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Überwältigt ist Theresa Ehrmaier von der Nachricht, dass sie beim Weltjugendtag die deutsche Flagge tragen darf.

Weltjugendtag in Krakau: Theresa Ehrmaier aus Moosburg (19) trägt die deutsche Flagge

„Das ist der Wahnsinn“

Moosburg - Eine besondere Ehre wird Theresa Ehrmaier aus Moosburg beim Weltjugendtag in Krakau zuteil: Sie darf bei der Eröffnungsmesse am 28. Juli die Deutschland-Flagge tragen. Damit führt die 19-Jährige rund 18 000 Jugendliche aus Deutschland an, die in Polen erwartet werden.

„Ich freue mich riesig und habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass mein Name gezogen wird.“ Noch immer ist Theresa Ehrmaier von der Nachricht überwältigt, die sie vor gut zwei Wochen via E-Mail erhalten hat: Bei der Eröffnungsmesse zum Weltjugendtag (dem internationalen Jugendtreffen der katholischen Kirche) am Dienstag, 28. Juli, um 17.30 Uhr auf der Blonia-Wiese im polnischen Krakau wird sie die Deutschland-Flagge tragen. „Das ist der Wahnsinn“, sagt die 19-Jährige, die Oberministrantin in Moosburg und engagiertes Mitglied im Kreisvorstand der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) ist. Zahlreiche Jugendliche aus den 26 Diözesen Deutschlands haben sich für diese ehrenvolle Aufgabe beworben, berichtet Claudia Hoffmann vom Öffentlichkeitsreferat des Erzbischöflichen Jugendamts München und Freising. Ein kurzes Schreiben und die Kopie des Personalausweises genügten, um im Los-Topf zu landen.

Dass die Flaggenträgerin heuer aus Bayern kommt, „hat es noch nie gegeben“, sagt Hoffmann. Theresa Ehrmaier steht damit an der Spitze von rund 18 000 Jugendlichen aus Deutschland, die in Krakau erwartet werden. Die Tragweite dieses Amts „ist mir noch gar nicht bewusst“, gibt sie im FT-Gespräch zu. Sie weiß nur: „Das ist etwas ganz Großes und Besonderes.“ Bereits am 25. Juli wird die Moosburgerin mit weiteren Jugendlichen aus der Diözese per Bus nach Krakau reisen. Dort freut sie sich vor allem „auf die vielen Begegnungen mit Leuten aus aller Welt“. Schon bei der Ministrantenwallfahrt 2010 und 2014 in Rom habe sie eine tolle, internationale Gemeinschaft gespürt, erzählt sie. Das erhofft sie sich nun auch vom Weltjugendtag. 

Aus der Erzdiözese München und Freising machen sich über 500 junge Leute auf den Weg zum Weltjugendtag, um Papst Franziskus vom 28. bis 31. Juli in Krakau zu begegnen. Dieser hat unter dem Motto „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ eingeladen. Einige Jugendliche aus Bayern reisen bereits eine Woche vorher an: Vom 20. bis 25. Juli finden in der Erzdiözese Kattowitz die „Tage der Begegnung“ statt. Ab dem 28. Juli wird dann in Krakau ein zentrales Programm mit deutschsprachigen Katechesen, Jugendfestivals, Kreuzwegen und Co. angeboten. Höhepunkt wird der Abschlussgottesdienst mit dem Heiligen Vater sein. Theresa Ehrmaier, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Einrichtung für mehrfach behinderte Kinder absolviert und ab Oktober Gymnasiallehramt studieren will, weiß, dass die Reise nach Polen „kein Luxusurlaub“ wird: „Wir werden in Turnhallen oder bei Gastfamilien schlafen.“

 Trotzdem freut sie sich auf den Weltjugendtag – und natürlich ihren großen Auftritt. Dafür nimmt sie ihr langes, schwarzes Dirndl mit hellblauer Schürze mit, denn so viel weiß die Fahnenträgerin schon: „Es ist Tracht gewünscht.“ Seit 1986 treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren zu Weltjugendtagen in aller Welt. Rund 3,2 Millionen Teilnehmer waren beim letzten Weltjugendtag vor drei Jahren in Rio de Janeiro dabei. Heuer werden bis zu zwei Millionen Gläubige in Krakau erwartet. Theresa Ehrmaier war noch nie bei einem Weltjugendtag dabei. „Aber ich freue mich riesig darauf.“ Und auch ihre Mutter ist schon ganz aufgeregt: Sie hofft, dass sie ihre Tochter im Fernsehen sehen wird.

Andrea Hermann

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