Große Ehre für Max Braun und Sebastian Kreitmeier

Diese beiden Moosburger bekommen heute die Bürgermedaille verliehen

Moosburg - Sebastian Kreitmeier und Max Braun werden heute Abend mit der Bürgermedaille geehrt. Wir erklären warum - und haben beide zum Interview gebeten. 

Der eine kommt aus der Stadt, der andere vom Land. Der eine hat lange eine große Feuerwehr kommandiert, der andere noch länger eine kleine. Max Braun aus Moosburg und Sebastian Kreitmeier aus dem Ortsteil Thonstetten umterscheiden sich in vielem, haben aber eines gemeinsam: Beide bekommen am kommenden Dienstag für ihr langjähriges Engagement als Feuerwehr-Kommandanten die Bürgermedaille verliehen. 

Das Freisinger Tagblatt hat den beiden im Vorfeld getrennt die selben Fragen gestellt und trotz einiger Frotzeleien viele Parallelen festgestellt. Hier lesen Sie beide Interviews nacheinander:

Max Braun: "Die ganze Familie ist feuerwehrnarrisch"

Freisinger Tagblatt: -Herr Braun, wie haben Sie davon erfahren, dass Sie die Bürgermedaille bekommen?

Max Braun

Max Braun: Die Frau Bürgermeisterin ist bei einer Veranstaltung an meinen Tisch gekommen und hat es mir gesagt. Das war schon im vergangenen Jahr, denn der Stadtrat hat bereits 2015 darüber abgestimmt.

-Wie war Ihre erste Reaktion auf die Nachricht?

Ich hab mich natürlich gefreut. Das ist schon eine Ehre.

-Ein Feuerwehr-Kommandant muss schwere Entscheidungen treffen – etwa seine Leute in ein brennendes Haus schicken. Wie sind Sie mit dieser Verantwortung umgegangen?

Name: Max Braun
Alter: 62
Feuerwehr Moosburg: Kommandant von 1987 bis 2006
weitere Tätigkeit: Kreisbrandmeister, aktives Navis-Mitglied
Beruf: Inhaber eines Fachgeschäfts für Gartentechnik
verheiratet: mit Maria
Kinder: zwei, Max jun. (36) und Christian (32)
Lieblingshobby: die Enkelkinder
Lieblingsfußballverein: alle bayerischen Mannschafen, aber: „Es muss nicht immer der FC Bayern gewinnen.“
Lieblingsessen: Tafelspitz

Da wächst man rein. Ich bin ja mit der Feuerwehr groß geworden. Mein Vater war Kommandant, und schon als Kind sind wir mit dem Fahrrad hinterhergefahren, wenn Feuerwehrwagen auf dem Weg zum Einsatz waren. Die ganze Familie ist feuerwehrnarrisch.

-Auf was in Ihrer Zeit als Moosburger Feuerwehr-Kommandant sind Sie besonders stolz?

In meiner Zeit wurde das Feuerwehrhaus aufgestockt und eine neue Halle gebaut. Ein großes Anliegen war mir der Aufbau einer Jugendfeuerwehr. Ich musste noch bis zum 16. Geburtstag warten, ehe ich mitmachen konnte – und dann ging’s gleich in die Einsatzmannschaft.

-Was benötigt man für so einen Job?

Auf jeden Fall viel Geduld. Die muss man sich anerziehen, vor allem wenn man sich im Stadtrat neue Ausrüstung bewilligen lassen musste.

-Was hat Ihre Familie dazu gesagt, dass Sie sich so viel außer Haus engagiert haben?

Die muss hinter einem stehen – zumal ich ja beruflich selbstständig bin. Wenn ich zum Einsatz gerufen wurde, sind sie im Geschäft eingesprungen. Eine Ausnahme gab es: beim Tsunami 2004. Die Flughafen-Feuerwehr hatte sich zu einem Einsatz in Sri Lanka entschieden und mich am Silvester-Nachmittag gefragt, ob ich mitkomme. „Selbstverständlich“, habe ich geantwortet. Als ich meiner Frau erzählt habe, dass ich für einige Zeit wegfahre, hat sie erst gemeint: „Des machst!“ Dann habe ich ihr gesagt, wo es hingeht – und Silvester war gelaufen.

-Zwischen den Feuerwehren Moosburg und Thonstetten hat jahrelang große Rivalität geherrscht. Hat sich das auch auf Sie und Ihren Kommandanten-Kollegen Sebastian Kreitmeier übertragen?

Rivalität möchte ich nicht sagen. Aber es gab halt manchmal Konflikte, wie sie zwischen David und Goliath vorkommen – zumal ich ja auch Kreisbrandmeister war.

-Es stört Sie aber nicht, dass Herr Braun am selben Abend die Medaille verliehen bekommt?

Im Gegenteil: Ich komme mit ihm bestens aus. Und ich gönne die Medaille jedem, der sie verdient hat.

-Wer die Bürgermedaille bekommt, wird quasi für sein Lebenswerk geehrt. Gehören Sie jetzt zum Alten Eisen?

Nein. Meine erste Reaktion auf die Entscheidung war: Bin ich nicht noch einiger Maßen zu jung dafür? Ich bin doch erst Anfang Sechzig.

Sebastian Kreitmeier: "Ich war wohl irgendwann fällig"

Freisinger Tagblatt: -Herr Kreitmeier, wie haben Sie davon erfahren, dass Sie die Bürgermedaille bekommen?

Sebastian Kreitmeier

Sebastian Kreitmeier: Als ich die Unterlagen der Stadtratssitzung geöffnet habe, in der die Abstimmung angesetzt war. Aber bereits davor hat man die Leute darüber reden hören, dass ich als langjähriger Kommandant von Thonstetten wohl irgendwann fällig bin.

-Wie war Ihre erste Reaktion auf die Nachricht?

Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Eine besondere Ehre ist es für mich, dass die Entscheidung im Stadtrat einstimmig gefallen ist. Das ist nicht immer so.

-Ein Feuerwehr-Kommandant muss schwere Entscheidungen treffen – etwa seine Leute in ein brennendes Haus schicken. Wie sind Sie mit dieser Verantwortung umgegangen?

Name: Sebastian Kreitmeier
Alter: 65
Feuerwehr Thonstetten: Kommandant von 1977 bis 2014
weitere Tätigkeit: Ortssprecher von Thonstetten
Beruf: Leiter der Stadtgärtnerei Moosburg
verheiratet: mit Helga
Kinder: drei, Stephanie (27), Barbara (25) und Michaela (23)
Lieblingshobby: Reisen, besonders gern nach Italien
Lieblingsfußballverein: FC Bayern München
Lieblingsspeise: Steak mit Bratkartoffeln – „eben alles, wo man geschimpft wird, dass man so zunimmt“

Wenn man es eine Zeit lang macht, entwickelt man schon eine gewisse Routine darin, solche Entscheidungen zu treffen. In dem Moment, in dem du die Marschroute vorgeben musst, geschieht das aber sowieso intuitiv. Zum Nachdenken kommt man erst nach dem Einsatz. Ich bin sehr dankbar, dass ich immer die richtige Entscheidung getroffen habe.

-Auf was in Ihrer Zeit als Thonstettener Feuerwehr-Kommandant sind Sie besonders stolz?

Auf den Bau unseres Feuerwehr-Hauses, den wir komplett in Eigenregie gestemmt haben. Das ist schon etwas Besonderes.

-Was benötigt man für so einen Job?

Viel Energie, große Durchsetzungsfähigkeit und Kameraden, die mitziehen.

-Was hat Ihre Familie dazu gesagt, dass Sie sich so viel außer Haus engagiert haben?

Oooh! Als die Kinder klein waren – vor 25,30 Jahren –, da habe ich schon Ärger bekommen. Einen Tag nach meiner Hochzeit bin ich mal für zwei Stunden wegen einer Fahnenweihe weggegangen, obwohl die Verwandtschaft noch im Haus war. Das ist bei meiner Frau gar nicht gut angekommen. Heute würde ich es etwas lockerer angehen. Aber inzwischen passt es ja.

-Zwischen den Feuerwehren Moosburg und Thonstetten hat jahrelang große Rivalität geherrscht. Hat sich das auch auf Sie und Ihren Kommandanten-Kollegen Max Braun übertragen?

Damals schon. Unsere Truppe hat aus vielen Landwirten bestanden, die zwei Tage Nonstop anpacken können, während bei den Moosburgern mehr Bürokräfte engagiert waren. Wo bei uns einer schon mal ein Feuer allein gelöscht hat, ohne Alarm zu schlagen, sind in der Stadt fünf Fahrzeuge angerückt.

-Es stört Sie aber nicht, dass Herr Braun am selben Abend die Medaille verliehen bekommt?

Überhaupt nicht. Das war alles nicht so ernst und ist längst ausgeräumt.

- Wer die Bürgermedaille bekommt, wird quasi für sein Lebenswerk geehrt. Gehören Sie jetzt zum Alten Eisen?

Nein. Es stimmt zwar, dass ich das Alter inzwischen etwas spüre. Aber wenn ich gebraucht werde, bin ich da.

Die Liste der Moosburger Legenden

Die Moosburger Bürgermedaille

„Die Bürgermedaille wird nur an Leute verliehen, die eine besondere Leistung zum Wohl der Stadt erbracht haben“, sagt Josef Mühlberger, Geschäftsleiter im Moosburger Rathaus. „So etwas darf man nicht inflationär vergeben.“ Allerdings herrschte in der Einführungsphase der Auszeichnung wohl eine gewisse Anfangseuphorie. 22 von bisher 49 Medaillen wurden bereits 1981 und 1983 verliehen. Neben Einheimischen befinden sich auch politische Vertreter der Partnerstädte Moosburg/Kärnten, Bry-sur-Marne und Rochester unter den Würdenträgern. Die Mehrzahl dieser Stadtlegenden ist bereits verstorben.

Verstorbene Träger der Bürgermedaille:

1981: Franz Dietl, Franz Jantschy, Fritz Kieser, Ernst Krausch, Juliane Maier, Josef Mehring, Otto Rothmayer, Johann Schmidhuber, Heinrich Weingast

1983: August Alckens, Karl Aschenbrenner, Lorenz Braun, Adolf Engelke, Professor Harald Genzmer, Rudolf Mertl, Pierre Maroillier, Bert Oberhofer, Andreas Rakitsch Ludwig Weh, Grete Weichert

1986: Erwin Kerscher, Therese Ruprecht, Josef Steinlechner

1987: Franz Braun

1989: Martin Braun

1993: Josef Schwertl

1996: Alfons Einweck, Maria Keller, Werner Rödl

2005: Wilhelm Braun

2008: Willibald Kirmaier

2009: Martha Thums

Lebende Träger der Bürgermedaille:

1981: Etienne Audfray 

1983: Andre Barbier 

1989: Max Süßmeier, Rose-Marie Wittek 

1990: Georg Weindl 

1993: Johann Wieser 

1996: Chuck Hazama, Michel Labouche, Jasques Lasne, Marianne Wiesheu 

1998: Ernst Reinwald 

2000: Christian Britten

2002: Bernhard Kerscher 

2009: Klaus Bösl, Maria Irlbauer 

2011: Josef Wiesheu 

2015: Herbert Gaggl

(Quelle: Stadt Moosburg)

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