

Nach knapp 14 Jahren

Marzlings Fußballchef Soller reicht das Zepter weiter

Marzling - Bei den Fußballern des SV Marzling geht am Freitag eine Ära zu Ende: Bernhard Soller, 34 Jahre jung, gibt nach knapp 14 Jahren aus privaten Gründen die Abteilungsleitung ab. Die Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern.

Wenn man sich unter den Marzlinger Fußballern erkundigt, seit wann Bernhard „Berni“ Soller eigentlich schon Abteilungsleiter ist, dann reicht die Antwortpalette von „Schon immer“ bis zu „Keine Ahnung, so an die 15 Jahre ungefähr?“. Und sogar Soller geriet ganz schön ins Grübeln. Des Rätsels Lösung: Es war im WM-Jahr 2002, als Soller im Alter von 21 Jahren als Nachfolger von Dietmar Gißibl die Leitung der Fußballabteilung übernahm. 

Es war keine leichte Zeit: Das Interesse der Bevölkerung am Club tendierte gegen Null, zudem drohte – wohlgemerkt der ersten Herren-Mannschaft – der Abstieg in die B-Klasse. Also musste sich etwas verändern: Gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden Karl Herrmann löste Soller die A-Jugend auf und zog die Spieler vorzeitig in den Seniorenbereich hoch. „Komplett gegen den Willen vom Becker Ade, unserem damaligen Jugendleiter, da ging es hoch her“, erinnert sich Soller. Doch dieser Schachzug legte letztlich den Grundstein für viele erfolgreiche Jahre: Mit Martin Schindler als Spielertrainer und lauter jungen Wilden gelang im Sommer 2005 völlig überraschend der Aufstieg in die Kreisklasse – und nur zwei Spielzeiten danach qualifizierte sich der SVM sogar für die Kreisliga. „Marzling, ein Fußballmärchen“ stand auf den extra bedruckten Siegershirts, denn zusätzlich kletterte auch die Reserve eine Liga höher. „Ein absolutes Highlight, unvergessen“, gerät Soller noch heute ins Schwärmen. 

Der Aufschwung des SV Marzling hielt an – und das, obwohl mit Florian Wolf einer der besten Torschützen vom SVM zum FC Ismaning in die Bayernliga wechselte. So sehr dieser Verlust auch rein sportlich schmerzte: Vielmehr war im Verein großer Stolz zu spüren, dass es einer aus den eigenen Reihen in die höheren Gefilde des Amateurfußballs geschafft hatte. „Wir selbst haben sechs Jahre in der Kreisliga gespielt – und kein Spieler hat dafür Geld bekommen“, zeigt sich Soller noch immer beeindruckt. Zu Hause war der SVM eine Macht, keine Mannschaft reiste gerne nach Marzling. Speziell, wenn dank einer gewonnenen Seitenwahl in Halbzeit zwei in Richtung Sportheim gekickt wurde, ergatterten die Underdogs manchen Last-Minute-Erfolg. 

2011 schien der Exkurs in die Kreisliga ein jähes Ende zu finden, als der SVM in die Relegation musste. Im ersten Match ließ Soller die Marzlinger jubeln: Er verwandelte kurz vor Schluss einen Foulelfmeter zum 1:0 gegen RW Klettham-Erding. Das war jedoch nur die halbe Miete: Der SVM musste in Gammelsdorf auch noch den TSV Nandlstadt besiegen, um ein weiteres Jahr in der Kreisliga spielen zu dürfen. Und diese Partie war, bei brutaler Hitze, ein echter Krimi: Weder nach 90 noch nach 120 Minuten konnte sich eines der beiden Teams durchsetzen – die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen: Es ging hin und her, mal waren die Marzlinger dem Erfolg näher, mal die Nandlstädter – bis irgendwann Felix Oberthür mit dem gefühlt 75. Elfmeter den SV Marzling zum Klassenerhalt schoss. „Es waren bewegende Momente“, denkt Soller an diese Hitzeschlacht von Gammelsdorf zurück. 

Zwei Jahre später ging es dann aber tatsächlich runter in die Kreisklasse, wo der SVM momentan im gesicherten Mittelfeld rangiert. „Die Spielklasse ist für mich aber nicht mehr das Wichtigste“, stellt der langjährige Abteilungsleiter klar. „Vielmehr interessiert mich, dass die jungen Spieler, die gerade aus der A-Jugend hochgekommen sind, beziehungsweise demnächst hochkommen werden, genauso viel Spaß und Freude an der Gemeinschaft haben, wie wir es hatten.“ Die Voraussetzungen sind gegeben: Mit dem neuen Kunstrasen stehen dem SV Marzling hervorragende Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Geübt wird mit Original-Adidas-Spielbällen, die der Fußball-Förderverein spendierte. „Als ich anfing, da haben wir in der Mannschaft Geld gesammelt, um einen Spielball kaufen zu können“, schmunzelt Soller, für den am Freitag, 11. März, seine Tätigkeit als Abteilungsleiter endet, wenn um 21 Uhr im Sportheim die Spartenversammlung beginnt. „Der Abschied fällt leichter, da ich weiß, wem ich die Abteilung übergeben kann.“ 

Fakt ist: Mit Jochen Jürgens als 1. und Florian Ertl als 2. Abteilungsleiter stellen sich zwei langjährige Weggefährten von Bernhard Soller zur Wahl. Vervollständigt wird das neue Führungsteam von Stefan Hohme als Jugendfußballchef. „Das ist der richtige Weg. So kommen bestimmt auch viele neue Ideen in den Verein“, betont Soller. 

Aus der Welt ist der langjährige Fußballchef aber keinesfalls: „Ich will noch spielen, solange mich die Knochen tragen“, lautet seine Zielsetzung. Ansonsten will er seine Zeit fortan mehr seiner Frau Elsa und Sohnemann Max widmen, zusätzlich plant er einen Hausbau im heimischen Eixendorf. „Aber keine Sorge, als Fan bleibe ich dabei. Und auf die Saisonabschlussfeier freue ich mich auch schon.“

jj

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