Geplantes Stadtviertel im Nordwesten

Amperauen: Debatte um neues Gewerbegebiet in Moosburg

Moosburg - Das neue Baugebiet „Amperauen“ für 640 Anwohner ist beschlossene Sache – das nahegelegene Gewerbegebiet am Mauerner Kreisel fiel dagegen vorerst durch. Es war ein hartes Ringen im Stadtrat.

Dass diese Debatte noch lange nicht zu Ende ist, davon ist auszugehen. Schon jetzt werden etwa bei Facebook weiter fleißig Argumente ausgetauscht: zwischen Gegnern und Befürwortern des so genannten Sondergebiets am Mauerner Kreisel. Und die gegensätzlichen Online-Kommentare etwa von Grünen-Rat Johannes Becher und Josef Dollinger (FW) bilden ein Spiegelbild der Situation im Stadtrat.

Während Becher im Gremium den Flächenverbrauch von 25 000 Quadratmetern für einen Supermarkt, einen Discounter und einen Drogeriemarkt für völlig überzogen hielt, verteidigte Dollinger die Dimension des Gewerbegebiets. Dass man ausreichend Parkplätze in vernünftiger Größe brauche, stand laut Dollinger außer Frage. Zu den schärfsten Gegnern des Sondergebietes zählte Alfred Wagner (UMB). Sein vernichtendes Urteil: „Da fehlt es von Grund auf.“

Die bisweilen emotional geführte Diskussion wollte selbst nach der Abstimmung nicht verstummen. Und das obwohl Bürgermeisterin Anita Meinelt die Sache quasi für erledigt erklärt hatte. Es bleibe nichts anderes übrig, als den Bewerbern abzusagen. „Dann verzichten wir halt auf einen Drogeriemarkt“, stellte sie sichtlich enttäuscht fest. Das hinderte Ludwig Kieninger (FW) nicht daran, an einen anderslautenden Stadtratsbeschluss zu erinnern. „Die 18 000 Quadratmeter wollen wir doch“, sprach er sich für eine reduzierte Variante aus. Die war bei den Unternehmen auf Ablehnung gestoßen.

Beubl: "640 Einwohner, da muss etwas raus"

Unterstützung im Bemühen, zu retten, was zu retten ist, erhielt Dollinger von SPD-Stadtrat Gerhard Beubl. „640 Einwohner, da muss etwas raus“, plädierte er für Einkaufsmöglichkeiten. Das neue Baugebiet umfasst 28 Einfamilienhäuser, 16 Doppelhaushälften und acht sogenannte Sonnenhäuser.

Michael Stanglmaier (Grüne) hatte den Vorschlag unterbreitet, dass man Parkplätze auch „aufständern“, sprich Parkdecks schaffen könne. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein. Laut Meinelt liegt die Sache aber erst einmal „auf Eis“.

Anders sieht es beim Baugebiet „Amperauen“ aus. Auf Nachfrage von Becher, der mehr über die Zeitplanung der Realisierung erfahren wollte, antworteten Meinelt und Architekt Peter Wacker übereinstimmend, dass man 2018 mit dem Verkauf beginnen könne.

Ganz unstrittig verlief aber auch die Debatte über das Wohngebiet nicht. Ein von Evelin Altenbeck (Grüne) angedachter Trampelpfad, sowie der von Stanglmaier geforderte doppelseitige Gehweg auf der Hauptachse fanden ebensowenig eine Mehrheit wie ein Antrag von Michael Hillberg (UMB), der das Sondergebiet gerne in das Wohngebiet integriert hätte. Gleiches galt für umfangreiche Quartiersplätze zwischen den Wohnhäusern, die Wagner gern größer gesehen hätte. Unklar ist noch, wo der soziale Wohnungsbau stattfinden soll. Beubl und SPD-Genosse Martin Pschorr erinnerten daran, dass 3500 Quadratmeter dafür vorgesehen seien. Ein Fall für die Detailplanung, wie Meinelt und Wacker feststellten.

Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © dpa

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