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Die Technik der Moosburger Kleinschwimmhalle wirkt nach außen gut gewartet – ist aber mit rund 50 Jahren auf dem Buckel äußerst marode. Ob sich eine Reparatur der derzeit stillgelegten Anlage noch rentiert, darüber waren sich die Stadträte uneins.

Moosburgs marodes Hallenbad

Kleinschwimmhalle: Sanierung weiter ein Thema

Moosburg - Noch mal viel Geld in die marode Technik der Kleinschwimmhalle stecken? Oder diese Mittel doch lieber für die Planung des neuen Hallenbads verwenden? Moosburgs Stadträte taten sich schwer mit dieser Entscheidung - fassten am Ende ihrer Sitzung aber dann doch ein ganzes Bündel an Beschlüssen.

Noch im Dezember wurden vorsichtshalber 250 000 Euro in den Moosburger Haushalt gestellt: Um in 2016 das alte Hallenbad zu sanieren - oder aber den Bau eines neuen anzustoßen. Am Montag nun wurde der Stadtrat von der Verwaltung darüber informiert, dass die Kostenschätzung für notwendige Reparaturen unter der Stadthalle zwischen 150 000 und 170 000 Euro netto liegen würden. Und dass dies wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange sei. Aus Sicht der Verwaltung sei kein Kosten-Nutzen-Verhältnis darstellbar - und somit ein unüberschaubares, finanzielles Risiko gegeben. Motto: Wer weiß schon, was als nächstes daher kommt? Bürgermeisterin Anita Meinelt jedenfalls war überzeugt: „Es ist sinnvoller, mit dem Geld in die Planung für den Neubau einzusteigen.“

Doch Georg Hadersdorfer (fraktionslos), 2. Vorsitzender beim Reha- und Gesundheitssportverein, ließ sich das Bad nicht so einfach ausreden. „Wer glaubt, dass wir in drei, vier Jahren ein neues Bad haben, unterliegt einem Irrglauben.“ Eine Sanierung mache sehr wohl Sinn. Die Anlage sei zuletzt sehr gut genützt worden. Und Hadersdorfer ärgerte sich, dass die Reparaturen längst hätten passieren können. Dem widersprach Hochbauamtsleiter Adalbert Schwenzl: „Im November wurde das Bad geschlossen. Die angefragten Firmen mussten sich die Systeme erst anschauen.“ Die nun vorliegenden Angebote seien jedoch zu unterschiedlich und nicht vergleichbar. Schwenzl: „Uns wurde deshalb vom Prüfungsverband empfohlen, ein Planungsbüro zu beauftragen.“

"Ein Neubau treibt die Stadt in den Ruin"

Erwin Weber (CSU), der sich als großer Unterstützer des Schwimmvereins bezeichnete, erklärte: „Ich hab’ mir die Anlage angeschaut. Von außen mag sie gut gewartet aussehen - innerlich sind die Leitungen aber 50 Jahre alt. Er stimme deshalb dagegen, nochmal „so viel Geld in die Hand zu nehmen“. Höchstens eine mobile Wasseraufbereitungsanlage als Übergangslösung könne er sich vorstellen. Michael Hilberg (UMB) warnte: „Wenn wir die Anlage jetzt nicht hinbekommen, werden wir auf absehbare Zeit im Winter keine Bademöglichkeit haben.“ Ein Neubau treibe die Stadt nach gegenwärtiger Finanzlage in den Ruin.

Wie von Schwenzl zu erfahren war, würde ein rein funktionales Vier-Bahnen-Becken mit 25 Metern Länge vier Millionen Euro brutto kosten. „Da kommt dann noch die Mehrwertsteuer weg und die Förderung.“ Hier erwartet er maximal 1,6 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer an Zuschüssen.

"Mit Willen lässt sich die Anlage am Leben halten"

Für Martin Pschorr (SPD) war klar: „Mit Willen lässt sich die alte Anlage am Leben halten. Und das sollten wir tun.“ Es folgte noch ein langes Hin und Her, zwischenzeitlich war sogar eine Vertagung im Gespräch.

Doch dann wurde doch abgestimmt: Der Beschluss, von einer Sanierung abzusehen, fand keine Mehrheit (12:12). Dass die Verwaltung Machbarkeit und Kosten einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage überprüft, wollten alle im Gremium. Die Verwaltung zu ermächtigen, ein Fachbüro mit der Sanierung des Hallenbads - zumindest bis zur Phase der Genehmigungsplanung - zu beauftragen, dafür stimmten immerhin noch 18:6 Räte. Und dass die Verwaltung das Projekt Neubau mit „höchster Priorität“ weiter vorantreiben soll, dafür hoben 16 von 24 Räten ihre Hand.

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