Moosburgs "Plan": Wettbewerb gestartet - Auslobungstext bleibt unter Verschluss

Moosburg - Auf dem Weg zur Neugestaltung des „Plans“ haben die Stadträte einen Auslobungstext beschlossen, mit dem nun der Architektenwettbewerb beginnt. Der Wortlaut jedoch bleibt vorerst unter Verschluss.

Wer in der öffentlichen Stadtratssitzung am Montag kein Mitglied des Gremiums war, der fragte sich, warum er eigentlich gekommen war. Denn diskutiert und beschlossen wurde der Auslobungstext für das Wettbewerbsverfahren, der der Öffentlichkeit gar nicht vorlag. Aus den Redebeiträgen der Stadträte und der mit dem Projekt betrauten Architektin Barbara Hummel war gerade einmal zu schließen, dass das Dokument wohl mindestens 28 Seiten umfasst. Mit Verweis auf diese Seitenzahl wurde nämlich die Barrierefreiheit an der Kirche abgeklärt.

Ein anderer Punkt, der für zwischenzeitliche Diskussion gesorgt hatte, war die Zufahrtsmöglichkeit für Gewerbetreibende. FW-Stadtrat und Bäckermeister Thomas Grundner wollte in der entsprechenden Passage des Auslobungstextes sichergestellt haben, dass Firmen wie seine auch während Veranstaltungen auf dem „Plan“ für Lieferverkehr erreichbar seien. Für die entsprechende Textanpassung stimmten 17 von 20 Anwesenden.

Auch sonst herrschte unter den Stadträten eine fraktionsübergreifende Einigkeit – und Zufriedenheit mit dem Text, wie den Stellungnahmen zu entnehmen war. Rudolf Heinz (CSU) etwa sprach davon, dass „es jetzt endlich in die heiße Phase geht, um das Herz unserer Stadt neu zu gestalten“ und dass der Auslobungstext „sehr stimmig“ sei. Michael Stanglmaier (Grüne) befand, die „Plan“-Sanierung sei ein „Meilenstein“. Der Text sei das Ergebnis vieler Kompromisse, die in einem solchen Prozess unausweichlich seien. Stanglmaier: „Nach dem Wettbewerb sollte das Ergebnis zügig umgesetzt werden und nicht etwa in der Schublade verschwinden.“

Nicht alle Stadträte stimmen dem Auslobungs-Text zu

Alfred Wagner (UMB) war froh, dass man „nach eineinhalb Jahren intensiver Debatte im Stadtrat und mit Bürgern“ nun im Verfahren weiterkomme. Er sei überzeugt, dass endlich die Aufenthaltsqualität in den Vordergrund rücke. Habe er doch von einer Jugendlichen die Aussage gehört: „Der ,Plan‘ ist für mich kein Platz, sondern nur ein Parkplatz – und ich hab’ kein Auto.“ Wagner wünschte sich, dass man – ganz nach dem ISEK-Slogan „Leben findet Innenstadt“ bald einen Platz für junge und alte Bürger bekomme, die sich dort gerne aufhielten und kommunizierten. Außerdem ziehe laut ISEK jeder öffentlich investierte Euro durchschnittlich weitere sieben Euro Investitionen von Privatleuten und Gewerbebetrieben nach sich. Wagner: „Das ist also gut angelegtes Geld und eine Initialzündung für die Ansiedlung von Gewerbe.“

Martin Pschorr (SPD) bezeichnete die „110.000 Euro allein für Honorare im Realisierungswettbewerb“ als „sorglos rausgeschmissenes“ Geld. Natürlich sei es schön, einen Platz neu zu gestalten. „Aber es gibt auch viele Nachteile“, warnte Pschorr, für den das Thema angesichts angespannter Stadtfinanzen „nicht die oberste Priorität“ habe. Und so stimmte er – wie auch Thomas Kerscher (CSU) und Ludwig Kieninger (FW) – gegen den Auslobungstext. Die große Mehrheit entschied anders.

Wann denn nun die breite Öffentlichkeit den Auslobungstext einsehen könne, wollte schließlich Johannes Becher (Grüne) wissen. „Die Leute interessiert’s sicher, was denn jetzt eigentlich drinsteht.“ Architektin Barbara Hummel antwortete: „Jetzt kommt erst die Bewerbungsphase, da sollte keiner einen Wettbewerbsvorteil haben.“ Der Text müsse so lange verschlossen bleiben, bis zumindest alle Teilnehmer feststünden und mit ihrer Arbeit begonnen hätten.

Rubriklistenbild: © Archiv: Forster

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