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Zum Kreisbauerntag versammelte sich in den ersten Reihen des Moosburger Herbstschau-Festzelts die regionale Polit-Prominenz. Auf der Bühne stand unter anderem Europapolitiker Manfred Weber (CSU).

Appell auf der Herbstschau

Kreisbauerntag in Moosburg: "Aufhören, Agrarsektor schlecht zu reden"

Moosburg - Hoher Besuch aus Brüssel: Manfred Weber (CSU), Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, war am Sonntag Festredner beim Kreisbauerntag in Moosburg. Seine Themen: Agrarkrise, Flüchtlingskrise und TTIP.

Und auch die Themen seiner Rede waren wichtig: „Agrarkrise – Flüchtlingskrise – TTIP: Europa ist gefordert“. Nicht minder wichtig beim Kreisbauerntag: der Festgottesdienst im Bierzelt der Herbstschau, den Geistlicher Rat Reinhold Föckersperger zusammen mit dem Landfrauenchor gestaltete.

Weber war Gast in einem Landkreis, den Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt in ihrem Grußwort als „Getreidehochburg“ bezeichnete, in dem die Landwirtschaft auch wirtschaftlich ein bedeutender Faktor sei, in dem es 1571 landwirtschaftliche Betriebe gebe, und in dem auch der Kampf gegen „Schleuderpreise“ geführt werden müsse. Anders ausgedrückt: „Wir brauchen ein Umdenken an der Ladentheke.“ Wie hatte BBV-Kreisobmann Georg Schmid („Landwirt war, ist und bleibt der wichtigste Beruf“) der Rathauschefin bescheinigt? Sie könne aufgrund ihrer Fachkenntnisse gut und gerne Kreisbäuerin werden.

Sozusagen auch vom Fach, nämlich vom „Fach Europa“, war Hauptredner Weber. Der begann mit etwas ganz Grundsätzlichem und mit dem, „was auf einem Kreisbauerntag gesagt werden muss“: Angesichts dessen, was Bauern für die Heimat leisteten, „muss man endlich aufhören, den Agrarsektor schlecht zu reden“. Vorbild EU: Weil Förderungen und Ausgaben für den Agrarsektor der größte Finanzposten der EU seien, habe Europa „ein großes Bekenntnis zum ländlichen Raum abgegeben“, sei Europa „der große Finanzier des ländlichen Raums“. 

Eindruck des "Bürokratiemonsters" vermeiden

Weber versicherte den Landwirten auch, dass man in Brüssel durchaus versuche, den Eindruck eines „Bürokratiemonsters“ zu vermeiden. Und Weber nannte Beispiele, wo es jetzt weniger Vorgaben aus Brüssel und mehr Spielraum für die nationale Ebene gebe. Die EU habe angesichts der extrem niedrigen Erzeugerpreise Gelder zum Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe in Krisenzeiten verteilt – analog zur Stützung der Banken und der Industrie vor ein paar Jahren zu Zeiten der Wirtschaftskrise.

Weber machte aus seiner Einstellung zu TTIP und CETA auch keinen Hehl: Wer über Handel rede, der „redet über nicht mehr oder weniger als über unseren Wohlstand in Bayern“. Fazit: „Wir müssen im Prinzip offen sein für Freihandel.“ Freilich nicht um jeden Preis, so Weber dazu, dass man hohe Standards nicht aufgeben wolle: „Ich will kein Genfleisch auf meinem Teller.“ Und: „Hören wir auf, das zu dramatisieren!“ Webers Auftritt – ein Plädoyer für Europa und Lob für den Bauernstand, besonders den bayerischen Bauernstand. Kreisbauerntag eben.

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