Moosburger Stadtrat diskutiert Bebauungsplan

Aich steht vor Wachstum

Moosburg/Aich – Darf Aich wachsen? Und wie stark darf Aich wachsen? Und wie macht man das? Oder wie verhindert man das? Im Moosburger Stadtrat gingen am Montag die Meinungen darüber weit auseinander.

Anlass war, dass die Verwaltung vorgeschlagen hatte, für ein fast mitten im Ortskern liegendes, 20 000 Quadratmeter großes Areal die Aufstellung eines Bebauungsplans zu beschließen. Dem Grundstückseigentümer sollte so signalisiert werden, dass er auf das Wohlwollen der Stadt hoffen könne, wenn er nun für viel Geld einen Planer beauftrage. Nach einer Stunde heißer Diskussion wurde das Projekt mit 15:9 Stimmen allerdings vertagt.

Mit dem Vorschlag, einen Bebauungsplan aufzustellen, reagiere man darauf, dass man in der Vergangenheit viele Bauanfragen von Aicher Bürgern habe ablehnen müssen, sagte Bürgermeisterin Anita Meinelt. Dass da jetzt vielleicht 25 Parzellen entstehen könnten, finde sie „erträglich“. Gerhard Beubl (SPD) grundsätzlich auch. Das große Aber, das ihn zu einem Vertagungsantrag veranlasste: Erst müsse doch die Stadt ungefähr festlegen, was sie sich an Bebauung dort vorstelle. Nein, so Meinelt: Ein Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan schaffe ja kein Baurecht. Die Planungshoheit bleibe uneingeschränkt bei der Stadt. Michael Stanglmaier (Grüne) hielt es mit Beubl: Man müsse sich schon erst einmal Gedanken machen, „ob sich Aich überhaupt entwickeln soll“. Zeitnot habe man nicht. Doch, die habe man, konterte Meinelt mit Verweis auf die Aicher Bürger. Und Rudi Heinz (CSU) sagte, man müsse etwas tun, denn ein Dorfzentrum in Aich werde sehr vermisst und der Immobilienmarkt sei leergefegt. Wieder andere wie Alfred Wagner (UMB) warnten, dass nach Ausweisung der Grundstücke die Münchner kämen und viel Geld hinblätterten, die Aicher also „wieder mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen“. Und Beubl legte nach: Er wolle wissen, wer der Investor sei. Meinelt betonte: Das Grundstück bleibe „in Aicher Hand“, das sei kein Investor aus München oder Dubai.

Doch alle Argumente für ein B-Plan fruchteten nicht: Die Sache wurde mit 15:9 Stimmen vertagt.

Rubriklistenbild: © dpa

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