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Zufahrt gesperrt: Bis August 2018, also zwei Jahre lang, müssen Gäste per Umleitung über die Viehmarktstraße zum Hotel Zur Länd fahren. Für die Fundamente der Behelfsbrücke werden Spundwände in den Boden gerammt (r.). Die Erschütterungen sind auch im Hotel zu spüren.

Umleitung und Krach vermiesen das Geschäft

Existenzangst wegen Brückenbaustelle: Große Sorgen an der Lände

Moosburg - Wegen des Isarbrücken-Neubaus ist seit Tagen auch die Zufahrt zur nahen „Lände“ gesperrt. Den langjährigen Betreiber des dortigen Hotels plagen nun ernsthafte Existenzsorgen.

Die ideale Lage, sie war seit jeher der große Vorteil des Hotels Zur Länd: Direkt am Ortseingang aus Richtung Landshut und von der A92 kommend gelegen, steht das vierstöckige Gebäude weithin gut sichtbar direkt hinter der Isarbrücke. Hinzu kam bislang die praktische Zufahrt zur B11, die mittlerweile Staatsstraße 2350 heißt. Doch genau diese Lage ist es, die dem Hotel nun zum Verhängnis wird: Wegen der Brückenbauarbeiten ist die Zufahrt seit einigen Tagen gesperrt – nach derzeitigem Stand der Planung bis August 2018. Zwei Jahre lang ist das Hotel also vom direkten Verkehr abgeschnitten.

Den Eigentümer, Ivan Rimac (59), plagen inzwischen ernsthafte Existenzsorgen, wie das FT in einem Gespräch erfuhr. Insgesamt 25 Jahre lang führt seine Familie schon den Gasthof samt Hotel und Biergarten, seit 15 Jahren ist er auch Eigentümer. Auf die Baustelle angesprochen, sagt Rimac: „Ich mache mir große Sorgen, wie mein Geschäft in Zukunft weiterlaufen soll.“ Nach der Sperrung habe er festgestellt, dass viele Kunden statt über die Umleitung zu seinem Haus einfach weiter in die Innenstadt zu anderen Hotels fahren würden. „Wir haben zwar unsere Stammkunden über die Umfahrung informiert, aber ob das hilft, bleibt abzuwarten“, sagt Ivan Rimac.

Erste Firmen buchen ihre Mitarbeiter um

Noch schwerer als die Umleitung wiegt für ihn jedoch die andere Begleiterscheinung der Brückenbaustelle: „Der Baulärm stört die Ruhe unserer Gäste. Wir haben viele Kunden, die in der Nacht arbeiten und tagsüber schlafen – und da herrscht jetzt ständig Lärm vor unserer Haustür.“ Die ersten Firmen hätten ihre Mitarbeiter bereits in anderen Unterkünften eingebucht, nachdem es Beschwerden gegeben habe. Los ging der Krach schon voriges Jahr, als wenige Meter vor dem Länd-Biergarten die ersten Leitungen verlegt worden waren. Rimac: „Die schweren Maschinen liefen ausgerechnet während der Hochsaison auf vollen Touren. Viele Gäste sind da nach zehn Minuten wieder aufgestanden und gegangen.“ Er habe noch versucht, mit der Baufirma über die Arbeitszeiten zu verhandeln, aber wegen des Termindrucks sei er dort abgeblitzt.

Auch über die Auswirkungen auf die Bausubstanz seines Hotels sorgt sich Rimac: „Die Erschütterungen beim Setzen der Spundwände sind sehr stark und in der ganzen Siedlung zu spüren. Ich hab’ Angst, dass das Gebäude Schaden nimmt.“

"Lässt sich nicht leugnen, dass Tassen im Schrank klirren"

„Es lässt sich natürlich nicht leugnen, dass die direkten Anwohner betroffen sind und wegen der Arbeiten auch mal die Tassen im Schrank klirren“, räumt Stephan Leipnitz (51), zuständiger Bauleiter des Staatlichen Bauamts Freising, ein. „Die Rammarbeiten für die Spundwände sind aber nächste Woche abgeschlossen“, sagt er. „Natürlich geht man möglichst sensibel vor, wenn man mitbekommt, dass da Existenzen bedroht sind, nur weil eine Brücke gebaut wird.“ Aber letztendlich könne er nichts an dem Vorhaben ändern. Leipnitz: „Die Brücke stammt aus dem Jahr 1947 und ist einsturzgefährdet. Wir kommen nicht um den Neubau herum.“

Auch bei der Stadt Moosburg kennt man die Sorgen im Hotel Zur Länd. Herbert Held von der Bauverwaltung sagt dem FT: „Herr Rimac hat in Gesprächen mit uns seine Bedenken schon geäußert. Beim Abwägungsprozess konnte die Beeinträchtigung jedoch nicht verändert werden.“ Der Einfluss der Stadt sei ohnehin stark eingeschränkt, da das Staatliche Bauamt Freising die Brücke baue. Die Frage, ob nicht wenigstens eine vorübergehende Behelfszufahrt von der Ex-B11 zum Hotel eingerichtet werden könne, verneint Held entschieden. „Der Höhenunterschied ist zu groß, die Zufahrt wäre viel zu steil.“

Für Ivan Rimac heißt es nun Zittern. Wegen der Unannehmlichkeiten für seine Gäste musste er bereits Rabatte gewähren. Sollte die Kundschaft weiter wegbleiben, werde es schwer, den Betrieb aufrecht zu halten, sagt er. „Wenn der Umsatz um 30 oder 40 Prozent einbricht, kommen wir an die Existenzgrenze.“ Neben Rimacs Ehefrau würden dann auch drei Beschäftigte ihre Jobs verlieren. Die beiden Kinder der Familie haben sich bereits andere Arbeitgeber gesucht.

Sperrung, Verschub, Neubau: das ist der Zeitplan an der Isarbrücke

  • Um den Verkehr während des Isarbrücken-Neubaus so wenig wie möglich einzuschränken, wird die alte Stahlbrücke verschoben und dient während des Neubaus als Behelfsbrücke. 
  • Derzeit werden ins Flussbett der Isar die Spundwände für das Fundament gerammt, das dann die versetzte Behelfsbrücke tragen soll. 
  • Der Verschub beginnt nach aktueller Planung des Staatlichen Bauamts Freising am Montag, 22. August, ab diesem Zeitpunkt bleibt die ehemalige B11 für mehrere Wochen voll gesperrt. Ursprünglich war eine Freigabe der Fahrbahn ab 1. September geplant, mittlerweile lautet das Ziel jedoch, „vor Ende der Sommerferien“ fertig zu werden. Laut Straßenbauamtsleiter Stefan Meier möchte man wenn möglich vor Beginn der Moosburger Herbstschau (9. September) den Verkehr wiederherstellen. 
  • Die Zufahrt zur Lände wird mindestens bis zum Ende der Neubauarbeiten im August 2018 gesperrt bleiben. 
  • Fußgänger und Radfahrer müssen sich wohl nur auf Behinderungen an einem Tag einstellen: Die Fußgängerbrücke werde „ein paar Tage“ vor der großen Brücke verschoben, für den Verschub sind „fünf bis sechs Stunden“ eingeplant.

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